Forschung & Projekte

Ulrike Steierwald

DER THESAURUS LITERARISCHER SPRACHFIGUREN UND BILDBEGRIFFE

Alle Informationen zum Kolloquium das HERZ thesaurieren, Januar 2018 erhalten Sie hier und unter www.sprachbildfahrzeuge.de.

 ILLNESS AS TEXT – AESTHETICAL DENIAL OF DIAGNOSIS

The coincidence of the discourse of medicine and aesthetics has been a specific interplay since the enlightenment which is characterized by diagnostics, observation and determination.  Psychological diagnostics and classification are unthinkable without social agreement and fixation of pathological indicators. The specific criteria for the classification of illness depend on the thinking of origin, sexuality, inheritance and evolution which determine the physiological and psychological standards and disorders particularly represented in the aesthetics of body and soul. These iconic and linguistic representations of disorder are strikingly relevant in contemporary literature as well as in the arts. Based on Illness as metaphor by Susan Sontag I try to figure out an alternative reading of illness as text.  It’s about the materiality of the human body and the stories it tells.  My project outlines the contradictions encountered when literally configurations of bodies elude the determinations of diagnosis and interpretation. (Ulrike Steierwald)

EUROPE – HEIMAT AS GROTESQUE

My research focuses on literary, cinematic and theatrical perspectives on experiences of a European sense of home as a grotesque figure. It describes the tension between the place-based identity and the Grotto experience of foreignness in the literal sense of the term. The literary form of the grotesque was described in the 20th century classics by Wolfgang Kayser and Michail Bachtin, which had a significant influence on later studies. These works have in large part overshadowed the specific understanding of space as a heuristic device in the aesthetics of the grotesque – an approach uncovered by Renaissance conceptions of foreignness. The project analyses artistic examples that focus on confrontations between culture-based identity and the European identity. In these, the reflex of identifying with a specific space is taken to the extreme of grotesque border-crossings. (Ulrike Steierwald)

SUBJEKTKONSTRUKTIONEN IM SPANNUNGSFELD VON ZEITGENÖSSISCHER ÄSTHETIK UND BILDUNGSDISKURS

Bildung als Institution ist seit dem 19. Jahrhundert eines der gesellschaftlich wirkungsmächtigsten Sys­teme. Fasst man Literatur weit, als selbstreferentielle Texte einer grundsätzlich sprachlich-symbolischen Verfasstheit von Kultur, drängt sich die Frage auf, inwieweit diese Texte als funktionali­sierte Bildungsfaktoren ihr Selbstverständnis verlieren müssen. Die Geistes- und Kulturwissenschaften sind daher aus nachvollziehbaren, meist aber unausgesprochenen Gründen um eine Distanzierung und Abgrenzung gegenüber pädagogischen oder didaktischen Disziplinen bemüht. Dagegen versucht mein Projekt, die ungeklärte Spannung zwischen Ästhetik und Bildung als offene Frage virulent zu halten. (Ulrike Steierwald)

SCHULE ALS THEATRALER RAUM

Teilprojekt des durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Pilotprojektes Diskurs und Präsenz. Forschen, Lehren, Lernen in Fachdidaktik und Bildungswissenschaften, 06.2012 – 12.2012Ausgangspunkt meiner Studie war, den Klassenraum als offenen Austragungs- und Verhandlungsraum von Individualität zu beobachten. Sie konzentrierte sich auf eine Bedarfsevaluation für weiterführende Projekte, da für diesen kulturtheoretischen Ansatz grundlegende Dokumentations- und Beschreibungsinstrumente sowie deren Standards fehlen. Im Rahmen der explorativen Vorstudie wurden eigens aufgezeichnete Unterrichtseinheiten unter den Aspekten der Inszenierung, Performativität und Diskursivität des Unterrichts ausgewertet. Ziel war die Entwicklung von Kriterien und Parametern für die Erfassung der in den Unterrichtsszenen zu beobachtenden Bewegungen der Körper im Raum in Korrelation zu narrativen und szenischen Sequenzen des Unterrichts. (Ulrike Steierwald)

VIRTUELLE KONTEXTUALISIERUNG VON KORRESPONDENZENDAS MODELL EINER ONLINE-DATENBANK FÜR DIE BRIEFE VON UND AN FRANK WEDEKIND

Die Gattung Brief gehört historisch zu den zentralen privat-öffentlichen Kommunikationsformen, die sich in ihrer genuinen Intertextualität und in der Unendlichkeit der Verweisungsstrukturen noch evidenter als andere schriftliche Zeugnisse der Zusammenfügung im Corpus, einer mit dem Werk-Begriff verbundenen Einheit, entziehen. In der  Editions- und Forschungsstelle Frank Wedekind, Hochschule Darmstadt, wurde ein Datenmodell für die Online-Ausgabe der Briefe von und an Frank Wedekind (etwa 3.300 Briefe, davon 2.500 unveröffentlicht) entwickelt, das den spezifischen Anforderungen von Briefeditionen Rechnung tragen soll. (bis 2012, Ulrike Steierwald)