Hybride Lehre

++ Achtung: Seit dem 2.11.2020 ist angesichts der aktuellen Pandemielage und dem bundesweiten Teil-Lockdown bis auf Weiteres der Präsenzbetrieb bis auf wenige Ausnahmen eingestellt. D.h. in der Regel müssen alle Lehrveranstaltungen ab sofort auf voll-digitale Formate umgestellt werden. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Rundbrief vom 2.11.2020. ++

Hybride Lehre bedeutet an der Leuphana synchrone Lehre mit Teilnehmenden vor Ort und online zugeschalteten Teilnehmenden. Dazu heißt es in den Neufassungen der Anlagen 12, 13 und 18 bzw. den Anlagen II zu den Rahmenprüfungsordnungen der Leuphana Universität (§2(2)):

Hybride Lehrformen sind Lehrveranstaltungen, in denen ein System eingesetzt wird, bei dem sowohl die Lehrperson als auch die physisch im Veranstaltungsraum anwesenden Studierenden mittels einer Kamera und eines Richtmikrofons audio-visuell erfasst und über ein Videokonferenzsystem an diejenigen Teilnehmenden der Lehrveranstaltung übertragen werden können, die nicht physisch anwesend und der Lehrveranstaltung von einem anderen Ort aus zugeschaltet sind [...]. Die nicht physisch anwesenden Teilnehmenden werden ihrerseits simultan audio-visuell erfasst und mittels des Videokonferenzsystems auf einen Bildschirm und Lautsprecher im Veranstaltungsraum übertragen.

Ein Teil der Studierenden nimmt somit vor Ort an der Veranstaltung teil und gleichzeitig ist ein anderer Teil der Studierenden online über einen Meetingraum, z.B. über den Videokonferenzdienst Zoom, anwesend. Daraus ergibt sich eine Vielzahl von Interaktionsmöglichkeiten, die je nach Lehrveranstaltung und didaktischem Setting variieren können.

Eine Videoübertragung - und damit das hybride Format - ist jedoch nur für die Lehrveranstaltungen zulässig, in denen eine interaktive Diskussion der Teilnehmenden notwendiger Bestandteil der Veranstaltung ist. (ebd., §2(2)2.b):

Das [eine interaktive Diskussion] ist grundsätzlich nur bei Seminaren und Kolloquien [...] anzunehmen. Über Ausnahmen entscheiden die Studiendekan*innen in Abstimmung mit den Modulverantwortlichen.

Im Folgenden finden Sie Hinweise zu einigen wichtigen Fragen zur Planung und Umsetzung der hybriden Lehre. Dies betrifft u.a. den Modus der Rotation, die Raumauslastung und Abstandregeln sowie die Bedingungen für die Videoübertragung inkl. der datenschutzrechtlichen Regelungen. Insbesondere möchten wir Sie auf die Webseite zur Interaktion in der hybriden Lehre hinweisen.

Technik und technischer Support

Um eine Lehrveranstaltung im hybriden Format abzuhalten, ist es erforderlich, dass zusätzlich zur installierten Raumkamera und dem Richtmikrofon folgende Infrastruktur geschaffen wird:

  • Einrichtung einer Zoom-Videokonferenz und Bereitsstellung der Zugangsdaten an die online zugeschalteten Teilnehmenden (s.o.)
  • Verbindung des USB-Kabels mit einem Computer, um Bild und Ton des Raums in die Videokonferenz einzuspeisen
  • Anschluss eines (desselben) Computers via HDMI oder VGA, um die Videokonferenz im Raum selbst zu projizieren.

Die neu angeschafften und installierten Raumkameras und Richtmikrofone werden von den Kolleg*innen des AVM betreut und gewartet. Unabhängig davon ist es u.U. empfehlenswert, schon bei der Planung der hybriden Szenarien studentische Co-Moderator*innen mit einzuplanen, die während der Sitzung ein Auge auf den reibungslosen Ablauf und die Technik haben.

Hier finden Sie sowohl eine Übersicht der Räume, die bislang mit hybrider Videotechnik ausgestattetet sind, als auch eine Anleitung zur Nutzung der Technik. Letztere steht Ihnen auch in jedem Raum mit hybrider Technik zur Verfügung. Weitere mobile Kameras (mit Stativ) stehen Ihnen für die Dauer Ihrer Sitzung beim Team des AVM zur Ausleihe zur Verfügung.

