Nachhaltige Universität

Die Leuphana beschreitet den Weg der Nachhaltigkeit in Forschung, Bildung, gesellschaftlicher Partizipation und im Campus-Betrieb: In der Forschung mit der Wissenschaftsinitiative Nachhaltigkeit, in der Gesellschaft unter anderem mit der Zukunftsstadt 2030 und auf dem Campus beispielsweise mit der klimaneutralen Universität. Die Bildung vermittelt, wie Nachhaltige Entwicklung gestaltet werden kann. Denn Nachhaltigkeit ist für die Leuphana nicht nur ein Leitbild, sondern ein in allen Bereichen gelebtes Handlungsprinzip.

Nachhaltigkeitsverständnis

Das Nachhaltigkeitsverständnis der Leuphana beruht auf der Brundtland-Definition:

  1. Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.
  2. Im Wesentlichen ist dauerhafte Entwicklung ein Wandlungsprozess, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung technologischer Entwicklung und institutioneller Wandel miteinander harmonieren und das derzeitige und künftige Potential vergrößern, menschliche Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.

UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland-Kommission) aus dem Jahr 1987

Leitlinien

Das Leitbild der Leuphana Universität Lüneburg basiert auf den drei Grundkonzepten Humanismus, Nachhaltigkeit und Handlungsorientierung. Zur Konkretisierung des Leitbildes „Nachhaltigkeit“ wurden die acht Leitlinien zur Nachhaltigkeit verabschiedet.

Der Senat hat in seiner Sitzung am 20.11.2013 eine Neufassung der Nachhaltigkeitsleitlinien aus dem Jahr 2000 beschlossen. Die Neufassung wurde in drei Sitzungen durch die Senatskommission Nachhaltigkeit erarbeitet. Ebenso wurde der Auftrag des Senats, die Diskussionen rund um das Thema ethisches Handeln und Nachhaltigkeit zu bündeln und in der Senatskommission Nachhaltigkeit einen Gesamtvorschlag zu diesem Themenkomplex zu erarbeiten, berücksichtigt.

Präambel

Angesichts der Gefahren für die natürlichen Grundlagen des Lebens und wachsender Ungleichheit unter Menschen und Gesellschaften sowie in der Verantwortung, auch zukünftigen Generationen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, weiß sich die Leuphana Universität Lüneburg in Verbindung mit dem Artikel 20a des Grundgesetzes über den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen dem Grundsatz einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Gegenüber ihren Studierenden, künftigen Entscheidungsträger*innen und ihren Beschäftigten hat die Leuphana Universität Lüneburg die Verantwortung bei der Erfüllung ihrer Aufgaben wie auch in ihrem täglichen Energie- und Stoffverbrauch eine Vorbildfunktion auszuüben. Die Universität gestaltet ihren Lern- und Lebensraum in diesem Sinne nachhaltig. Die Leuphana Universität Lüneburg bekennt sich zu ihrer Verantwortung gegenüber Region und Gesellschaft und treibt einen regionalen wie auch globalen Nachhaltigkeitsprozess voran. In diesem Sinne sollen Lehre, Forschung und Studium an der Universität friedlichen Zwecken dienen.

§ 1 Partizipation, Austausch mit externen Gruppen

Die Leuphana Universität Lüneburg initiiert und unterstützt Diskurse zur Nachhaltigkeit und fördert eine breite Beteiligung aller ihrer Gruppen und Gliederungen an einem universitären Nachhaltigkeits-prozess. Sie stärkt Eigeninitiativen und Engagement in diesem Prozess und trägt zum regionalen, nationalen und internationalen Austausch mit Gruppen und Institutionen bei.

§ 2 Forschung

Die Leuphana Universität Lüneburg unterstützt mit ihrer wissenschaftlichen Kompetenz den öffentlichen Diskurs über Nachhaltigkeitsfragen und greift regionale, nationale und internationale Themen der Nachhaltigkeit in ihren Forschungsaktivitäten auf. Dabei strebt sie an, weiterhin eine Vorreiterrolle innerhalb des jungen Feldes der Nachhaltigkeitswissenschaft(en) (Sustainability Science) einzunehmen und dieses Feld aktiv, im Sinne einer problem- und lösungsorientierten Forschung, mitzugestalten.

