Klimaneutrale Universität

Die Leuphana Universität Lüneburg hat sich 2007 das Ziel der Klimaneutralität gesetzt und es im Jahr 2014 erreicht

Die klimaneutrale Leuphana wurde in einem Forschungsprojekt entwickelt, in die Lehre integriert und in dem Betrieb umgesetzt. Zudem hat die Universität ihren benachbarten Stadtteil in das Projekt einbezogen. Damit leistet die Leuphana einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft und fördert entsprechende Kompetenzen und gesellschaftliche sowie technologische Innovationen.

Grundlage der Erreichung der Klimaneutralität ist der effiziente Umgang mit Energie und Ressourcen. Die Themenfelder sind Energieeffizienz, Einsatz regenerativer Energien, Förderung einer klimaschonenden Mobilität und der nachhaltigen Beschaffung, die in vielen Einzelmaßnahmen sukzessive implementiert und optimiert wurden.

Damit ist die Universität seit 2014 aus eigenen Projekten klimaneutral ohne den Kauf von CO2-Zertifikaten. Emissionen aus folgenden Bereichen werden vermieden bzw. ausgeglichen:

  • Dienstreisen und -fahrzeuge
  • Strom und Wärme
  • Wasser- und Papierverbrauch
  • Essen der Mensa

Das Ergebnis des Forschungsprojektes Klimaneutraler Campus.

Das Projekt Klimaneutraler Campus war für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016 in der Kategorie Forschung nominiert.

Klimabilanz

Am Campus liefert seit 2014 ein Blockheizkraftwerk (BHKW) Wärme aus 100 % regenerativer Energie für die Universität und den benachbarten Stadtteil. Die Treibhausgasemissionen als CO2-Äquivalent schließen Emissionen der Biomethanproduktion, der zugehörigen Vorketten sowie eine Stromgutschrift durch die Verdrängung von Atom- und Kohlestrom mit ein. Daher entsteht ein negativer CO2-Wert für den Wärmeverbrauch am Campus und damit werden weitere CO2-Emissionen aus Dienstfahrzeugen und -reisen, Papier, Mensa sowie Abfall intern kompensiert.

Die Universität wird mit Ökostrom versorgt, der einen echten CO2-Verdrängungseffekt im Strommix bewirkt.

Zudem wurde durch sehr viele energieeffiziente Maßnahmen (z.B. flächendeckender Einsatz LED, hydraulischer Abgleich, PV-Anlagen) und die nachhaltige Mobilität durch eine Pull- und Push-Strategie der Energieverbrauch gesenkt.

Forschung

Im November 2010 erhielt die Leuphana vom Bundesministerium für Wirtschaft eine Förderzusage zur Realisierung eines Gebäude- und Energiekonzeptes für eine klimaneutrale Energieversorgung des Campus und des angrenzenden Stadtgebietes Lüneburg-Bockelsberg. Die Förderprogramme waren Forschung für Energieeffizienz (EnEff-Stadt) und Forschung für Energieoptimiertes Bauen (EnOB).

Ziel war ein Energiesystem, welches integral mit der Sanierung der Bestandsgebäude in einem innovativen Prozess beplant und aufbauend auf den Erfahrungen hinsichtlich Wärmespeicherung im Untergrund entwickelt wurde. Das Projekt begleitet die Entwicklung eines „intelligenten“ Steuerungssystems für das Zentralgebäude und das Wärmenetz wissenschaftlich. Die flexible Reaktion auf die Situation im Wärmenetz erlaubt eine optimale Exergieausnutzung.

Die Planungen sind inzwischen abgeschlossen, die Campusgebäude wurden energetisch optimiert, das Zentralgebäude mit vielen energieeffizienten Techniken fertiggestellt und das Wärmesystem zusammen mit dem angrenzenden Stadtteil innovativ eingeführt. Die Ziele des Projekts konnten vollständig umgesetzt werden.

Article "Climate-neutral and sustainable campus Leuphana University of Lueneburg"

„Bis zur klimaneutralen Universität war es ein langer Weg. 1999 nahm alles seinen Anfang mit dem Projekt „Agenda 21 und Universität Lüneburg“. Im Jahr 2000 wurde die Universität nach EMAS mit einem zertifizierten Umweltmanagementsystem auditiert. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Sustainable University“, 2004 bis 2007, bekam das Ziel weiteren Aufwind. Als das neue Präsidium in 2007 die Weichen für eine „humanitäre, nachhaltige und handlungsorientierte Universität für die Zivilgesellschaft des 21ten Jahrhunderts“ legte, wurde zunehmend größer gedacht: Mit der Entscheidung zum Bau des neuen Zentralgebäudes wurde das Energiekonzept überarbeitet und das Ziel, Klimaneutrale Universität zu werden, ausgegeben."

Prof. Dr. Wolfgang Ruck, Institut für Umweltchemie und Klimaschutzbeauftragter, Professor im Ruhestand

Lehre

Das Vorhaben "Klimaneutrale Leuphana" wurde und wird regelmäßig in Seminaren behandelt, die sich mit dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln an der Universität befassen. Die Studierenden entwickeln in diesen verschiedene Projekte, Ideen zur Klimaneutralität der Leuphana.

Folgend exemplarisch einige Beispiele:

  • Nachhaltige Wärmeversorgung Lüneburg 2030+ / Wie gelingt die Wärmewende?
  • Energiewende - Szenarien und Handlungsoptionen Universität
  • Transdisziplinäres Projektseminar Nachhaltiges Campusviertel
  • Energiewahrnehmung und Energiebewusstsein an der Universität
  • Entwicklung und Darstellung eines energetischen Nutzerprofils der Universität
  • Programmierung einer Mitfahrzentrale für die Universität
  • Projektseminar Ausbau erneuerbarer Energien an der Universität
  • Transdisziplinäres Projektseminar Klimaneutrale Universität
  • Projektseminar Campus und Verkehr
  • Aufdeckung von Stromsparpotenzial an der Universität

Beauftragte für Nachhaltigkeit

  • Dipl. Umw. Irmhild Brüggen