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Neues Komplementärprofil „Debattenkulturen und Kritik“ startet im Wintersemester

16.09.2020 Die Module wurden von der Soziologin Dr. Simone Jung im Rahmen des Projekts „Debattenkulturen: Rhetorik – Performanz – Medialität“ entwickelt. Das Projekt zur forschungsbasierten Lehrentwicklung wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert. Im Modul lehren u.a. die taz-Themenchefin Katja Kullmann zum Thema Debattenkultur und Journalismus und Prof. Julia Voß vom FAZ Feuilleton.

Illustration Debattenkultur ©Leuphana/Karla-Jean v. Wissel
Im Zentrum des Seminars steht der offene Diskurs.

Erstarkender Rechtspopulismus, Verschwörungstheorien und Unwahrheiten in Sozialen Medien: Argumentations- und Kritikfähigkeit sind Kernkompetenzen des demokratischen und wissenschaftlichen Diskurses. Vor diesem Hintergrund startet im Wintersemester 2020/21 das neue Komplementär-Profil „Debattenkulturen und Kritik“. „Im Profil erhalten Studierende Einblick in Debatten und ihre Kulturen“, erklärt die Koordinatorin Dr. Simone Jung. Die Soziologin hat die Module im Rahmen von „Qualität Plus - Programm zur Entwicklung des Studiums von morgen“ entwickelt. Stationen des Einblicks umfassen die Geschichte und Theorie der Debattenkultur, die Analyse aktueller Debatten sowie Verfahren der Debattenproduktion in mündlichen und schriftlichen Ausdrucksformen. „Wir beschäftigen uns sowohl damit, wo Debattenkulturen und ihre Praktiken der Kritik herkommen als auch mit aktuell politischen Diskursen. Davon ausgehend können nicht zuletzt Kulturtechniken wie das essayistische Schreiben oder Argumentationslogiken in den Blick genommen werden“, erklärt Simone Jung. Ein abschließendes Modul verbindet die Theorie mit der Praxis, wenn die Journalistin Katja Kullmann die Rolle von Journalist*innen behandelt, die sich zunehmend vom „Gatekeeper“ hin zum „performativen Auftritt“ in Sozialen Netzwerken wandelt. Innerhalb der Einordnung in die aktuellen Debattenkulturen soll ein Bewusstsein für die mediale Konstruktion von öffentlichen Diskursen vermittelt werden. „Das reicht von Zeitungen über die Fernseh-Talkshow bis hin zu den Sozialen Medien wie Twitter oder Instagram“, erklärt Simone Jung. Insbesondere das Internet eröffne eine neue Vielheit an Orten der politischen Auseinandersetzung und der Teilhabe, erzeuge zugleich aber auch Tendenzen der Polarisierung und Verkürzung von Debatten. Deshalb sollen die Studierenden lernen zu argumentieren und ihr eigenes Denken kritisch zu befragen. Komplementär-Profile zielen auf eine multi-perspektivische Auseinandersetzung mit einem Wissenschaftsgebiet ab und ermöglichen eine Themenschwerpunktsetzung im Studium.