Zum Hauptinhalt springen

Vorlesungsverzeichnis

Suchen Sie hier über ein Suchformular im Vorlesungsverzeichnis der Leuphana.


Lehrveranstaltungen

Einführung in die Friedens- und Konfliktforschung (Seminar)

Dozent/in: Julia Grauvogel

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 10:15 - 11:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 3.120 Seminarraum

Inhalt: Im Jahr 2024 erreichte die Anzahl bewaffneter Konflikte den höchsten Stand seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. So bedrohen bewaffnete Konflikte das Leben von Millionen Menschen weltweit. Zugleich intervenieren unilaterale oder multilaterale Akteure in der Mehrzahl dieser Konflikte, um Frieden und Sicherheit wiederherzustellen. Ist die Abwesenheit von Gewalt ausreichend, um von Frieden zu sprechen? Warum brechen bewaffnete Konflikte aus? Und wie kann Frieden (wieder-)hergestellt werden? Diese und weitere zentrale Fragen der Friedens- und Konfliktforschung stehen im Mittelpunkt des Seminars. Es führt in die grundlegenden Begriffe und Konzepte der Friedens- und Konfliktforschung ein und behandelt verschiedene Ansätze zur Entstehung und Bearbeitung von Konflikten. Dabei werden aktuelle Problemfelder ebenso berücksichtigt wie empirische Fallbeispiele aus unterschiedlichen Regionen des globalen Südens. In einem ersten Schritt werden zentrale Begriffe und Konzepte eingeführt. Der zweite Teil vertieft ausgewählte Problemfelder – etwa den Klimawandel – und analysiert Ursachen sowie Transformationsprozesse gewaltsamer Konflikte. Der dritte Teil widmet sich unterschiedlichen Ansätzen des Konfliktmanagements (u.a. humanitären Interventionen und Sanktionen), bevor abschließend zentrale normative Fragen in den Blick genommen werden.

Nachhaltigkeitsgovernance im internationalen Mehrebenensystem (Seminar)

Dozent/in: Michael Rose

Termin:
wöchentlich | Montag | 14:15 - 15:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 40.255 Seminarraum | C 40.255!

Inhalt: An der politischen Entscheidungsfindung und Umsetzung wirken längst nicht nur Bürger:innen (via Wahlen und Abstimmungen), Parlamente und Regierungen mit, sondern auch zahllose zivilgesellschaftliche Akteure (Verbände, Gewerkschaften, Think Tanks, Wissenschaftsgremien, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), etc.) und multinationale privatwirtschaftliche Unternehmen. Zugleich werden sowohl die Entscheidungsfindung als auch die Umsetzung getroffener Entscheidungen zunehmend über mehrere politische Ebenen (international bis lokal) verteilt und koordiniert. So entstand über Jahrzehnte hinweg ein oft „Governance“ genanntes komplexes Geflecht aus permanenten oder ad-hoc gebildeten Strukturen und Prozessen für die Koordination und Steuerung gesellschaftlicher Sachverhalte, teils spezialisiert auf einzelne Politikfelder. Solch ein Governance-Ansatz, der alle politischen Ebenen und verschiedenste relevante Akteursgruppen in den Blick nimmt, ist für die Steuerung unserer Gesellschaften in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung unerlässlich. Nachhaltigkeit ist ein globales, dynamisches Leitbild, dessen Gestaltung und Umsetzung ohne die Mitwirkung aller politischen Ebenen und Sektoren (Staat, Gesellschaft, Wirtschaft) als aussichtslos erscheint. Die globalen Nachhaltigkeitsherausforderungen sind riesig, ebenso wie politischen Herausforderungen, diesen gerecht zu werden. Mit dem aktuell zu beobachtenden Rückzug ins Nationale lassen sich Nachhaltigkeitsprobleme nicht lösen. Ein Scheitern der globalen Nachhaltigkeitsagenda ist daher immer auch ein Scheitern der Nachhaltigkeitsgovernance im internationalen Mehrebenensystem. In unserem Seminar wollen wir verstehen und evaluieren, wie, warum und mit welchen Ergebnissen Nachhaltigkeitsgovernance im internationalen Mehrebenensystem (nicht) funktioniert. Um alle auf einen ähnlichen Stand zu bringen, besprechen wir zunächst zentrale Konzepte (insb. Governance, Politik und Nachhaltigkeit) und lernen in Grundzügen, wie Politiken auf den verschiedenen politischen Ebenen (international, EU, national, subnational, lokal) entwickelt und entschieden werden und wie die Ebenen dabei miteinander interagieren. Anschließend fokussieren wir unsere Seminarsitzungen auf das Thema Nachhaltigkeitsgovernance und erarbeiten uns, wie die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) strukturell auf den verschiedenen Ebenen umgesetzt werden. Aus das internationale Klimaregime werden wir in diesem Zusammenhang näher betrachten. Gerade am Anfang werden einzelne Sitzungen eher einen Vorlesungscharakter haben; mit fortschreitendem Seminarverlauf wird aber immer mehr Verantwortung für Sitzungsgestaltung bei den Studierenden liegen, beispielsweise mit kleinen Präsentationen, Gruppenarbeiten, Gruppen- und Plenumsdiskussionen. Angestrebt wird auch die Integration eines klimagovernancebezogenen Rollenspiels sowie eines eingeladenen Praxisinputs mit Diskussion in das Seminar.

Violent Orders (Seminar)

Dozent/in: Wolfgang Minatti

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 08:15 - 09:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 12.102 Seminarraum

Inhalt: Wie wird Ordnung in der Gesellschaft geschaffen und aufrechterhalten – und welche Rolle spielt Gewalt in diesem Prozess? Dieses Seminar untersucht verschiedene Möglichkeiten, wie politische und soziale Ordnung aufgebaut und aufrechterhalten wird, mit besonderem Fokus auf Länder des globalen Südens. Wir werfen einen kritischen Blick darauf, wie Staaten regieren, wie Menschen Widerstand leisten und wie Gewalt oft im Mittelpunkt dieser Kämpfe steht. Wir untersuchen verschiedene Arten politischer Ordnung – von modernen Nationalstaaten und Rebellenbewegungen bis hin zu traditionellen Regierungsformen – in einer Vielzahl von Regionen, darunter Lateinamerika, Südostasien, der Nahe Osten und Europa. Zu den Themen gehören die Ursprünge des Staates, Revolutionen, Staatsaufbau und bewaffnete Aufstände. Gemeinsam untersuchen wir, wie Gewalt nicht nur zur Zerstörung, sondern auch zur Schaffung und Aufrechterhaltung von Herrschaftssystemen eingesetzt werden kann – sowohl lokal als auch global.