Inklusion

AKTUELLES: Aktiv im Netzwerk Inklusion


Das ZZL-Netzwerk engagiert sich im bundesweiten „Netzwerk Inklusion“, das sich aus mehreren Projekten der Qualitätsoffensive Lehrerbildung zusammengeschlossen hat. Das gemeinsame Anliegen des Netzwerks Inklusion ist der strukturierte Austausch zu den Themen Inklusion und Heterogenität. Dabei werden in den Zusammenkünften konkreten Arbeitsergebnisse der Projekte diskutiert. Auch gemeinsam Forschungsaktivitäten zum Themenfeld Inklusion und Heterogenität sind geplant. Zukünftig sollen die so entstehenden Kooperationen in Arbeitsgruppen konzentriert werden.

Weitere Informationen zum Netzwerk Inklusion finden Sie in der Zwischenbilanz der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (November 2018) auf den Seiten 53-56.

 

Ziele

Mit der Umstellung auf ein inklusives Bildungssystem (§4 NSchG 2016) verändern sich auch die Anforderungen an den Lehrkräfteberuf. Universitäten müssen sich dieser Herausforderung stellen und angehende Lehrkräfte auf einen inklusiven Unterricht vorbereiten. Im Handlungsfeld „Heterogenität und Inklusion“ werden dafür Studienangebote geschaffen, die der Sensibilisierung und Qualifizierung von angehenden Lehrkräften dienen, um Einstellungen und Haltungen zur Diversität im Klassenzimmer positiv zu beeinflussen. Ziel des Handlungsfeldes ist es daher, sowohl allgemeinpädagogische als auch fachdidaktische Studienangebote zu den Themen Heterogenität und Inklusion zu entwickeln, zu erproben, wissenschaftlich zu begleiten und diese als Angebote dauerhaft an der Leuphana Universität Lüneburg zu implementieren.
 

Arbeitsbereiche

Das Handlungsfeld widmet sich der Unterstützung der Professionalisierung angehender und praktizierender Lehrkräfte für Inklusion sowie dem Umgang mit Heterogenität sowohl aus allgemeinpädagogischer als auch fachdidaktischer Perspektive. Unter Inklusion verstehen wir in diesem Kontext nicht nur das Zusammenlernen von Kindern mit und ohne Behinderung bzw. sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf; es geht vielmehr darum, die Merkmale der individuellen Bedingtheit des Menschen in jeglicher Hinsicht zu akzeptieren und als Chance zu verstehen. Zentral erscheint in diesem Zusammenhang eine Abkehr von segregativen Elementen und die Ermöglichung der Teilhabe aller Kinder am Regelunterricht, unabhängig vom Begabungspotential, von psychischen und physischen Beeinträchtigungen, von Geschlecht oder ethnischer und sozialer Herkunft.
 

Entwicklungsarbeit

Unsere Entwicklungsarbeit fokussiert Seminarkonzeptionen, die inklusive Schule nicht allein auf theoretischer Ebene erörtert, sondern den Studierenden die Möglichkeit geben, in gezielten Diskussions- und Reflexionsphasen eine eigene Haltung bezüglich Inklusion zu entwickeln. Unsere Praxispartner_innen tragen hierzu ihre Erfahrungen aus der Schulpraxis und Bildungsarbeit bei, um unterschiedliche Sichtweisen auf die Thematik für die Studierenden sichtbar und erfahrbar werden zu lassen. Die Praxispartner_innen sind an der Konzeption der Seminare innerhalb der Entwicklungsteams beteiligt und führen einzelne Seminarsitzungen durch, um die Reflexionsprozesse der Studierenden multiperspektivisch und erfahrungsorientiert zu unterstützen und zu schärfen.

Zudem entwickeln und nutzen wir videobasierte Lernbausteine, die sowohl in den Seminaren zum Einsatz kommen als auch für Hochschuldozierende über die Multiview-Lernplattform zugänglich gemacht werden. Die Lernbausteine bieten die Möglichkeit der praxisbezogenen Diskussion über die Komplexität realen inklusiven Unterrichts und die professionelle Tätigkeit von Lehrkräften in spezifischen Lehr-Lern-Situationen.

In Anlehnung an die Ideen des fallbasierten und situierten Lernens bieten wir mit den videobasierten Lernbausteinen eine Lerngelegenheit, in welcher theoretisch erarbeitete Konzepte durch gezielte Analyse- und Reflexionsphasen an einer authentischen Unterrichtssequenz vertieft werden.

