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Wissenschaftler*innen im Porträt: Sarah Stanske — „Langeweile als Motor für Innovation und Wandel“

22.07.2020 Die Wirtschaftswissenschaftlerin erforscht qualitativ Wandel, Innovation und deren Motoren in Organisationen. Im Juni und Juli 2020 vertrat sie die Leuphana bei der Lindauer Nobelpreisträgertagung.

Bei der Lindauer Nobelpreisträgertagung treffen jedes Jahr unterschiedliche Fachrichtungen zusammen, dieses Jahr die Wirtschaftswissenschaften. Ehemalige Nobelpreisträger*innen tauschen sich dort mit internationalen Nachwuchswissenschaftler*innen zu aktueller Forschung aus. Durch die Corona-Pandemie bedingt haben die Veranstaltungen dieses Jahr in Online-Formaten stattgefunden. So entwickelten die Forschenden bei einem Hackathon im Juni gemeinsam Lösungsansätze für globale Probleme und Fragestellungen. Im Juli konnten Nachwuchswissenschaftler*innen ihre Forschungsprojekte vorstellen und online mit den Nobelpreisträger*innen in Dialog und Diskussion treten. Insgesamt beschreibt Stanske die Veranstaltung als „eine tolle Erfahrung, die sich nicht nur toll im Lebenslauf macht, sondern auch unglaublich inspirierend war.“ Besonders nachdenklich hat sie die Erfahrung von einigen Nobelpreisträger*innen gemacht, dass es nicht einmal diesen hochdotierten Wissenschaftler*innen gelingt, bestimmte Personengruppen mit wissenschaftlichen Fakten über Themen wie den Klimawandel aufzuklären. „Da haben wir als Wissenschaftler*innen also noch viel Arbeit vor uns und müssen lernen wie wir unsere Ergebnisse am besten kommunizieren“, fasst Stanske zusammen. 

Sarah Stanske bewarb sich mit ihren Forschungsergebnissen zur Produktivität von Langeweile. Während ihrer Promotion an der Viadrina-Universität in Frankfurt a. d. Oder hat Stanske sechs Monate lang in einer Firma zu deren organisationalen Wandel geforscht. Diese wollte sich trotz stetigem wirtschaftlichem Erfolg grundlegend wandeln. Stanske forschte nach dem Grund: „Ich fand heraus, dass die zwei Gründer gelangweilt von den bisherigen, gleichbleibenden Aktivitäten der Firma waren. Das hat einen Suchprozess initiiert, der anschließend zum Wandel geführt hat. Langeweile kann also sehr produktiv sein und als Antriebsmotor für Innovation dienen.“

Seit Januar 2020 ist Sarah Stanske am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisation als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Dort sind ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte Leadership, Change Management und Innovation. Stanske ist zudem beteiligt am Projekt RegInnB (Regionale Entwicklung und Innovation beschleunigen: Ein co-kreativer Ansatz), das untersucht wie Beschleunigung in regionalen Acceleratoren zur Weiterentwicklung von Region und Innovation betrieben wird. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Wenzel und Prof. Dr. Boukje Cnossen wird vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung und dem Land Niedersachsen gefördert. 

Sarah Stanske ©Matthias Stark
Sarah Stanske