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Studie zu Schulstress erschienen

19. Januar 2010 Sie sind gereizt, können schlecht schlafen und klagen über Schmerzen: Jeder dritte Schüler in Deutschland berichtet von regelmäßigen Stress-Symptomen. Das ergab jetzt eine aktuelle Studie des Instituts für Psychologie und des Zentrums für Angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG) de Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK). Betroffen sind vor allem Mädchen. 40 Prozent der Schülerinnen haben mehrmals in der Woche psychosomatische Beschwerden. Befragt wurden 4.500 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 21 Jahren an 15 Schulen in vier Bundesländern.

Bei den Beschwerden werden Einschlafprobleme (22 Prozent) und Gereiztheit (21 Prozent) am häufigsten genannt. Kopfschmerzen und  Rückenschmerzen geben jeweils rund 16 Prozent der Befragten an. Über Niedergeschlagenheit klagen 14 Prozent. Es folgen Nervosität (11 Prozent), Schwindelgefühle (9 Prozent) und Bauchschmerzen (8 Prozent).  Jeder zehnte Schüler berichtet, dass er sogar täglich zwei oder mehr Beschwerden hat. 

Jeder zweite Betroffene hat Prüfungsangst

Viele Probleme hängen offenbar eng mit dem Klassenklima zusammen. In Schulen mit schlechtem Klassenklima ist der Anteil von Schülern mit regelmäßigen Beschwerden deutlich erhöht. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen fühlen sich in der Schule „verzweifelt“. Insgesamt geben mehr als zwei Drittel der Schüler mit häufigen Beschwerden an, dass sie in der Schule regelmäßig negative Gefühle erleben. Jeder zweite Schüler mit häufigen Beschwerden berichtet ferner von  Prüfungsangst.

Mädchen berichten häufiger über Gesundheitsbeschwerden

Auffällig sind deutliche Geschlechtsunterschiede. So berichten Mädchen mit 38,2 Prozent fast doppelt so häufig wie Jungen (21,3 Prozent) von psychosomatischen Beschwerden. Bei einzelnen Symptomen ist der Unterschied noch gravierender. Während zum Beispiel 25,3 Prozent der Mädchen über Kopfschmerzen klagen, sind es bei den Jungen lediglich 8,4 Prozent. Vor allem in der Pubertät und beim Übergang in den Beruf treten die körperlichen und psychischen Probleme besonders häufig auf. Bei Mädchen steigen die Beschwerden ab dem 15. Lebensjahr kontinuierlich an, während sie bei Jungen ab dem 12. Lebensjahr nicht weiter zunehmen.

Weniger Kopf- und Rückenschmerzen bei Gymnasiasten

An der aktuellen Befragung haben sich insgesamt 4.482 Schüler von drei Haupt- und Realschulen, drei Gesamtschulen, vier Gymnasien und fünf Berufsschulen beteiligt. „In allen Schulformen berichten Mädchen deutlich häufiger als Jungen von Beschwerden“, erklärt Projektleiterin Anica Richardt. „Aber Gymnasiasten geben insgesamt seltener an, unter psychosomatischen Beschwerden zu leiden. Dieser Unterschied wird besonders bei Kopf- und Rückenschmerzen deutlich.“

Die aktuelle Studie entstand im Rahmen der DAK-Initiative „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“. Dabei begleiten und beraten das Institut für Psychologie sowie das Zentrum für angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG) der Leuphana Universität Lüneburg für die Krankenkasse inzwischen bundesweit 30 Schulen, die sich für das dreijährige Projekt beworben haben. Die Gesundheitsziele werden von jeder Schule individuell festgelegt. Grundlage ist eine umfassende Befragung von Schülern, Lehrern und Eltern zum Gesundheitszustand, Schulalltag und Schulklima.

 

Hintergrundinformationen und Datenmaterial zur Studie finden Sie am Ende des Textes als pdf-Datei.

Kontakt:

Silke Rupprecht, Tel. 04131/677-7984, eMail rupprecht@leuphana.de

DAK-Ansprechpartner:

Rüdiger Scharf, Tel. 040/2396-1505, eMail ruediger.scharf@dak.de

 

 

31.08.2010, zuehlsdorff