§ 3 Bildung

Die Leuphana Universität sensibilisiert ihre Studierenden und Beschäftigten für die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung, regt formale und informelle Lernprozesse an und ermöglicht ihnen den Erwerb von Gestaltungskompetenzen. Die Universität fördert den internen und externen Wissenstransfer, der den Prozess einer nachhaltigen Entwicklung und den transdisziplinären Austausch vorantreibt.

§ 4 Ressourcen, Energie und Emissionen

Die Leuphana Universität Lüneburg sieht es als ihre Aufgabe an, ihren Stoff- und Energieverbrauch ressourcenschonend, risiko- und umweltbewusst zu gestalten sowie umwelt- und gesundheitsbelastende Auswirkungen zu vermeiden. Die Universität stellt sich insbesondere den Herausforderungen der Klimaneutralität, der nachhaltigen Mobilität sowie einer nachhaltigen Campusentwicklung. Dafür schafft sie entsprechende Rahmenbedingungen, um Handeln über die Mindestanforderungen aller umweltrechtlichen Vorschriften hinaus zu ermöglichen.

§ 5 Kooperationen

Die Leuphana Universität Lüneburg begrüßt und fördert besonders Kooperationen mit Unternehmen und anderen Organisationen, die sich dem Leitbild der Nachhaltigkeit verpflichtet haben. Die Entscheidung für beziehungsweise gegen eine gemeinsame Aktivität mit externen Institutionen erfolgt stets nach bestem Wissen und Gewissen der jeweils verantwortlichen Universitätsmitglieder und orientiert sich an dem Leitbild der Universität.

§ 6 Gesundheitsschutz

Die Leuphana Universität Lüneburg fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitglieder und führt Maßnahmen für gesunde Arbeits- und Studienbedingungen durch. Dies wird insbesondere unterstützt durch den Aufbau und Erhalt einer familienfreundlichen Arbeitskultur sowie durch ausreichende Bewegungs- und Sportangebote im Studien- und Berufsalltag.

§ 7 Gremien und Einrichtungen

Die Gremien und Einrichtungen der Leuphana Universität Lüneburg unterstützen disziplinäre, interdisziplinäre und transdisziplinäre Initiativen in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Verwaltung sowie im studentischen Bereich, Fragen der Nachhaltigkeit aufzugreifen.

§ 8 Programm

Zur kontinuierlichen Verbesserung der Nachhaltigkeits- und Umweltleistung werden im Nachhaltigkeits- und Umweltprogramm der Leuphana Universität Lüneburg sowohl Ziele als auch Maßnahmen fest- beziehungsweise fortgeschrieben.

Wissenschaftsinitiative

Die Wissenschaftsinitiative Nachhaltigkeit wird federführend von der Fakultät Nachhaltigkeit getragen. Sie erforscht den Transformations- und Entwicklungsprozess hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft und gestaltet diesen Prozess aktiv mit. Die Forscherinnen und Forscher fokussieren dabei sowohl auf soziale als auch auf physische Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

UNESCO Lehrstuhl

Am UNESCO Chair "Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung" steht die Förderung individueller und institutioneller Kompetenzen zur Zukunftsgestaltung im Zentrum. Der Lehrstuhl ist der einzige der insgesamt elf in Deutschland existierenden UNESCO Lehrstühle, der auf das Thema „Nachhaltigkeit“ fokussiert.

UNESCO-Lehrstühle verpflichten sich, durch internationale Zusammenarbeit, interkulturellen Dialog und interdisziplinäre Lehre und Forschung zu den Zielen der UNESCO beizutragen.

