What if…? - Counterfactualism in Visual Arts (Elke Reinhuber)
15. Dez.
Das Centre for Digital Cultures (CDC) lädt Sie zum bevorstehenden Vortrag mit Elke Reinhuber (CityU Hongkong) ein.
- Dienstag, 15. Dezember/ 14:00–16:00 Uhr / C40.530
- Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
- Diese Veranstaltung findet vor Ort statt, es besteht jedoch die Möglichkeit zur hybriden Teilnahme. Kontaktieren Sie uns, um den Link für das Teams-Meeting zu erhalten.
- Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Viele Leute haben sich vielleicht schon einmal in ihrem Leben eine einfache Frage gestellt: Was wäre, wenn? Was wäre, wenn ich ein anderes Studienfach gewählt, ein anderes Stellenangebot angenommen, in eine andere Stadt gezogen oder ganz andere Wege eingeschlagen hätte? Solche Fragen zeigen, dass jede Entscheidung Alternativen schafft, die unerforscht bleiben. Sie erinnern uns daran, dass Geschichte – sei sie nun persönlich oder kollektiv – von Entscheidungen und Zufällen geprägt ist.
Dieser Vortrag stellt den Kontrafaktizismus als künstlerischen Ansatz vor, um diese nicht verwirklichten Möglichkeiten zu erforschen. Während kontrafaktisches Denken in der Philosophie und Geschichtsschreibung seit langem genutzt wird, um zu untersuchen, wie sich Ereignisse anders hätten entwickeln können, greifen Künstler*innen zunehmend darauf zurück, um etablierte Narrative zu hinterfragen und sich alternative Realitäten vorzustellen. Kontrafaktische Kunstwerke greifen Momente der Entscheidung, des Zufalls und der Transformation wieder auf, betrachten Wege, die unerforscht blieben, und ergründen Zukünfte, die nie eingetreten sind.
Anhand von Beispielen aus der zeitgenössischen Kunst, der Welt der Bewegtbilder, immersiven Umgebungen und generativen Bildproduktion untersucht der Vortrag, wie Künstler*innen kontrafaktische Szenarien nutzen, um sich mit Geschichte, kulturellem Gedächtnis und sozialer Vorstellungskraft auseinanderzusetzen.
Indem sie Alternativen zu akzeptierten Realitäten visualisieren, eröffnen solche Werke Raum für Reflexionen über die Kräfte, die unsere Gegenwart prägen, und laden die Betrachter*innen dazu ein, darüber nachzudenken, wie unterschiedliche Entscheidungen, Umstände und Perspektiven zu anderen Welten hätten führen können.
©Privat/ Elke Reinhuber
Die Medienkünstlerin und Wissenschaftlerin Elke Reinhuber lehrt derzeit an der School of Creative Media der City University of Hong Kong als außerordentliche Professorin für Expanded Photography. Sie studierte an der UdK Berlin und promovierte an der COFA/UNSW in Sydney mit einer Arbeit über Wahlmöglichkeiten, Entscheidungen und kontrafaktisches Denken in der Medienkunst. Ihre preisgekrönte künstlerische Forschung wurde international auf Konferenzen, Ausstellungen und Festivals vorgestellt. In ihrer Arbeit erforscht sie Strategien des Erzählens und der Ausstellung, um die parallele Existenz mehrerer Wahrheiten des Hier und Jetzt hervorzuheben. Mit ihrem Schwerpunkt auf der digitalen Darstellung des kulturellen Erbes schuf Elke Reinhuber immersive S3D-Videoinstallationen, 360°-Videos für Kuppelräume und Panoramabildschirme sowie VR- und AR-Projekte. Sie ist daran interessiert zu erforschen, wie sich die Fotografie in andere Dimensionen und jenseits unseres sichtbaren Spektrums ausdehnt, aber auch in autorenlosen, von Maschinen aufgenommenen Bildern oder im aktuellen Siegeszug maschinengenerierter Synthographien.
Kontakt
cdcfortum@leuphana.de