Professur "Praktische Philosophie" (W2/W3)

06.08.2020

AN DER FAKULTÄT KULTURWISSENSCHAFTEN DER LEUPHANA UNIVERSITÄT LÜNEBURG IST DIE FOLGENDE PROFESSUR ZU BESETZEN:

PRAKTISCHE PHILOSOPHIE (W2/ W3)

Sie vertreten die Praktische Philosophie mit einem herausragenden internationalen und eigenständigen Forschungsprofil in historischer, methodischer und systematischer Breite in der Tradition kontinentaler Philosophie. Entsprechend der Einbettung der Professur in die Lüneburger Kulturwissenschaften mit ihrem Anspruch einer geschichtsbasierten und zugleich gegenwartsorientierten und kritischen Analyse aktueller globaler und digitaler Bedingungen haben Sie ein genuines Interesse daran, die praktische Philosophie und ihre Fragen nach Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit, Kritik und Kampf um Geltungsansprüche, Normen und Werte aus der reichhaltigen Tradition der praktischen Philosophie mit ihrer Grundfrage nach dem guten Leben weiter zu entwickeln. Denn es geht um Fragen des Zusammenlebens und seine Bedingungen. Die Zivilgesellschaft sieht sich und demokratische Grundwerte sehen sich durch diverse Krisen und Konflikte immer wieder neu in Frage gestellt – sei es durch Digitalisierung, Fake News und social media, sei es durch das Aufkommen eines autoritären Populismus, durch Diskriminierung, aber auch durch Klimawandel, ökonomisches Ungleichgewicht oder biopolitische Maßnahmen. Gleichermaßen fordern post-humanistische Diskussionen, die Tatsache der Migrationsgesellschaft, Intersektionalität oder die Sorge um sich dazu auf, normierende Vorstellungen des Lebens zu kritisieren. Die praktische Philosophie hat gezeigt, dass das Individuum immer in ein Gesamtgefüge aus politischen, ökonomischen und ökologischen Konstellationen verwickelt ist, an denen sich Grundfragen des Zusammenlebens in heutigen Gesellschaften ausrichten.

Sie verstehen die Tradition der praktischen Philosophie als eine genuine Möglichkeit, zeitgenössische Problemlagen in globalisierten und digitalen Gesellschaften kritisch zu reflektieren und eine philosophische Basis für ethische Grundfragen des Gemeinsamen zu legen. In diesem Sinne sind sie neben der historischen Tradition auch an neueren Tendenzen der praktischen Philosophie interessiert, etwa an der Kritik an Grundbegriffen europäischer Aufklärung, an technologischer Transformation, Geschlecht und Intersektionalität, der Frage nach dem guten Leben in biopolitischen Konstellationen, nach Gerechtigkeit in globalisierten und migrantischen Gesellschaften.

Die zentralen Arbeitsbereiche der Professur für Praktische Philosophie sind Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit und das Gemeinsame, wie sie von der philosophischen Ethik und Moralphilosophie sowie der (historischen) Tradition der praktischen Philosophie einschließlich der politischen Philosophie, Sozialphilosophie, Rechtsphilosophie, politische Ökonomie und Gesellschaftstheorie bearbeitet werden. Die Arbeitsbereiche der Professur sind an kulturwissenschaftliche Fragen anschlussfähig. Gleichzeitig strahlen sie z.B. mit ökonomietheoretischen oder nachhaltigkeitsbezogenen Fragestellungen auch in andere Fakultäten aus und kommunizieren mit den dort angesiedelten Ethikprofessuren (Business Administration, in particular Business Ethics, Nachhaltigkeitsethik, Ethik und systematische Theologie).