Zeitleiste

An der Leuphana Universität Lüneburg sind Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit bereits seit den 1990ern ein Schwerpunkt in der Forschung und der Lehre. Seit dem Jahr 2000 geht die Universität noch einen Schritt weiter und setzt die theoretischen Erkenntnisse in die eigene Praxis um: als erste Universität führte sie umfassend ein Umweltmanagementsystem (UMS) nach der EG-Öko-Auditverordnung (EMAS) ein. Dieses wird regelmäßig durch einen externen Umweltgutachter überprüft und zertifiziert. Seit 2007 veröffentlicht die Leuphana regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht. In diesem beleuchtet die Universität neben den Umweltaspekten auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimensionen in Forschung, Lehre und Kooperationen sowie in der eigenen Organisation.

Timeline: Eine Nachhaltige Universität entwickelt sich

2020"Waste-to-Resource-Unit - Urbane Bioökonomie zur ganzheitlichen Nutzung organischer Abfälle“, Institut für nachhaltige Chemie und Umweltchemie, für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung nominiert
2019Verkehrsberuhigter Campus
2019„Radverkehrsförderung 3.0“, Institut für Stadt- und Kulturraumforschung, für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung nominiert
2018Auszeichnung "EMAS-Umweltmanagement" vom Bundesumweltministerium und Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
2016"Klimaneutraler Campus" für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung nominiert
2016Erste Entsprechenserklärung einer Hochschule vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)
2016Fairtrade University
2016Ausgezeichnet als familienfreundliche Hochschule - FaMi-Siegel (2016 - 2018)
2015Auszeichnung: Deutscher Solarpreis, Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR)
2015Beitritt in das Nachhaltigkeitsnetzwerk "International Sustainable Campus Network" (ISCN)
2014Ziel "Klimaneutralität" erreicht
2014Unterzeichnung der Charta der Vielfalt
201415 ausgezeichnete Projekte von der UNESCO in der Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung", 2005 bis 2014
2013Verabschiedung der aktualisierten "Leitlinien zur Nachhaltigkeit" vom Senat
2013Einrichtung der Senatskommission Nachhaltigkeit
2013Verabschiedung der "Leitlinie zum Schutz vor Diskriminierung, Gewalt und sexueller Belästigung" vom Senat
2013Ausgezeichnet als familienfreundliche Hochschule - FaMi-Siegel (2013 - 2015)
2011Auszeichung des Nachhaltigkeitsberichtes in der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
2010Gründung der Fakultät Nachhaltigkeit
2010Auszeichnung der "CO2-Ampel" als ausgewählter Ort in "Deutschland Land der Ideen"
2008Schwerpunkt Nachhaltigkeitsforschung als eine von vier Wissenschaftsinitiativen 
2007Veröffentlichung des 1. Nachhaltigkeitsberichtes “Schritte in die Zukunft” - und 2jährige Berichterstattung
2007Ziel: Klimaneutrale Leuphana Universität Lüneburg
2006Grundsatzentscheidung des Senats für eine humanistische, nachhaltige und handlungsorientierte Universität
2005Verleihung des UNESCO Chair “Higher Education for Sustainable Development”
2004Forschungs- und Entwicklungsprojekt “Sustainable University“ (2004 - 2007)
2004Weltweit erster MBA in Sustainability Management am Centre for Sustainability Management  (CSM)
2003Einrichtung der Steuerungsgruppe Gesundheitsmanagement
2001Verabschiedung der Lüneburger Deklaration “Higher Education for Sustainability”
2000Validierung nach EMAS als eine der ersten Universitäten in Europa
2000Verabschiedung der "Leitlinien zur Nachhaltigkeit der Universität Lüneburg" vom Senat
1999Forschungsprojekt: “Agenda 21 und Universität Lüneburg” (1999 - 2001)
1998Einrichtung der Kommission „Hochschule und Agenda 21“ und Bestellung des Senatsbeauftragten für die Agenda 21
1997Beitritt zum “University Network for Sustainability”, COPERNIKUS Campus
1996Einrichtung des interdisziplinären Fachbereichs Umweltwissenschaften

 

Beauftragte Nachhaltigkeit

  • Dipl. Umw. Irmhild Brüggen