Centre for Digital Cultures

Der Digitale Wandel verändert die Kultur- und Kreativsektoren ebenso wie das Alltagsleben, die Politik, das Recht und die Wirtschaft. Medienformate, Produktions- und Distributionsprozesse und Wertschöpfungsregime werden neu konfiguriert. Ganze Industrien und gesellschaftliche Aufgaben wie das Publizieren oder die öffentlich-rechtlichen Medien müssen regelmäßig neu gedacht werden. Dabei entstehen neue Arten der Partizipation, der Organisation und des Bürgertums. Medien sind allgegenwärtig, beharrlich und durchdringend, und mediatisierte Sozialität produziert neue Formen des Verbindens, Beziehens, Teilens und des Wettbewerbs. Daher stellt sich die Frage: Wie können wir diesen epochalen Wandel verstehen und gestalten?

Das Centre for Digital Cultures (CDC), angegliedert an die Leuphana Universität Lüneburg und 2012 aus dem Schwerpunktbereich Digitale Medien des EU-Großprojekts Innovations-Inkubator Lüneburg entstanden, hinterfragt diesen Wandel durch Forschung in den Medien-, Kultur- und Sozialwissenschaften, durch Wissensschaffung und -transfer sowie durch experimentelle und interventionistische Medienpraktiken. Es etabliert ein Netzwerk und einen experimentellen Raum, in dem Partner aus Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft nicht nur miteinander reden und denken, sondern auch gemeinsam kooperieren und neue Konzepte, Formate, Anwendungen und Interventionen entwickeln können.

Wir glauben, dass wir einen fördernden, produktiven und oft auch experimentellen Raum für Forschung erschaffen müssen, in dem ForscherInnen und PraktikerInnen, AktivistInnen und TheoretikerInnen, KünstlerInnen und ProduzentInnen, HackerInnen und DesignerInnen eine dynamische Verbindung zwischen digitalen Kulturpraktiken und neuen Formen der Wissensproduktion aushandeln und erleben können. Dies beinhaltet die Entwicklung von fortschrittlicher Theorie und innovativen Studienangeboten genau so wie von Software, Medienformaten und digitalen Plattformen, die neue Formen des kollektiven Ausdrucks und der kollektiven Erfahrungen entfesseln. Unsere Forschung ist dabei in regionalen, nationalen und internationalen Kontexten gleichermaßen angesiedelt, und überschreitet Grenzen zwischen Akademie, Kunst, Industrie, Aktivismus und Zivilgesellschaft – und zwar nicht dadurch, dass Unterschiede in Zukunftsvision und Tradition vernachlässigt werden, sondern indem Begegnungen, Debatten und Kooperationen inszeniert und somit für vielfältige Agenden produktiv gemacht werden.



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