Digitale Souveränität im Widerstreit (Workshop)
21. Mai - 22. Mai
Das Centre for Digital Cultures lädt ein zum Workshop „Digitale Souveränität im Widerstreit“. Mit Vorträgen von Florian Dombois (ZHdK), Katia Schwerzmann (RUB) und anderen. Bei dem Workshop handelt es sich um den zweiten Teil einer Workshop-Reihe zu „Digitaler Souveränität“, einer Kooperation zwischen Prof. Dr. Claus Pias (Leuphana Universität Lüneburg) und Dr. Johannes Bennke (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf).
Donnerstag, 21. Mai / 10 – 18:00 Uhr / C5.326
Freitag, 22. Mai / 10 – 11:30 Uhr / C5.326
Diese Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Kontakt: cdcforum@leuphana.de
Im Workshop „Digitale Souveränität im Widerstreit“ untersuchen wir den Begriff der digitalen Souveränität in seiner begrifflichen Unschärfe und inneren Widersprüchlichkeit. Wir diskutieren die These, dass die Fragmentierung digitaler Öffentlichkeiten – wie sie Habermas in seiner Analyse des Strukturwandels beschreibt – nicht allein auf Dynamiken des Plattformkapitalismus zurückzuführen ist, sondern einer tiefer liegenden medialen Übertragungslogik folgt. Mit Jean-François Lyotards Begriff des Widerstreits (le différend) schlagen wir ein Konzept vor, das die Inkommensurabilität konkurrierender Formen digitaler Souveränität fassbar macht: Divergierende Werte und Normen sind nicht nur sozial ausgehandelt, sondern in Codes, Algorithmen und Protokollen eingeschrieben. Die fehlende übergreifende Urteilsregel wird dabei im Plattformkapitalismus durch intransparente Governance-Strukturen mit monopolisierenden Tendenzen gefüllt. An der Schnittstelle von Kunst, Philosophie und Medienwissenschaft erweitern wir den Souveränitätsdiskurs zur Technologievorherrschaft und dem Ausnahmezustand um angrenzende Konzepte wie Autonomie, Selbstbestimmung, individuelle und kollektive Handlungsmacht.