Rotationsprinzip und Kontaktprotokoll

Bei hybrider Lehre befindet sich lediglich ein Teil der Studierenden physisch präsent im Veranstaltungsraum (siehe auch Bestuhlung). Zur Auswahl der Studierenden gilt (gemäß §2(2)4. der Anlagen zu den Rahmenprüfungsordnungen):

Wenn für die Teilnahme an der Lehrveranstaltung in Präsenz mehr Interessenten vorhanden sind als Plätze im Veranstaltungsraum zur Verfügung stehen, nehmen die Studierenden an der Lehrveranstaltung abwechselnd nach einem Rotationsprinzip teil. Über die Teilnahme in Präsenz entscheidet die verantwortliche Lehrperson anhand folgender Kriterien:
• didaktisch-methodische Gründe,
• dem Wunsch der Studierenden nach Teilnahme in Präsenz und
• der Angabe, ob Studierende selbst oder durch sie zu pflegende oder zu betreuende Personen einer Risikogruppe angehören.
Soweit diese Daten personenbezogen sind, sind sie spätestens nach Beendigung der Vorlesungszeit zu löschen.

Dies bedeutet also, dass zunächst die Lehrperson entscheidet, ob und wie viele Studierende tatsächlich anwesend sein sollen bzw. dürfen. Darüber hinaus sind bei der Auswahl der physisch Teilnehmenden sowohl der eigene Wunsch der Studierenden, als auch ihre gesundheitliche Situation bzw. die der von ihnen betreuten Personen zu berücksichtigen. Zudem sollten sich die Studierenden, die in Präsenz teilnehmen, regelmäßig abwechseln (rotieren).

Sie können zur Einteilung der Anwesenden und für die Selbstorganisation der Studierenden die Aktivität "Umfrage" in Ihrem Moodlekurs einrichten.

Zur Nachverfolgung der Kontakte bei Infektionen mit dem Sars-Cov2-Virus sind Sie als Lehrende verpflichtet, die Präsenzteilnehmer*innen Ihrer Lehrveranstaltungssitzungen zu erfassen. Dies erfolgt über das Kontaktprotokoll bei myStudy. Die Speicherung der Daten erfolgt damit datenschutzkonform. Die Daten werden nach der Aufbewahrungsfrist von 30 Tagen automatisch gelöscht.

Raumkapazitäten und Bestuhlung

Für jeden Seminarraum gibt es eine maximale Zahl an Personen, die sich gleichzeitig darin aufhalten dürfen sowie eine Anordnung von Tischen und Stühlen, welche nicht verändert werden darf. Der Bereich Arbeitssicherheit und das Gebäudemanagement haben hierzu unter Berücksichtigung der Infektionsschutzmaßnahmen entsprechende Berechnungen durchgeführt. Die Pläne und Angaben zu den Raumkapazitäten sind hier verlinkt sowie in myStudy verfügbar. Zudem hängen Informationen auch in den Räumen selbst aus.

In jedem Fall sind für die in Präsenz teilnehmenden Personen die Schutzmaßnahmen zu beachten, die in der Hygienerichtlinie für Lehrveranstaltungen ausführlich beschrieben und durch die allgemeine Sars-CoV-2-Hygienerichtlinie ergänzt werden. Dies bedeutet u.a. auch, dass das Unterschreiten des Mindestabstands nur für kurze Zeiträume und nur unter Benutzung eines Mund-Nasen-Schutzes gestattet ist.

Übertragung von Bild und Ton

Unter welchen Voraussetzungen dürfen Bild und Ton übertragen werden? Grundsätzlich gilt: Bild und Ton werden nicht aufgezeichnet. Die Daten dürfen nicht manuell gespeichert und verarbeitet werden. Es ist nicht erlaubt, das nichtöffentlich gesprochene Wort anderer unbefugt aufzunehmen, dies stellt einen Verstoß gem. § 201 Abs. 1 Nr. 1 StGB dar. Die Veranstaltungsteilnehmer*innen sollten darauf ausdrücklich hingewiesen werden.

Gemäß §2(2)2.b der Anlagen 12, 13 und 18 bzw. den Anlagen II zu den Rahmenprüfungsordnungen  dürfen grundsätzlich nur diejenigen Lehrveranstaltungen hybrid mit Videoübertragung aufgebaut sein, in denen Diskussionen gewünscht und erforderlich sind. Audio- und Videoübertragen der Studierenden vor Ort sind auch dann nur für die Zeiten zulässig, in denen die Teilnehmenden tatsächlich miteinander interagieren. Hält die Lehrperson oder ein*e Teilnehmer*in beispielsweise einen Vortrag, darf keine Videoübertragung der physisch teilnehmenden Studierenden erfolgen; die Kamera ist in diesen Phasen entsprechend anders auszurichten und das Mikrofon auszustellen.

