Lehrprofil

Das Profil der Leuphana ist durch ihr im deutschen Raum einzigartiges Studienmodell und das auf eine umfassende Bildungsidee gründende Leitbild einer humanistischen, nachhaltigen und handlungsorientierten Universität für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts gekennzeichnet. Damit verfügt sie bereits über einen wesentlichen Grundstein für die vom Wissenschaftsrat 2017 erneut geforderten „Lehrverfassungen und Lehrprofile“. Diese sollen einer grundsätzlichen „Klärung des Selbstverständnisses als Lehrinstitution, der fächerübergreifenden didaktischen Leitlinien und gegebenenfalls grundlegender Qualifizierungsziele“ dienen.

Darüber hinaus hat sich die Leuphana mit den in der Universitätsentwicklungsplanung abgestimmten Zielen auf den Weg gemacht, ihr fachliches wie didaktisches Lehrprofil inhaltlich weiterzuentwickeln mit Blick auf: die Interaktion in Form von dialogischen, interaktiven Lehr-, Lern- und Austauschformaten, in Form von digitalen Lehr- und Lernformaten, zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen,  zwischen Theorie und Praxis und zwischen unterschiedlichen Fächern. Daraus leiten sich die folgenden fünf Interaktionsfelder ab, die – ergänzt durch weitere, übergreifende Handlungsfelder wie z.B. das (kompetenzorientierte) Prüfen und forschendes Lehren und Lernen – im Fokus der hochschuldidaktischen und curricularen Lehrentwicklung an der Leuphana stehen und zugleich deren Rahmen bilden:

Teilhabe, Reflexion und geteilte Verantwortung sind wesentliche Elemente der Lehr- und Lernkultur der Leuphana. Diese Kultur und die Möglichkeiten der Leuphana als Präsenzuniversität eröffnen Räume für Begegnung und Dialog. Dialog – nicht nur verstanden als Form der Kommunikation, sondern als Haltung – dient damit als Ausgangspunkt für gemeinsame Entwicklung und geteiltes Bewusstsein. Lehrende und Studierende übernehmen mit der Gestaltung dieser Interaktionen gemeinsam Verantwortung für das Gelingen des Lehrens und Lernens. Mit der Dialogorientierung als Interaktionsfeld der Lehrentwicklung sollen Chancen aufgezeigt und Impulse gegeben werden, diese Entwicklung anzustoßen und dieses Bewusstsein zu wecken.

Mehr über das Lehrprofil "Dialogorientierte Lehre"

Die Leuphana verfolgt ein komplexes und breites Verständnis digitaler Lehre, das über ein klassisches Verständnis von E-Learning hinausgeht. Digitale Lehre umfasst sowohl Lernarrangements z.B. die Bereitstellung von Lernarchitektur und -umgebung, Lernmaterialien und Lernaktivitäten als auch darüber hinausgehende Prozesse der Planung, Durchführung und Evaluation von Lehre und Lernen, die Produktion und Distribution multimedialer Inhalte sowie die Unterstützung und Ermöglichung von Kommunikation, Kooperation und Kollaboration.

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Diversität als Lernchance begünstigt Erkenntnis- und Kompetenzzuwachs, sie stärkt die Persönlichkeitsbildung, der sich die Leuphana als humanistische Universität in ihrem Leitbild verschrieben hat, und kann durch Ausbildung von Diversitykompetenz die Fähigkeit zur Lösung gesellschaftlicher Problemlagen und Bereitschaft zur Übernahme sozialer Verantwortung in einer pluralen Gesellschaft befördern, welche die Leuphana als nachhaltige und handlungsorientierte Universität anstrebt.
In der Lehrentwicklung wird einem breiten Verständnis von Diversität gefolgt. Berücksichtigt werden sowohl die personelle Vielfalt als auch Unterschiede in den Zugängen und Voraussetzungen von Studium und Lehre. Diversität hat viele Facetten und zeigt sich in unterschiedlichen Formen, sie erfasst Unterschiede ebenso wie Gemeinsamkeiten.

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In der Gestaltung der Lehre bedarf es besonderer Lernformen, die die Interaktion zwischen Theorie und wissenschaftlicher sowie gesellschaftlicher Praxis fördern. Erfahrungsorientierung als ein profilbildender Schwerpunkt der Lehre an der Leuphana bedeutet dabei jedoch mehr als die Sammlung berufspraktischer Erfahrungen. Vielmehr rücken Studierende über die Reflexion ihrer individuellen Erfahrungen und persönlichen Entwicklungen ins Zentrum des eigenen Lern- und Transferprozesses. Da Lernprozesse nicht nur in klassischen Lehreranstaltungen stattfinden, sondern auch in vielen Aspekten des Campuslebens, bietet die erfahrungsorientierte Lehre einen Rahmen, in dem die Lehre zusammen mit den extracurricularen Angeboten der Leuphana – von der Studienberatung bis dem Career-Service und Alumni-Netzwerken – zusammengedacht werden kann.

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Interdisziplinarität und Transdisziplinarität sind exponierte Begriffe nicht nur der Forschung, sondern auch der Lehre und des Wissenschaftsmanagements an der  Leuphana Universität Lüneburg.  Mit ihrem spezifischen Studienmodell – fachübergreifende Studienangebote in den Schools – und der jüngeren Positionierung als Universität der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts liegen Inter- und Transdisziplinarität im Fokus der universitären Strategie. Dahinter steckt die Überzeugung, dass die gewachsenen wissenschaftlichen Fächer (Disziplinen) einer fachübergreifenden Ergänzung bedürfen, um der Komplexität von wissenschaftlichen Themen bzw. gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden.

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