Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Florian Huber


Lehrveranstaltungen

Geschichte schreiben nach der Shoah (Seminar)

Dozent/in: Florian Huber

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 14:15 - 15:45 | 12.10.2020 - 29.01.2021 | C 14.001

Inhalt: Das Seminar widmet sich neueren Ansätzen der Geschichtstheorie und ihrer Bedeutung für die zeitgenössischen Kulturwissenschaften. Im gemeinsamen close reading zentraler theoretischer Grundlagentexte sollen unterschiedliche historiographische Ansprüche und Methoden vorgestellt und kritisch erörtert werden: Wie wird in der Gegenwart über Geschichte nachgedacht? Wie prägt die gegenwärtige soziopolitische Situation die Arbeit an der Geschichte? In welchem Verhältnis stehen historische Beschreibung und philosophische Deutung? Wer schreibt für wen wessen Geschichte(n)? Welche Erkenntnisse lassen sich aus der Bearbeitung dieser Fragen für zeitgenössische Kulturwissenschaften gewinnen? Neben den unterschiedlichen Themen und Problemstellungen zeitgenössischer Geschichtswissenschaften rücken dabei auch die Möglichkeiten und Grenzen der historiographischen Darstellung in den Fokus. Weitere thematische Schwerpunkte sind dem Verhältnis von Geschichte und Trauma sowie der Bedeutung von Gendertheorien, Post Colonial Studies und Identitätspolitik für der Gegenwart verpflichtete Historiographien gewidmet.

Moderne Klassiker der Geschichtsschreibung 5: Peter Weiss (Seminar)

Dozent/in: Florian Huber

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 12.10.2020 - 29.01.2021 | C 14.102b

Inhalt: „Wie wäre dies, was wir durchlebten, so darzulegen, fragte ich mich, daß wir uns drin erkennen könnten.“ Die Frage nach dem Zusammenhang von Leben und Werk und dem Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit in Zeiten politischer Unsicherheit durchzieht das Gesamtwerk des 1916 geborenen und 1982 verstorbenen Schriftstellers Peter Weiss. Mit dem Bühnenstück „Die Ermittlung“, das den ersten Frankfurter Auschwitzprozess von 1963 bis 1965 behandelte, trug er in den 1960er-Jahren entscheidend zur bis heute anhaltenden Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen bei, deren Genese und Nachwirkungen er etwa auch in seinem zwischen 1971 und 1981 entstandenen Romanprojekt „Ästhetik des Widerstands“ nachzuzeichnen suchte. Seine kritische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen belegen aber auch Theaterstücke wie „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats“ (1964) oder „Viet Nam Diskurs“ (1966-68) sowie die autobiografisch grundierte Prosa „Abschied von den Eltern“ (1961) und „Fluchtpunkt“ (1962). Neben seiner publizistischen Tätigkeit trat Weiss auch als Filmemacher sowie bildender Künstler in Erscheinung. Im close reading von Texten und Bildern diskutiert das Seminar die Bedeutung seines Werks im Kontext einer Kulturgeschichte der Bundesrepublik. Zugleich geraten dabei Fragen nach dem gesellschaftspolitischen Stellenwert seiner Arbeiten in der heutigen Zeit und ihrer Relevanz für kritische Kulturwissenschaften in den Blick.

Literatur und Wissen (Seminar)

Dozent/in: Florian Huber

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 12.10.2020 - 29.01.2021 | C 11.320

Inhalt: Die Frage nach dem Verhältnis von Literatur und Wissen informiert nicht nur zahlreiche zeitgenössische Poetiken und den Austausch zwischen Autor_innen und ihren Leser_innen, sondern steht auch im Zentrum historischer und aktueller Debatten im Zeichen einer kulturwissenschaftlich orientierten Literaturwissenschaft. Ihnen gemeinsam ist die Vorstellung, dass die Entstehung und Rezeption von Literatur nicht nur einem bestimmten Wissen verpflichtet ist, sondern dieses im Prozess des Schreibens und Lesens und mithilfe unterschiedlicher stilistischer und formaler Mittel zugleich hervorgebracht wird. So besehen erschöpft sich die Rolle der Literatur nicht in einem Wissensspeicher. Vielmehr erweist sich diese als Erkenntnismittel von eigenem Recht, dessen Möglichkeiten und Grenzen wir im Seminar gemeinsam erkunden wollen. Als Ausgangspunkt hierfür dienen uns u. a. deutschsprachige und internationale Beispiele aus der Gegenwartslyrik. Das Seminar behandelt u. a. Texte von: Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Marcel Beyer, Nora Bossong, Rolf Dieter Brinkmann, Ann Cotten, Franz Josef Czernin, Thomas Kling, Nadja Küchenmeister, Friederike Mayröcker, Steffen Popp, Reinhard Priessnitz, Monika Rinck, Silke Scheuermann, Ulf Stolterfoht, Anja Utler, Uljana Wolf.