Angesiedelt am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft (IPK) gestalten Sie das Feld der praktischen Philosophie und tragen mit Ihrem originären und internationalen Profil wesentlich zur Entwicklung der Lüneburger Kulturwissenschaften bei. Sie sind außerdem bereit, sich in fächerübergreifende Forschungsverbünde und Wissenschaftsinitiativen innerhalb der Fakultät der Kulturwissenschaften („Kulturen der Kritik“, „Demokratieforschung“, „Digitale Kulturen“) sowie überfakultärer Einrichtungen der Leuphana Universität (u.a. Methodenzentrum) aktiv einzubringen. Die Stelleninhaberin bzw. der Stelleninhaber ist in der akademischen Selbstverwaltung tätig.

Sie verfügen über einschlägige Lehrerfahrungen auf allen Ebenen von BA bis Promotion und haben Freude daran, in Disziplinen übergreifenden Studiengängen zu lehren. Im BA lehren Sie im Minor „Philosophie“ sowie im Major Kulturwissenschaften in der Vertiefung „Kulturtheorie und Kulturanalyse“; im MA vornehmlich im Master „Kritik der Gegenwart: Künste, Theorie, Geschichte“ (Beginn Wintersemester 2020/21) sowie in den Integrationsmodulen aller neuer kulturwissenschaftlicher Masterprogramme: „Geschichte und Theorie der Moderne“, „Medien und Digitale Kulturen“ sowie „Culture and Organization“. Aufgrund der integrativen Funktion der Professur auch über die Fakultät hinaus wird ein besonderes Engagement im Komplementärstudium, dem universitätsübergreifenden Studienbereich erwartet. Ebenfalls beteiligen Sie sich aktiv am teilstrukturierten Promotionsstudium und sind bereit, in allen Studienphasen Lehrveranstaltungen in englischer Sprache abzuhalten. Sofern Sie über keine Deutschkenntnisse verfügen, sind Sie bereit, diese in einem vertretbaren Zeitrahmen zu erwerben.

Für eine mögliche Berufung auf W2 werden Sie in nationalen und internationalen Fachdiskussion wahrgenommen. Dies zeigen Sie unter anderem durch eine rege Publikationstätigkeit in einschlägigen nationalen und internationalen Fachzeitschriften und Verlagen. Sie verfügen über Erfahrung in der Einwerbung von Drittmitteln.

Für eine mögliche Berufung auf W3 bereichern Sie die nationale und internationale Fachdiskussion auf hohem Niveau. Dies zeigen Sie unter anderem durch eine breite und hochkarätige Publikationstätigkeit in einschlägigen nationalen und internationalen Fachzeitschriften und Verlagen. Sie waren bereits erfolgreich in der Einwerbung von Drittmitteln hochkarätiger Förderinstitutionen.

Die Berufung kann bei Erstruf zunächst auf fünf Jahre befristet erfolgen. Für Bewerberinnen und Bewerber, die bereits als W2- oder W3-Professorin oder -Professor an einer Universität tätig sind, ist eine Berufung auf Lebenszeit sowie direkt auf W3 möglich. Dies gilt in besonderen Einzelfällen auch bei erstmaliger Berufung.

Die Einstellungsvoraussetzungen richten sich im Übrigen nach § 25 Nds. Hochschulgesetz (NHG), dazu gehören: ein abgeschlossenes Hochschulstudium; die besondere Befähigung zu vertiefter selbstständiger wissenschaftlicher Arbeit, die in der Regel durch eine überdurchschnittliche, für das Profil der Professur einschlägige Promotion nachgewiesen wird; zusätzliche wissenschaftliche Leistungen, in der Regel im Rahmen einer Juniorprofessur, einer Habilitation oder nachgewiesen als habilitationsäquivalente Leistungen sowie durch Erfahrung und den Einsatz innovativer Lehrformen bestätigte pädagogisch-didaktische Eignung.

Die Leuphana Universität Lüneburg strebt eine Erhöhung ihres Professorinnenanteils an. Sie lädt qualifizierte Wissenschaftlerinnen zu einer Bewerbung nachdrücklich ein. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen bei der Stellenbesetzung bevorzugt behandelt.

