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Studierende im Porträt: Mira Pape – Treffer für Sport und Natur

14.05.2020 Die Studentin der Nachhaltigkeitswissenschaft ist leidenschaftliche Sportlerin. Für ihren Einsatz im Umweltschutz und die sehr guten Leistungen im Studium wird sie mit dem Deutschlandstipendium gefördert.

Wenn Mira Pape zum Sport geht, sieht sie nicht nur Tore, Bälle und ihr Team: Werden Tiere durch das Training gestört? Gibt es auf dem Vereinsgelände eine Pfandtonne? Ist der Rasen künstlich oder natürlich? Mira Pape interessiert der Nutzungskonflikt zwischen Sportler*innen und Natur. Nach der Schule absolvierte sie ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Landessportbund Niedersachsen: „Nachhaltigkeit war schon zu Schulzeiten ein wichtiges Thema für mich.“ Eigentlich wollte sie Sport studieren, doch die Arbeit während des ökologischen Jahres brachte sie zum Bachelor Umweltwissenschaften.

Vor vier Jahren begann sie ihr Studium an der Leuphana, mittlerweile studiert sie im Master Nachhaltigkeitswissenschaften. „Eines der Leitbilder der Universität ist die Handlungsorientierung. Das hat mich überzeugt. Mit dem Studium kann ich die Themen Sport und Nachhaltigkeit verbinden“, erklärt die 23-Jährige. In einem Kurs zu Geoinformationssystemen hat sie beispielsweise Sportstätten in sozialschwachen Stadtteilen kartiert. Waren die öffentlichen Bolzplätze für Kinder überhaupt noch zu erreichen? Nachhaltigkeit steht für Mira Pape nicht nur für Umweltschutz, sondern auch für gesellschaftliches Engagement. Die Stipendiatin ist sowohl im Vorstand der Sportjugend Lüneburg als auch der Sportjugend Niedersachsen. Gemeinsam werden beispielsweise Sportangebote für benachteiligte Kinder entwickelt. Aber Mira Pape zeigt lokalen Sportvereinen auch, wie sie etwa beim Land einen Förderantrag stellen, um eine ungenutzte Grünfläche in eine Streuobstwiese zu verwandeln. Politisch engagiert sie sich bei den Grünen und diskutiert mit Sportvereinen beispielsweise die Vor- und Nachteile von Kunstrasen. Bei seiner Nutzung wird zwar einerseits Mikroplastik in die Umwelt eingetragen, dafür muss aber nicht bewässert werden.
 
Mit 16 Jahren machte die Niedersächsin ihren Übungsleiter*innenschein für Fitness und Tanz, unterrichte Kinder und kam später über ihren Ehemann zum Touch-Rugby. Anders als der Name vermuten lässt, ist die Sportart kontaktärmer als das bekanntere Rugby und wird in gemischten Mannschaften gespielt. Mira Pape ist Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. In Zeiten der Corona-Pandemie sind viele ihrer Aktivitäten nicht möglich. Dennoch blickt die Stipendiatin optimistisch in die Zukunft. Mira Pape ist Nachhaltigkeitsbeauftragte des Hochschulsports. Dort koordiniert sie die Nachhaltigkeitmaßnahmen und hat sich beispielsweise dafür eingesetzt, dass der Hochschulsport als Einsatzstelle für das Freiwillige Ökologische Jahr im Sport anerkannt wurde. Jetzt steht ein neues Projekt an: Cardio-Geräte sollen ihre Benutzer*innen nicht nur fitter machen, sondern auch zur Stromerzeugung genutzt werden. „Durch die körperliche Anstrengung können die Menschen erleben, welchen Wert unsere Ressourcen haben“, erklärt sie. Nach der Corona-Pandemie möchte sie mit diesem Projekt über die Grenzen der Universität hinausgehen und es an größere Sportvereine und -verbände weitergeben.
 
Für ein Jahr lang wird sie dank des Deutschlandstipendiums nun regelmäßig mit 300 Euro im Monat gefördert. Die eine Hälfte des Geldes kommt vom einem privaten Mentor, die andere Hälfte übernimmt der Bund. „Ich bin meinem Förderer sehr dankbar, dass er den akademischen Nachwuchs so unterstützt“, sagt Mira Pape. Das Deutschlandstipendium wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung koordiniert. Das Geld steckt Mira Pape in ihre Fortbildung. Gerade in Corona-Zeiten hat sie Zeit für Online-Kurse zu Persönlichkeitsentwicklung. Außerdem möchte die Studentin in nachhaltiges Sport-Equipment investieren. Daneben arbeitet sie weiter an ihrer Webseite und teilt ihre aktuellen Aktivitäten: „Damit möchte ich andere gern motivieren und mein Netzwerk ausbauen“, sagt Mira Pape. Wenn sie ihren Master in der Tasche hat, will sie fortführen, womit sie im Studium begonnen hat: „Ich kann mir vorstellen in einem großen Sportunternehmen zu arbeiten, beim Landessportbund oder auch selbstständig als Beraterin tätig zu sein.“

Master-Studentin Mira Pape beim Touch Rugby. ©Leuphana
Master-Studentin Mira Pape beim Touch Rugby.

Weitere Informationen

Deutschlandstipendium

Mit dem Deutschlandstipendium fördert die Leuphana Universität Lüneburg ausgewählte Studierende mit besonders guten Leistungen, die durch nachhaltiges soziales Engagement aufgefallen sind oder besondere Hürden in ihrer Bildungsbiographie überwinden mussten. Das Deutschlandstipendium ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten für mindestens zwei Semester eine monatliche finanzielle Unterstützung von 300 Euro. Für das Wintersemester 2020/21 bewerben können sich Studierende aller Schools vom 15.-30. Juni 2020. Die aktuelle Ausschreibung und FAQs zur Bewerbung finden Studierende bereits jetzt auf www.leuphana.de/deutschlandstipendium

Fördererinformation

Die E.W. Kuhlmann-Stiftung fördert seit Wintersemester 2019/20 zwei Studentinnen mit dem Deutschlandstipendium an der Leuphana. Edith und Edmund Kuhlmann haben die Stiftung 1997 in Hamburg gegründet. Die Stiftung leistet Hilfe zur Selbsthilfe, indem sie Menschen bei ihrer Ausbildung zum baldigen Einstieg ins Berufsleben finanziell unterstützt. Seit vielen Jahren liegen die Schwerpunkte der Stiftung daher in der „Studien-Abschluss-Hilfe“ (www.studien-abschluss-hilfe.de) und im „Rollenden Stipendium“ (www.rollendes-stipendium.de). Außerdem fördert sie an mehreren Universitäten „Freitische“, Deutschlandstipendien und Unterstützungsfonds, die Krebsforschung, mildtätige Vereine sowie hilfsbedürftige Einzelpersonen. Für das Handeln der Stifter gilt der Grundsatz: Wir tun Gutes, damit es Freude bringt.