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Internationaler Open-Access Kurs „Organizing in Times of Crisis: The Case of Covid-19”

04.05.2020 Hannah Trittin-Ulbrich bietet den Open-Access Kurs „Organizing in Times of Crisis: The Case of Covid-19” an. Der Kurs entstand durch die Zusammenarbeit zwischen mehreren österreichischen und deutschen Universitäten. Auch Thomas Gegenhuber trägt zum Kurs bei. „Ziel ist die Vermittlung von Wissen über zahlreiche Aspekte des Krisenmanagements und der Krisenbewältigung aus verschiedenen betriebs- und organisationswirtschaftlichen Perspektiven“, erklärt Trittin-Ulbrich.

Die Coronavirus-Situation hat offensichtlich einen großen Einfluss darauf, wie sich Unternehmen und die Gesellschaft im Allgemeinen gerade organisieren. So werden neue Formen des Organisierens ins Leben gerufen, um dringende soziale Probleme zu adressieren. Soziale Medien sind für Unternehmen normalerweise ein Kommunikationskanal für die Produktbewerbung. In der Pandemie nutzen Firmen diese Medien jedoch spontan, um wichtige Informationen zu allgemeinen Schutzmaßnahmen einer großen Anzahl an Personen zur Verfügung zu stellen und so ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Aber auch problematische Entwicklungen sind zu beobachten: Organisationen können gesellschaftliche Probleme in diesen turbulenten Zeiten auch vertiefen. So werden durch die ungleiche Ausgestaltung von Arbeitsplätzen mit Arbeitsschutzmaßnahmen (etwa Home-Office Optionen, Schutzbekleidung), soziale Ungleichheiten verstärkt.

Lehrende aus verschiedenen Disziplinen bündeln in diesem einzigartigen Kurs ihre Expertisen im Hinblick auf die gegenwärtige außergewöhnliche Krisensituation und deren Implikationen für Organisationen. Das Themenspektrum des Kurses reicht von Entscheidungsprozessen, Krisenkommunikation und Entrepreneurship, bis hin zu staatlicher Bürokratie und Fragen der Ungleichheit in Zeiten der Krise. Trittin-Ulbrich sagt dazu: „Das Ziel des Kurses ist es, sowohl für Studierende als auch für die breite Öffentlichkeit und Entscheidungsträger*innen einen aktuellen Überblick über die Forschung zu Krisenmanagement- und bewältigungsstrategien zu geben“. Gegenhuber ergänzt: „Gerade in Zeiten der Krise war es mir wichtig, Wissen über neue und alternative Formen des Organisierens zu vermitteln. Der #wirvsvirus Hackathon unter der Schirmherrschaft der deutschen Bundesregierung ist ein gutes Beispiel dafür“.

Die englischsprachigen Kurs-Materialien sind auf einer einfach aufgebauten Landingpage für alle Interessierten und Studierenden abrufbar: Vorlesungsvideos, Foliensätze, Aufgabenstellungen und ein Standard-Syllabus. In einem Blog wird auf weitere Aspekte hingewiesen oder es werden andere Zugänge zur Thematik von internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern empfohlen. Die Studierenden und andere Interessierte können selbst entscheiden, wann sie sich mit den immer verfügbaren Materialien auseinandersetzen. „Wir sind gespannt, wie dieses innovative Konzept angenommen wird“, sagt Trittin-Ulbrich.

Mehr Infos

Hannah Trittin-Ulbrich ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsethik am Institut für Management und Organisation (IMO). Ihre Forschung wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt erhielt sie das Schöller Fellowship 2020 des Dr. Theo und Friedl Schöller Forschungszentrums für Wirtschaft und Gesellschaft.

Thomas Gegenhuber ist Professor für BWL, insbesondere digitale Transformation. Im April 2019 wurde Thomas Gegenhuber als Sachverständiger für den dritten Gleichstellungsbericht der deutschen Bundesregierung berufen, welcher einen Schwerpunkt auf das Thema Digitalisierung legt.