Als Ansprechpartner stehen Ihnen der Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften, Prof. (apl.) Dr. Ulf Wuggenig (ulf.wuggenig@leuphana.de), sowie der designierte Vorsitzende der Berufungskommission Prof. Dr. Roberto Nigro (roberto.nigro@leuphana.de) zur Verfügung.

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise für Bewerber*innen.

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Bewerbung die im Folgenden aufgeführten Unterlagen enthält und bündeln Sie diese für den elektronischen Versand in zwei PDF-Dokumente: a) Anschreiben, Lebenslauf und Kopien der akademischen Abschlüsse sowie b) drei thematisch einschlägige Veröffentlichungen.

Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 30. September 2020 an den Präsidenten der Leuphana Universität Lüneburg, Postfach 2440, D-21314 Lüneburg und übersenden diese vorzugsweise elektronisch an beko@leuphana.de.

Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.

KONTEXT DER PROFESSUR

Praktische Philosophie im Allgemeinen schöpft aus der Tradition des Aristotelianismus und Kantianismus und bezeichnet denjenigen Teilbereich der Philosophie, der sich aus den Disziplinen Ethik resp. Moralphilosophie, Sozialphilosphie, politische Philosophie, Rechtsphilosophie und Staatsphilosophie zusammensetzt. In der Tradition der kontinentalen Philosophie stehend umfasst die praktische Philosophie an deutschen Universitäten insbesondere Fragen der Gerechtigkeitstheorie, der Menschenrechte, der Handlungstheorie sowie nach Demokratie und Gleichheit. Zur angelsächsischen und analytischen Tradition der praktischen Philosophie gehören Fragen aus den Bereichen der Ökonomie, der practical rationality (decision theory), der Metaethik, der normativen und der ‚angewandten‘ Ethik. Die Aufgabe der praktischen Philosophie und insbesondere der Ethik als einer philosophischen Disziplin besteht wesentlich darin, die Begriffe, Probleme und Theorien des Guten zu untersuchen und Konzeptionen des moralischen Handelns und guten Lebens vernünftig zu begründen. Ihr Zweck ist es, die herrschende Moral kritisch zu untersuchen und Grundsätze des guten und gerechten Handelns aufzustellen und zu rechtfertigen.

Die Philosophie ist an der Leuphana Universität Lüneburg wichtiger Bestandteil der Wissenschaftsinitiative Kultur, in der kulturwissenschaftliche Forschungsaktivitäten in den drei großen Profilschwerpunkten „Digitale Kulturen“, „Kulturen der Kritik“ und „Demokratieforschung“ gebündelt werden. Damit wird in Lüneburg sehr bewusst der Weg einer kulturwissenschaftlichen Einbettung der Philosophie beschritten, die diese in einen fruchtbaren Dialog mit internationalen geführten kulturtheoretischen Debatten bringt. Diese interdisziplinäre Konstellation ermöglicht es der Philosophie, sich neben der disziplinären Forschung in fachübergreifende Diskussionen zu der Frage nach der Konstitution von Kultur sowie zur Formulierung von Grundpositionen kritscher Kulturtheorie einzubringen.

