Kunstraum: Art despite the State
13. Mai
In den letzten zwei Jahren hat in Deutschland eine bemerkenswerte Neuverhandlung der Beziehung zwischen Kunst und Staat stattgefunden. Von offener Zensur bis hin zu anhaltenden Diskussionen über Klauseln in der öffentlichen Kunstförderung sahen sich Kulturschaffende und Kulturarbeiter*innen aller Disziplinen gezwungen, sich mit dem ambivalenten Erbe einer selbsternannten Kulturnation auseinanderzusetzen.
- 13. Mai 2026, 18 Uhr, Kunstraum
- Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Keine Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Podiumsdiskussion mit Pary El-Qalqili, Künstlerin und Anselm Franke, Professor für Curatorial Studies, Zurich University of the Arts.
Die raschen und unmittelbaren Eingriffe in den ehemals scheinbar reibungslos organisierten Apparat der Kulturförderung im Namen der Demokratie haben grundlegende Fragen zu diesem Dispositiv aufgeworfen. Gab es schon immer vorab definierte Interessen und Motive, die bestimmen, wie die parlamentarische Demokratie Kunst und Kultur unterstützt? Oder sind die Einschränkungen Ausdruck neuer Strategien rechter Kräfte? Das verfassungsmäßige Recht auf Kunstfreiheit scheint mit anderen, weniger juristischen Prinzipien des Staates wie der Staatsräson und einer bestimmten Interpretation demokratischen Verhaltens zu kollidieren. Die Neukonfiguration dessen, wer und was bei der Produktion von Kunst gefördert wird, hat zu einer umfassenden Neubewertung der für Künstler vertrauenswürdigen Räume geführt.
Die Gesprächsreihe “Staatskunst und Staatsräson” zielt darauf ab, einen kritischen Überblick über die jüngsten Entwicklungen im Kontext einer längerfristigen juristischen und historischen Perspektive zu geben. Wie reagiert der Staat auf Veränderungen und Umbrüche im politischen Bereich in Bezug auf seine Unterstützung und Schutz der Künste? Wie können wir institutionelle Räume erhalten und verteidigen, die vom Staat finanziert werden, während sie regelmäßig in Opposition zu ihm stehen?
Organisiert von Henrike Kohpeiß und Christopher Weickenmeier. Eine Kooperation des Leuphana Transformation Lab und Kunstraum.