Die strukturelle und dauerhafte Verankerung inklusionsspezifischer Inhalte im Lehramtsstudium der Leuphana Universität Lüneburg gestalten wir in Zusammenarbeit mit dem Studiendekanat und dem Lehrservice der Fakultät Bildung sowie einem durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) geförderten Projekt IBaLL (Inklusive fachdidaktische Basiskompetenzen in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung). Dazu entwickeln wir gemeinsam eine Strategie zur strukturellen Verstetigung der entwickelten Seminare bzw. inklusionsspezifischer Inhalte in der Lehramtsausbildung.

Weitere Informationen über das Projekt IBaLL finden Sie hier: 
IBaLL – Lehreinheiten Basiskompetenzen Inklusion in den Fachdidaktiken (1. Förderphase)   
IBaLL – Lehreinheiten Basiskompetenzen Inklusion in den Fachdidaktiken (2. Förderphase)    

Das bundesweite Netzwerk Inklusiver Englischunterricht hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2016 zum Ziel gesetzt, sowohl wissenschaftlich/empirisch wie auch unterrichtspraktisch Herangehensweisen und Konzepte für die Umsetzung von Inklusion in fremdsprachendidaktischen Settings zu schaffen.
 

Forschung

Die Forschung im Handlungsfeld untersucht über eine wissenschaftliche Evaluation die Wirkung der entwickelten Seminarkonzepte. In einem Mixed-Methods Design mit sowohl video- und textbasierten, qualitativen als auch quantitativen Elementen wird untersucht, inwiefern die neu implementierten Lerngelegenheiten zur Lehrkräfteprofessionalisierung beitragen. In einem Prä-/Posttest-Verfahren werden in den Lehrveranstaltungen Daten zur Einstellung zu Inklusion, Überzeugungen zu (fach-)didaktischen Themen, Selbstwirksamkeit sowie zur Reflexionskompetenzentwicklung und professionellen Wahrnehmung von Lehramtsstudierenden erhoben und ausgewertet. Primär soll analysiert werden, inwiefern die Qualität der Lehrkräfteausbildung durch diese Lerngelegenheiten in Hinblick auf die Vorbereitung für die Arbeit in heterogenen und inklusiven Settings verbessert wird.

Das Dissertationsvorhaben von Bianka Troll beschäftigt sich mit Möglichkeiten der Implementierung ebensolcher Angebote an der Hochschule und mit der Analyse von Bedingungen für das Gelingen inklusiven Unterrichts anhand multiperspektivischer Aufzeichnungen inklusiven Unterrichts. Damit leistet diese Forschungsarbeit einen Beitrag zur Lehrkräfteprofessionalisierung und zur Umsetzung inklusiven Unterrichts.

Das Dissertationsprojekt von Carolyn Blume befasst sich mit der Partizipation von Schüler_innen im Kontext einer digitalen Unterrichtskultur in Schule. Hier wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Einstellung und das Wissen von Lehrkräften über digitale Lernangebote die Teilhabe von Schüler_innen heterogene Settings unterstützt. Außerdem wird nach Wechselwirkungen zwischen digitalen Produkten und der Einstellung und dem diesbezüglichen Wissen von Lehrkräften gefragt.
 

Arbeitsmodus

Zusammen mit praktizierenden Fachlehrkräften und Sonderpädagog_innen, Ausbilder_innen, Wissenschaftler_innen, Studierenden, Referendar_innen sowie Vertreter_innen staatlicher und schulnaher Behörden werden in den Entwicklungsteams sowohl arbeitsteilig als auch kokonstruktiv Seminarziele und Seminarinhalte sowie deren Umsetzung erarbeitet. Im rekursiven Prozess entstanden zwei allgemeinpädagogische Seminare und ein fachdidaktisches Seminar im Bereich Englisch als Fremdsprache. Zusätzlich fungieren die Entwicklungsteammitglieder als Gastdozierende und fachliche Expert_innen in den Seminaren. Sie beraten Studierende bei der Erstellung von wissenschaftlichen Hausarbeiten und beteiligen sich an der Gestaltung von Lehrkräftefortbildungen (zum Beispiel im Rahmen der Tagung "Inklusiver Englischunterricht - Gemeinsam Lehren und Lernen (IEGLL)" und im Rahmen des Kooperationsprojekts "QualiTIES: Ein Blended Learning Modellvorhaben" in Zusammenarbeit mit der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur Landesinstitut für Schule NRW). Zudem entwickeln wir gemeinsam Zusatzmaterialien zur Unterstützung von Lehrkräften in der Unterrichtsvorbereitung und werten für kollaborative Publikationen Evaluationsergebnisse aus.