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Tunde Okunoye: From Oluwole to NIMC - Institutional trust, digital IDs and digital finance in Nigeria

08. Juli

Das DigID-Team des Centre for Digital Cultures (CDC) lädt Sie zu diesem bevorstehenden Workshop unter der Leitung von Tunde Okunoye (Universität Witwatersrand) ein.

  • Mittwoch, 8. Juli / 12:30 – 14:00 Uhr
  • Raum: C40.254 (Zentralgebäude, 2. Stock)
  • Eine Anmeldung ist nicht erforderlich
  • Die Veranstaltung findet auf Englisch statt

Politikwissenschaftler vertreten seit langem die Ansicht, dass öffentliche Verwaltungsapparate in Afrika seit jeher Orte sind, die die Kriminalisierung des Staates begünstigen. In der Fachliteratur gibt es umfangreiche Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass Identifikationsbehörden bemerkenswerte Beispiele für dieses Phänomen sind. Diese Situation hat Maßnahmen internationaler Entwicklungsorganisationen wie des ID4D-Programms der Weltbank ausgelöst, die darauf abzielen, die korruptionsanfälligen papierbasierten nationalen Ausweissysteme in Afrika durch biometrische Verfahren zu ersetzen. Ich vertrete zudem die Ansicht, dass das ID4D-Programm der Weltbank zwar ein Versuch war, diese institutionellen Schwächen der nigerianischen Dokumentenausstellungsbehörden zu umgehen (durch die Einbindung biometrischer Verfahren zur Stärkung der Integrität von Ausweisdokumenten), dass sich diese durch Präbendalismus angeheizte Korruption jedoch über digital gestützte Mittel fortgesetzt hat. Dies ist geschehen, weil der Präbendalismus und die von ihm angeheizte Korruption in der nigerianischen Elite nach wie vor als bestimmende Logik des öffentlichen Lebens vorherrschen – trotz des Wechsels der Akteure und trotz der Reformbemühungen der Weltbank. Diese Situation hat auch Konsequenzen für die Integrität des aufstrebenden digitalen Finanzsektors in Nigeria.

Tunde Okunoye ist Doktorand im Rahmen des Standard Bank-Lehrstuhls für afrikanische Vertrauensinfrastrukturen an der University of the Witwatersrand in Johannesburg, Südafrika, wo er dem Wits Institute for Social and Economic Research (WiSER) sowie dem Fachbereich für Politikwissenschaft angehört. Seine Doktorarbeit trägt den Titel: „Vertrauen aufbauen oder untergraben? Biometrische Ausweise und digitale Kredite in Nigeria“. Im weiteren Sinne konzentriert sich seine Forschung auf drei Arbeitsschwerpunkte. Der erste betrifft Politik und Governance von Institutionen, Finanzialisierung und Technologie sowie deren Auswirkungen auf den Zugang zu Dienstleistungen und die Entwicklung in Afrika. Der zweite befasst sich mit Technologie- und Cyberpolitik, einschließlich digitalem Zugang, Cybersicherheit sowie Medien und Kommunikation in feindseligen bzw. repressiven politischen Kontexten. Der dritte Schwerpunkt liegt auf der Gesundheitspolitik, beispielsweise den Auswirkungen von Technologie auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung und zu Gesundheitsinformationen. Er war Fellow der African School on Internet Governance (2018), Senior Fellow des Open Technology Fund beim Tor-Projekt (2019–2020) sowie Fellow und Affiliate des Berkman Klein Centre for Internet and Society an der Harvard University (2020–2024). Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Paradigm Initiative, einer gemeinnützigen Organisation für Technologiepolitik mit Sitz in Lagos, Nigeria.

Kontakt und Rückfragen

cdcforum@leuphana.de