Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Kamila Szwejk


Lehrveranstaltungen

Gesunde Innen- und Außenluftqualität – Radioaktivität, die uns umgibt (Projekt)

Dozent/in: Michael Braungart, Kamila Szwejk

Termin:
wöchentlich | Montag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.203 | C 14.203

Inhalt: • Grundlagen zu Luftqualität, Feinstaub und Flüchtige organische Verbindungen (VOCs) sowie radioaktive Stoffe • Ursachen und Auswirkungen von Luftverschmutzung • Umdenken bei der Produktion und Verwertung von Produkten nach dem Prinzip der Ökoeffektivität • Cradle to Cradle Design Konzept: Prinzipien, Philosophie, in Theorie und praktischer Umsetzung in Industrie (national/ international) • Lösungsmöglichkeiten für eine gesunde Luftqualität (sowohl Materialien und Produkte als auch Stadtplanung und das Design von Gebäuden) Ein Teppich, der die Luft reinigt. Eine eingeplante Fassadenbegrünung als Produzent für saubere Luft. Eine natürliche Belüftung des Gebäudes. All dies sind Cradle to Cradle-Elemente, die einen aktiven Beitrag leisten, um die Luftqualität sowohl Innen als auch Außen zu verbessern. Die Innenraumluftqualität ist ein wichtiger Aspekt bei der Gestaltung von Gebäuden. Denn ca. 90% ihrer Zeit verbringen die meisten Menschen in Innenräumen. Dabei beeinflussen Böden, Farben, Einrichtungen und Pflanzenwände eine qualitativ hochwertige Luftqualität. Konventionelle Gebäude mit energiesparenden Bauweisen sind meist weitestgehend isoliert mit luftdichten Schallschutzfenstern und wärmedämmenden Fassaden. Das Klima wird durch modernste Heizungs- und Lüftungsinstallationen und vielen weiteren technischen Elementen geregelt. Die Räume werden gestaltet und befüllt mit Bodenbelägen, Vorhängen, Möbeln, Bekleidungen, Arbeitsplätzen, Technik, Druckern, EDV, Elektrogeräten etc. Jeder einzelne Gegenstand dabei dünstet mitunter Schadstoffe aus. Oft entsteht eine Mixtur aus giftigem Feinstaub, flüchtigen Schadstoffen, zu hoher oder zu geringer Luftfeuchtigkeit und schlechter Luft zum Atmen. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes sorgen sie allein in Deutschland für weit mehr als 50.000 Todesfälle im Jahr. Weltweit sterben laut WHO-Bericht jährlich mehr als drei Millionen Menschen vorzeitig an Folgen der Luftverschmutzung und verlieren je nach Region mehr als 6 Jahre Lebenserwartung. Cradle to Cradle hebt die Möglichkeiten hervor, inwiefern Produkte, Materialien und die heutige Architektur in Gebäude mit einer gesunden Luftqualität und einem positiven Fußabdruck transformiert werden können. Es wird demonstriert, wie Gebäude aktiv Feinstaub aus der Luft filtern, das Wasser reinigen und einen förderlichen Lebensraum für Mensch und Umwelt schaffen. Zusätzlich werden radioaktive Stoffe ein Schwerpunkt des Seminars sein. Dabei wird besonders „Radon“ untersucht, welcher überall in unserer Umwelt vorkommt, jedoch in geschlossenen Räumen gesundheitsgefährdend ist. Laut des Bundesamtes für Strahlenschutz, sind rund fünf Prozent aller Todesunfälle durch Lungenkrebs in Deutschland auf Radon zurückzuführen und damit ist Radon nach dem Rauchen eine der Einflussfaktoren sowie Ursache für Lungenkrebs. Studierende bekommen in diesem Seminar die Möglichkeit, ein eigenes und auch praxisorientiertes Seminar umzusetzen. Teilbestand ist eine praxisorientierte Arbeit mit Institutionen und relevanten Akteur:innen, mit denen gemeinsam an Zukunftslösungen, Produkten, Kommunikationsstrategien etc. entwickelt wird.

Potenziale der Ludologie für Transformationsprozesse zu einer nachhaltigen Gesellschaft - am Beispiel von Brettspielen (Projekt)

Dozent/in: Kamila Szwejk

Termin:
wöchentlich | Montag | 14:15 - 15:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 9.102

Inhalt: "Ludologie" ist die Spielwissenschaft oder auch die Lehre über das Spiel. Spiele zu spielen gehört seit Jahrtausenden zu menschlichen Gesellschaften dazu und kann in verschiedenen Formen auftreten. Auch Wissenschaftler:innen entwickelten diverse Ansätze um sich dem Phänomenen anzunähern, wie beispielsweise Joseph Levy, welcher als erster Wissenschaftler einen inter- und transdisziplinären Ansatz verfolgte, um Spielkonzepte und Spielverhalten zu betrachten (vgl. Play Behavior 1978). Denn Spielverhalten können, mehr als jede andere menschliche Verhaltensform, zur kulturellen Weiterentwicklung beitragen, menschliche Sozialisierung vereinfachen und gleichzeitig als eine Konsequenz sozio-kultureller Strukturen dargestellt werden. Damit stellt die Ludologie einen Paradigmenwechsel dar, bei dem der Zugang zum Verstehen der Welt das Spiel sei (vgl. Institut für Ludologie 2016). Das Seminar wird sich größtenteils mit dem Phänomen von Brettspielen auseinandersetzen und diese unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit analysieren. Insbesondere werden Brettspiele, welche Themen der Nachhaltigkeit beinhalten, untersucht und anhand der Sustainable Development Goals (SDGs) der United Nations (UN) und des Cradle to Cradle – Konzept (C2C) kritisch diskutiert. Die Studierenden werden Potenziale und mögliche Verbesserungsvorschläge an Brettspielen erarbeiten, die nachhaltige und gesellschaftliche Transformationsprozesse fördern können. Die Ausrichtung wird frei wählbar sein und kann sehr praxisorientiert erfolgen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und können einen Vergleich der umwelt- oder kulturwissenschaftlichen Aspekte der Spiele beinhalten. Denkbar ist auch die Erarbeitung eines Bildungsansatzes für Schulen, die Entwicklung eines nachhaltigen, gesunden und kreislauffähigen Brettspiels etc. Ziel ist es, neue Wege zu beschreiten, zu experimentieren, sich auszuprobieren und eine nachhaltige „Zeitenwende“ einzuläuten. „Denn wer nichts ausprobiert, nicht phantasiert, nicht scheitert, scheitert auf jeden Fall“ (Institut für Ludologie 2016).