Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Dipl.-Kffr. M.A. Anja Saretzki


Lehrveranstaltungen

Diskurs und Raum (Seminar)

Dozent/in: Anja Saretzki

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 04.04.2022 - 08.07.2022 | C 5.019

Inhalt: Im Zuge der Renaissance des Raumbegriffs – dem sog. „spatial turn“ – ist es zur Ausbildung eines neuen, kritischen Raumverständnisses gekommen, dass Räume nicht länger als quasi-natürlich gegeben voraussetzt, sondern die soziale Produktion bzw. Konstruktion von Räumen und Räumlichkeit in den Vordergrund der Analyse stellt. In diesem Kontext haben auch diskurstheoretische Ansätze in der Humangeographie an Bedeutung gewonnen. Ausgangspunkt ist dabei die Frage, wie soziale Wirklichkeiten und damit auch Räume konstituiert werden und welche damit verbundenen Machteffekte bestimmte Wirklichkeiten und Räume hegemonial durchsetzen. Das Seminar soll interessierten Studierenden einen Einblick in Theorien der raumbezogenen Diskursforschung geben, verschiedene Ansätze der Diskursanalyse vorstellen und anhand von empirischen Beispielen (wie z.B. urbane Sicherheitsdiskurse, Ghetto-Diskurse, neoliberales Regieren im Stadtmarketing, Kartographie als Diskurs) einen Anwendungsbezug vermitteln. Die Veranstaltung ist als Lektürekurs konzipiert: Gelesen und diskutiert werden u.a. Texte von Foucault, Laclau, Mouffe und Butler sowie Texte zur Übertragbarkeit dieser theoretischen Ansätze auf humangeographische Fragestellungen. Basislektüre: Glasze & Mattissek: Handbuch Diskurs und Raum, 3., überarb. und erw. Aufl., Bielefeld 2021.

Die HafenCity in Hamburg kritisch kartieren (Seminar)

Dozent/in: Ursula Kirschner, Anja Saretzki

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 04.04.2022 - 08.07.2022 | C 40.108
Einzeltermin | Fr, 06.05.2022, 14:00 - Fr, 06.05.2022, 20:00 | extern
Einzeltermin | Fr, 20.05.2022, 14:00 - Fr, 20.05.2022, 20:00 | extern
Einzeltermin | Fr, 03.06.2022, 14:00 - Fr, 03.06.2022, 20:00 | extern

Inhalt: Die ersten Vorbereitungen des Projekts HafenCity begannen Anfang der 1990er Jahre. Zu dem Zeitpunkt war der Großteil des Flächengebiets bereits Eigentum der Stadt Hamburg. 1997 stellte der damalige Hamburger Bürgermeister Dr. Henning Voscherau das Projekt HafenCity erstmals der Öffentlichkeit vor. Wenige Monate später folgte der offizielle Beschluss der Hamburger Bürgerschaft. Im Jahr 1999 wurde ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben, worauf sich 175 Planungsbüros aus der ganzen Welt bewarben. Das deutsch-niederländische Team Hamburgplan in Zusammenarbeit mit Kees Christiaanse / Astoc Architects & Planners wurde von einer internationalen Jury als Gewinner gewählt. Im Masterplan wurden Forderungen nach Urbanität, ökologischer Nachhaltigkeit sowie sozialer Mischung mit Nutzungen, wie Wohnen, Arbeiten, Kultur, Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus formuliert. Karten dienen als Medium zur Information und Kommunikation über städtische Zusammenhänge. Sie helfen uns, Städte darzustellen und zu analysieren. Aber sie sind weniger neutrale räumliche Repräsentationen als vielmehr machtvolle Werkzeuge der Komplexitätsreduktion, die unser Bild der Stadt prägen. Karten sollten deshalb ähnlich wie Texte kritisch analysiert bzw. dekonstruiert werden. Die Geschichte der HafenCity und mit ihren Reminiszenzen an den Kolonialismus soll aufbauend auf einem theoretischen Diskurs über kritische Kartographie und die Dekonstruktion von Karten im Seminar mittels partizipativen Kartierens oder des Countermappings oder des Map Arts untersucht werden. Fragen zur Urbanität in der Nacht sowie am Tage, zum Nachbarschaftsleben, zum kulturellen Leben und zur touristifizierenden Ausprägung des Stadtteils HafenCity werden behandelt.