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Neue Wege für die Lehrkräftebildung: Leuphana-Projekt PLUS startet

17.07.2026 „Wenn wir Schule verbessern wollen, müssen wir die Lehrkräftebildung an die aktuellen Herausforderungen anpassen“, davon ist Marc Kleinknecht, Professor für Schulentwicklung und Schulpädagogik überzeugt. Praxisnäher und forschungsbasierter soll sie sein – angelehnt an die Idee von Universitätskliniken und in enger Zusammenarbeit mit einer oder mehreren regionalen Schulen. Zu entwickeln, wie ein solches Studienprofil im Rahmen des Lehramtsstudiums an der Leuphana aussehen kann, ist das Ziel seines neuen Projekts PLUS. Die Förderung dafür hat die Leuphana Universität Lüneburg jüngst im Rahmen der Ausschreibung „Die Welt ist mein Campus“ der Stiftung Innnovation in der Hochschullehre eingeworben.

©Leuphana Media Studio
„Zukünftige Lehrkräfte sollten wissenschaftlich fundierte Unterrichts- und Schulkonzepte kennen und sich zugleich möglichst früh in authentischen und realen Praxissituationen erproben können. Parallel dazu braucht es Forschung, die immer wieder im Abgleich mit der Schulrealität wirksame Lehr- und Lernkonzepte identifiziert und weiterentwickelt. Nur so kann unser Bildungssystem langfristig lern- und zukunftsfähig bleiben“, so Marc Kleinknecht.

Lehrkräftemangel, Umgang mit digitalen Innovationen und KI oder die zunehmende Heterogenität der Schüler*innenschaft stellen Schulen und ihr Lehrpersonal vor immer größere Herausforderungen. Die Wissenschaft stellt dazu Forschungsergebnisse und Konzepte zur Verfügung. Diese finden jedoch zu selten die unmittelbare Erprobung in der Praxis. Hier will PLUS ansetzen. Angelehnt an die Struktur von Universitätskliniken, wo Medizinstudierende von Beginn an am konkreten Anwendungsfall lernen, sollen regionale Schulkontexte als fester Lernort und Reallabor für praxisnahen Unterricht vom ersten Semester in die Lehrkräftebildung eingebunden sein. Im Mittelpunkt steht die Anwendung sogenannter Core Practices. Sie umfassen zentrale Tätigkeiten guten Unterrichts wie Beziehungsarbeit, Inhalte verständlich erklären, konstruktives Feedback oder Diskussionen moderieren. Diese Kernpraktiken sollen Studierende wiederholt und kontinuierlich trainieren – im echten Unterrichtsalltag, mit Videofeedback oder in Virtual-Reality-Simulationen. Geplant ist die Integration des von PLUS zu entwickelnden Studienprofils in den bestehenden B.A. Lehren und Lernen. Ab dem Sommersemester 2027 soll eine erste Kohorte von Studierenden das neue Studienprofil erproben. Begleitet werden sie dabei von einem Team aus erfahrenen Lehrenden.

Das Projekt kann dabei auf dem bestehenden Netzwerk der Leuphana-Campusschulen aufbauen. Langfristig kann sich daraus schrittweise eine regionale Struktur bis hin zu einer Universitätsschule entwickeln. „Wir gründen dafür keine neue Schule. Eine Universitätsschule entwickelt sich gemeinsam mit Schulen, die bereit sind, neue Wege zu gehen und ihre Erfahrungen in den Transformationsprozess einbringen“, so Marc Kleinknecht. Gerade dieser gemeinsame Prozess, bietet sowohl der Universität auch den beteiligten Schulen einen Mehrwert. Durch den kontinuierlichen Austausch zwischen Lehrkräften, Studierenden und Wissenschaft werden neue Unterrichtsformate gemeinsam entwickelt, erprobt und verbessert – immer forschungsbasiert und orientiert an den konkreten Bedarfen der Schule. „Alle Beteiligten lernen, wie Schule anders und innovativer gestaltet werden kann“, so Marc Kleinknecht. 

Derzeit wird das Projektteam aufgebaut. Gesucht werden Wissenschaftler*innen und Lehrkräfte, die innovative Lehrkräftebildung mitgestalten möchten. Insgesamt sind neun Stellen ausgeschrieben; ausdrücklich willkommen sind auch Abordnungen oder Teilabordnungen aus dem Schuldienst.  Das Projekt läuft bis zum 30. Juni 2030. Insgesamt wurden rund 3,4 Millionen Euro für die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung zur innovativen Gestaltung zukunftsorientierter Schule bereitgestellt. 

Kontakt

  • Prof. Dr. Marc Kleinknecht