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Veranstaltungen von Dr. phil. Sigrid Vierck


Lehrveranstaltungen

Die Odyssee - neu gelesen (Seminar)

Dozent/in: Sigrid Vierck

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 08:15 - 09:15 | 15.10.2024 - 31.01.2025 | C 12.112 Seminarraum

Inhalt: Von Odysseus haben fast alle schon mal gehört, aber wer verbirgt sich dahinter? Ist er heute noch von Bedeutung? Warum sollte sich damit überhaupt beschäftigt werden? Also: Wer war Odysseus und was ist eine Odyssee? Solche und ähnliche Fragen sollen in diesem Seminar behandelt werden – und natürlich noch mehr. Odysseus war Abenteurer, Seemann und Herrscher. Diese Heldenfigur ist eine der großen Gestalten der Antike, deren Wirkung bis heute ungebrochen ist. Doch worin besteht seine Größe? Warum ist er Vorbild? Oder sollte nicht vielmehr kritisch hinterfragt werden, inwieweit er tatsächlich Großes geleistet hat, wie es die antiken Tragiker bereits tun. Nach welchen Wertvorstellungen handelt Odysseus? Wie begegnet er fremden Kulturen? Und wie behandeln diese ihn? Und wie steht es um die Götter, die nach antiker Vorstellung das menschliche Handeln beeinflussen? Inwieweit ist ihr Vorgehen, sind ihre „Anweisungen“ Basis der Kultur? Welche Werte werden dadurch vermittelt? Sind diese allgemein gültig auch außerhalb ihres unmittelbaren Umfelds? Können wir diese nachvollziehen? Wo liegt die Grenze zwischen individueller Identität und allgemeiner Kultur? Das Seminar geht am Beispiel dieses universalen Epos der Frage nach grundlegenden Wertvorstellungen und ihrer Vermittlung nach, vor allem in Hinblick auf die Begegnung unterschiedlicher Kulturen, ferner den psychologischen Grundmustern menschlichen Handelns. Untersucht werden die Beweggründe, die äußeren Faktoren, die Möglichkeiten der Einflussnahme und die Ursachen für den Ablauf des Geschehens. Dieses entsteht im Spannungsfeld von göttlichen Mächten, persönlicher Entwicklung, Grenzerfahrungen, Macht und Liebe. Das ist immer aktuell und darauf wird dieser sehr alte Text untersucht. Weitere Aspekte, die betrachtet werden, sind die dichterische Vermittlung der Abenteuer, die antiquarischen Beschreibungen (Palast, Floß, Landschaft etc.), schließlich die Rezeption in Antike und Gegenwart. Das konzeptionelle Vorgehen will erreichen, dass eine ungefähre Vorstellung der homerischen Welt, das heißt ihrer Wertmaßstäbe und Kultur erkennbar werden und worin die ungebrochene Bedeutung besteht.