Dieses spezifisch kulturwissenschaftliche Profil der Lüneburger Philosophie wurde im Rahmen der Evaluation der Philosophie in Niedersachsen durch die Wissenschaftliche Kommission (WKN) ausdrücklich sehr positiv als originäre Positionierung hervorgehoben, zeige es doch „geradezu vorbildlich, wie die Philosophie sich produktiv in überfachliche Zusammenhänge einbringen kann, ohne ihre fachliche Identität zu verlieren.“ Die Professur „Praktische Philosophie“ soll die spezifische Positionierung der Philosophie an der Leuphana weiter konsolidieren. Verankert in der kritischen Tradition der kontinentalen Philosophie und bereichert durch die kulturtheoretischen Fragen der Lüneburger Kulturwissenschaften, steht diese Professur an den Schnittpunkten und in den wesentlichen Handlungsfeldern der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Die Professur „Praktische Philosophie“ stärkt das Selbstverständnis der Leuphana Universität Lüneburg als Universität für Zivilgesellschaft. Wird Zivilgesellschaft als Gradmesser für die Demokratiefähigkeit einer Gesellschaft und die Handlungsmöglichkeiten ihrer Akteure verstanden, sieht sich die praktische Philosophie mit ihren klassischen Fragen nach Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit, Kritik und Kampf um Geltungsansprüche, Normen und Werte und ihren Aufgaben, die herrschende Moral kritisch zu untersuchen und Grundsätze des guten und gerechten Handelns aufzustellen, vor zahlreiche Aufgaben gestellt. Denn geht es um Fragen des Zusammenlebens und seine Bedingungen, sieht sich die Zivilgesellschaft gerade durch ethische und politische Transformationsprozesse und Krisen herausgefordert und sehen sich Grundwerte des Zusammenlebens durch Digitalisierung und social media, durch das Aufkommen eines autoritären Populismus, die Zunahme an Haßreden und Fake News bei einem gleichzeitigen Streit um Rede- und Meinungsfreiheit, durch Diskriminierung resp. Ausgrenzung, Identitätspolitiken, aber auch durch Klimawandel und ökonomisches Ungleichgewicht in Frage gestellt. Hinzu kommt das Problem der Bedrohung von Privatheit und neue Formen von Überwachung aus ökonomischen und politischen Interessen, die im Zuge der umfassenden Digitalisierung möglich geworden sind. Gleichermaßen fordern die Tatsachen globalisierter Kulturen, post-humanistische Diskussionen, Intersektionalität, ethische Fragen nach Lebenskünsten und der Sorge um sich und die Anderen sowie Migrationsstudien dazu auf, normierende Vorstellungen des Lebens zu kritisieren. Gerade die reiche Tradition der praktischen Philosophie, und ihre Ausdifferenzierung in u.a. Moralphilosophie, philosophische Ethik und politische Philosophie sowie Sozialphilosophie - als Ort der kontroversen Diskutierbarkeit philosophischer Positionen -, bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um diese Problemlagen zu bearbeiten.

Neuere Tendenzen der praktischen Philosophie zielen beispielsweise auf eine Umdefinition der „Natur des Menschen“ im Sinne einer Kritik der philosophischen Anthropologien, wie sie von post-humanistischen Philosophien formuliert worden sind. Sie betreffen aber auch die Kritik an Grundbegriffen europäischer Aufklärung, wie sie von Postcolonial Studies vorgetragen werden. Weiterhin fordern sie auf, die Frage nach dem guten Leben in zeitgenössischen biopolitischen Konstellationen, globalisierten Kulturen und Migrationsgesellschaften neu zu stellen und zu rekonzeptionalisieren.

Die praktische Philosophie hat gezeigt, dass das Individuum immer in ein Gesamtgefüge aus politischen, ökonomischen und ökologischen Konstellationen verwickelt ist, an denen sich Grundfragen des Zusammenlebens in heutigen Gesellschaften ausrichten. Praktische Philosophie wäre in diesem Sinne vornehmlich als eine Ethik des Gemeinsamen zu denken, die am Kreuzungspunkt vieler zentraler zeitgenössischer Problemlagen angesiedelt ist. Gewaltige Felder wie Digitälität und Anthropozän bzw. Klimawandel und Biopolitik greifen hier gleicherweise ineinander. Von der Ökonomie über Daten, Information resp. technologische Transformation und Recht bis hin zu Geschlechterdifferenz und Kolonialität bzw. Dekolonialität – überall stellt sich die Problematik des Gemeinsamen. Von hier aus lässt sich eine Ethik des Gemeinsamen historisch platzieren, durcharbeiten und systematisch entwickeln. Andererseits sind auch Lösungen für die Vielfalt an Konflikten, inklusive Wertkonflikten und Unvereinbarkeit von Zielen zu finden, worunter die philosophische Ethik im Rahmen von Konflikt- und Friedensforschung und entsprechenden Vorschlägen zu Moderation und Interessenausgleich auf argumentativer Basis Wesentliches beitragen kann und beigetragen hat. Eine dergestalt problemorientiert konzeptualisierte praktische Philosophie markiert die Grundrichtung einer äußerst originären Profilierung, die in aller Breite nur in einem größeren kritisch-kulturwissenschaftlichen Kontext wie dem der Leuphana möglich erscheint und auch hier ihre nachhaltige transdisziplinäre Wirksamkeit entfallen kann.

