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Grundschulen in Bewegung mit Leuphana-Projekt „SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule“

13.08.2026 Der neue Ganztagsanspruch eröffnet die Chance, Bewegung und Sport stärker im Schulalltag zu verankern – besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien können davon profitieren. Gemeinsam mit Praxispartnern erforscht und entwickelt die Leuphana Universität Lüneburg Konzepte, wie das erfolgreich gelingen kann.

Netzwerktreffen von SPORT VERNETZT ©FLORIAN ULLBRICH
Netzwerktreffen von "SPORT VERNETZT Ganztagsschule" in Hannover im Mai 2026 an der Fridtjof-Nansen-Schule

Heute klingelt in Niedersachsen wieder die Schulglocke. Für viele Grundschulkinder endet der Schultag ab diesem Schuljahr erstmals nicht mehr mittags, sondern erst am Nachmittag – Grund dafür ist der neue Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Förderung (GaFöG). Für Jessica Süßenbach, Professorin für Sportpädagogik und Sportwissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg, bietet sich damit ein besonderes Gestaltungsfenster für bessere Bildungs-, Gesundheits- und Teilhabechancen. In dem jüngst mit dem Leuphana Transfer & Impact Award ausgezeichneten Projekt „SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule“ begleitet sie mit dem Projektteam bereits seit 2024 gemeinsam mit dem Praxispartner ALBA BERLIN bundesweit elf Grundschulen, um mehr qualitativ hochwertige Bewegungsangebote in den Ganztag zu integrieren. „Bewegung darf kein Nice-to-have sein. Gerade weil sich Kinder in Deutschland immer weniger bewegen und vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien seltener Zugang zu außerschulischen Sportangeboten haben, sollten Grundschulen die Chance ergreifen und Bewegung, Sport und Spiel in ihr Ganztagskonzept integrieren“, so Jessica Süßenbach. 

Was guten Ganztag fördert

Beim Projekt geht es nicht um eine weitere Sport-AG, sondern darum, Bewegung als festen Bestandteil des Schultags zu verankern. Wie das gelingen kann, zeigt das im Projekt entwickelte „Bewegungsband“: Das Planungstool unterstützt Schulen dabei, Sport- und Bewegungsmöglichkeiten über den gesamten Tag zu erkennen – vom bewegten Schulweg und sportlichen Morgenritualen über aktive Pausenformate und Spielstationen bis hin zu Kooperationen mit Sportvereinen. 

Die Forschung zeigt zudem: Ein bewegungsorientierter Ganztag gelingt dort besonders gut, wo Schulen, Sportvereine und weitere regionale Bildungsakteure eng zusammenarbeiten und das pädagogische Personal entsprechend qualifiziert wird. Entscheidend ist dabei eine verlässliche Koordination: „Wenn der neue Ganztag Qualität bieten und Chancen eröffnen soll, entstehen damit auch neue Aufgabenfelder wie eine hauptamtliche Ganztagskoordination für Bewegung, Spiel und Sport“, sagt Stefan Schröder von der Leuphana und wissenschaftlicher Projektmitarbeiter von SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule. 

Über SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule

Im Projekt entwickeln Grundschulen gemeinsam mit regionalen Akteuren eine sozialraumorientierte Sport- und Bewegungsidee für die Ganztagsschule, bei der Sportunterricht, Ganztagsbetreuung und (außerschulische) Angebote ineinandergreifen. Übergeordnetes Ziel ist es, Bildungschancen zu verbessern, Wohlbefinden zu stärken und Teilhabe zu ermöglichen. Das Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch die Leuphana Universität Lüneburg sowie die praktische Umsetzung durch ALBA BERLIN schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die entwickelten Konzepte auf weitere Standorte übertragen werden können. Durch Workshops, individuelle Begleitung und eine systematische Evaluation des Schulentwicklungsprozesses werden die Schulen mit ihrer jeweiligen Ausgangslage darin unterstützt, Bewegungs-, Spiel- und Sportaktivitäten im Ganztag neu zu denken und praxisnah umzusetzen. Das Konzept soll bundesweit als Lösungsansatz dienen, um die Potenziale von Bewegung, Spiel und Sport im schulischen Kontext besser zu nutzen und die Teilhabe von Kindern zu fördern.

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