Studierende, die online zugeschaltet sind, sollen ihre Kamera und ihren Ton zuschalten. Ihnen muss jedoch auch gestattet werden, ohne die Nutzung einer Kamera oder eines Mikrofons über das Videokonferenzsystem an der Veranstaltung teilzunehmen (§2(2)3.d). In jedem Fall ist es erforderlich, dass Sie die Videokonferenzschaltung mit einem Passwort sichern und den Studierenden dieses für ihre Teilnahme übermitteln.

Tipp: Lehrpersonen wird empfohlen, mit den Studierenden darüber zu sprechen, wie es sich anfühlt, auf einen Bildschirm mit schwarzen Kacheln zu blicken. Idealerweise erstellen Lehrpersonen gemeinsam mit den Studierenden Regeln für die hybride Lehrveranstaltung. Dazu hilfreich sind auch die Empfehlungen für eine offene und faire digitale Lehr- und Lernkultur, die zu Beginn des Wintersemesters gemeinsam von Lehrenden und Studierenden erarbeitet wurden.

Datenschutz

Die Verarbeitung der personenbezogenen Daten erfolgt bei der Übertragung von Bild und Ton gemäß den gesetzlichen Vorgaben. Um darüber eine größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, finden Sie nähere Informationen dazu in den Datenschutzhinweisen für hybride Lehrveranstaltungen.

Zudem findet sich folgender Passus in den Neufassungen der Anlagen zu den Rahmenprüfungsordungen:

Die Audio-und Videoübertragung ist grundsätzlich allein von Mitgliedern und Angehörigen der Hoch-schule zulässig, es sei denn, eine andere Rechtsgrundlage rechtfertigt eine weitergehende Audio-und Videoübertragung. Die Audio-und Videoübertragung der präsent anwesenden Teilnehmenden darf nur in nicht öffentlich zugänglichen Räumen stattfinden. Dies ist insbesondere bei Räumlichkeiten der Fall, in denen der Zutritt durch eine leicht erkennbare Beschilderung allein den Mitgliedern und Angehörigen der Hochschule gewährt werden soll.

Dies bedeutet, dass gem. § 17 Abs. 1 NHG allein die Daten von Angehörigen und Mitgliedern der Hochschule verarbeitet werden dürfen. Soweit Personen in die hybride Lehre einbezogen werden, die nicht zu diesen beiden Personengruppen gehören (wie zum Beispiel Gäste), ist eine weitere Rechtsgrundlage nötig. Diese kann durch die individuelle Einwilligung des externen Gastes geschaffen werden.

Die Regelung der nicht-öffentlich zugänglichen Räume dient der Abgrenzung zur Videoüberwachung, welche in öffentlich zugänglichen Räumen in der Regel unzulässig wäre. Durch den deutlich erkennbaren Hinweis am Eingang des Raumes ist ersichtlich, dass nur Angehörige und Mitglieder die Räume betreten dürfen, so dass kein öffentlicher Raum mehr vorliegt. In anderen als den auf dem Campus beschilderten Räumen sollten hybride Lehrveranstaltungen nur durchgeführt werden, wenn sichergestellt wird, dass nur Mitglieder und Angehörige gefilmt werden.

Lehrveranstaltungen dürfen grundsätzlich nur auf dem Campus der Universität durchgeführt werden. Die vorübergehende Ermöglichung hybrider Lehrformen in der RPO-Anlage hat zum Ziel, das Campus-Leben sowie das Lehren und Lernen vor Ort weitestgehend wieder zu ermöglichen. Nur sofern der Infektionsschutz dies erfordert, finden die Lehrveranstaltungen nicht in vollständiger Präsenz in den Räumlichkeiten der Universität statt.

Lehrende sollen die Lehrveranstaltungen grundsätzlich in den zugewiesenen Räumlichkeiten auf dem Campus der Universität durchführen. Lehrveranstaltungen in privaten Räumlichkeiten können erhebliche versicherungs- und haftungsrechtliche Konsequenzen haben.

Feedback

Gerade bei der Einführung und Erprobung neuer Formate ist  regelmäßiges Feedback schon während des Semesters z.B. nach jeder Sitzung von großer Bedeutung. Was hat gut geklappt? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Was fehlt und wie können die Beteiligten ein gutes Lehren und Lernen noch besser unterstützen?

Zudem steht wie jedes Semester auch das qualitative Feedbackformat Shift! und die Lehrveranstaltungsevaluation zur Verfügung. Beide sind auch für hybride Veranstaltungsformate sehr empfehlenswert.