Eine praktische Philosophie, die in einen solchen Fragehorizont eingebettet ist, berücksichtigt die historische Tradition der praktischen Philosophie. Sie entspricht gleichermaßen dem kritischen Selbstverständnis der Lüneburger Kulturwissenschaften. Nicht zuletzt haben die in den Kulturwissenschaften angesiedelten „studies“, („cultural studies“, „digital studies“, „postcolonial studies“, „critical race studies“, „gender studies“ oder Intersektionalitätsforschung) dazu beigetragen, die praktische Philosophie mit ihren Fragen nach instituierenden Praxen der Gleichfreiheit, ethischer Subjektivität und Gerechtigkeit weiter zu entwickeln. Beispielhaft könnte dafür die Weise stehen, wie Grundfragen von Gerechtigkeit, wie in Sozialvertragstheorien des 19. Jahrhunderts ausgearbeitet worden waren, in jüngerer Zeit von multiperspektivischen Gerechtigkeitstheorien reformuliert wurden, etwa im Hinblick auf Anerkennung und Umverteilung.

Die Professur soll auf diese Weise zivilgesellschaftliche Handlungsformen analysieren und begrifflich fassen können und besitzt damit eine philosophische Fundierungs- und Reflexionsfunktion für Anwendungsfragen im Bereich der Digitalisierung, Umwelt resp. Nachhaltigkeit, Geschlecht(erverhältnisse), Sexualität, Rasse, Klasse, Ethnie, Religion und Alter (Auflistung ohne intendierte Hierarchie) sowie Fragen der Subjektkonstitution in gesellschaftlichen Macht-Zusammenhängen.

Durch Analysen von Klassikern des modernen und zeitgenössischen Denkens sowie ihrer historischen Genealogie soll der Inhaber oder die Inhaberin des Lehrstuhls in der Lage sein, die Geschichte, die Möglichkeiten und Grenzen der praktischen Philosophie im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Transformationsprozesse zu untersuchen. Gerade eine kulturwissenschaftlich ausgerichtete praktische Philosophie mit einem Schwerpunkt in kontinentaler Philosophie kann diesen gesellschaftstheoretischen Herausforderungen mit begrifflicher Schärfung, analytischer Diagnostik und historischer Situierung begegnen.

Die Arbeitsbereiche der Professur für Praktische Philosophie sind Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit und das Gemeinsame, wie sie von der philosophischen Ethik und Moralphilosophie sowie der gesamten historischen Tradition der praktischen Philosophie einschließlich der politischen Philosophie, Sozialphilosophie, Rechtsphilosophie, politische Ökonomie und Gesellschaftstheorie konturiert werden. Diese Arbeitsbereiche sollen so ausgerichtet sein, dass sie an kulturwissenschaftliche Fragen anschlussfähig sind und gleichzeitig in andere Fakultäten (Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Bildung) ausstrahlen kann.

Die Professur Praktische Philosophie leistet damit einen genuinen kulturwissenschaftlichen Beitrag zur weiteren übergreifenden Konstellierung der Ethikprofessuren der anderen Fakultäten (Business Administration, in particular Business Ethics, Nachhaltigkeitsethik, Ethik und systematische Theologie), indem sie die Grundfragen der praktischen Philosophie “Was sollen wir tun?” im Hinblick auf Herausforderungen der Zivilgesellschaft und des Zusammenlebens kritisch reflektiert und weiter entwickelt.