Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. Dr. Christoph Brunner


Lehrveranstaltungen

Paradigmen der Kulturwissenschaften 1 (Vorlesung)

Dozent/in: Christoph Brunner, Andrea Kretschmann, Roberto Nigro

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 04.04.2022 - 08.07.2022 | C HS 2 (Umbau HS-Gang bis 31.12.22) S. Kommentar

Inhalt: In der Vorlesung werden zentrale Paradigmen der Kulturwissenschaften aus kulturtheoretischer und kultursoziologischer Perspektive einführend erarbeitet: Die Vorlesung widmet sich zentralen Positionen der Kulturwissenschaften und ihren unterschiedlichen Weisen, Kultur zu denken und zu analysieren. Hierbei kommen Positionen der philosophischen Anthropologie und ihre Kritik durch Subjekttheorien, Kapitalismus und seine globale Dursetzung sowie kritische Gegenstimmen, ein Grundverständnis der Verhältnisse von Strukturalismus und Post-Strukturalismus, Zugänge des Critical Realism, der Cultural Studies, Kritik der „Kulturkreislehre“ sowie der Post- und Decolonial Studies und des Posthumanismus vor. Zudem beleuchtet die Vorlesung das Paradigma der sozialen und kulturellen Kräfte, Theorien kultureller Gewalt und symbolischer Macht, als auch Varianten des biologischen und kulturellen Rassismus und bezieht Positionen der Queer Studies und des (Post-)Operaismus ein. Die Vorlesung schließt an die Grundlagen der Einführung in die Kulturwissenschaften an und vertieft theoretische Strömungen, mit besonderem Fokus auf französische und anglophone Traditionen der Kulturwissenschaften.

Theorien und Praktiken der "Postkritik" (Seminar)

Dozent/in: Christoph Brunner

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 05.04.2022 - 05.07.2022 | C 40.108 | C 40.108

Inhalt: Kritik gilt als die harte Währung der Geisteswissenschaften. Sie ist die selbstauferlegt Aufgabe und Legitimation kulturtheoretischer Arbeit. Mittels Kritik werden gesellschaftliche Verhältnisse befragt, Meinungen widerlegt, vermeintliche Wahrheiten überprüft. Insbesondere in Zeiten vermehrter Krisen und zunehmender Unsicherheiten nimmt Kritik eine zentrale Rolle ein, indem sie dazu anhält Gegebenes oder Behauptetes zu hinterfragen. Kritik ist somit eine Denkbewegung und zugleich ein machtvolles Instrument, das im Zuge immer vielseitiger Aneignungen selbst in Frage gestellt wird. So waren ehemals spezifische Individuen qua ihrer Expertise zur Kritik befähigt, Intellektuelle, Kunstkritiker*innen, oder Fachexpert*innen. Heute sehen sich dieser „Autoritäten“ mit einer Vielzahl von Meinungen und ihren medialen Verbreitungen konfrontiert, die Zurückweisung des „Establishments“ als kritische Instanz wird zur Leitfigur radikaler sozialer Kräfte unter dem Deckmantel der Kritik, die diese Salonfähig machen soll. Während diese Bewegungen meist zutiefst anti-demokratische Züge haben, lässt sich zugleich fragen, woher sich das Selbstverständnis von Kritik speist, das einige Wissensformen und -praktiken und ihre Kenner*innen zur Kritik befähigt und zugleich andere delegitimiert und ausschließt? Kritik und das kritische Denken wurden seit der Aufklärung immer auch instrumentalisiert, um bestimmte Wissensformen zu legitimieren und andere zu delegitimieren. Eine solche epistemische Gewalt weitet sich auch auf das Menschenbild aus, so galt z.B. gemeinhin das "männliche" als rational und kritikvermögend, das "weibliche" als emotional und daher für Kritik eher ungeeignet. Gleiches wurde geltend gemacht für Unterscheidungen zwischen vernunftbegabten und kosmopolitischen – sprich männlichen, weißen und europäischen – Subjekten und den „Anderen.“ Mit dem Fokus auf den Begriff der Postkritik möchte das Seminar eine wissenskritische Genealogie der Kritik aufzeigen. Einsatzpunkt ist die Aufklärung und insbesondere Immanuel Kants drei Kritiken (reine Vernunft, praktische Vernunft, Urteilskraft) die als Zäsur eines bestimmten Kritikverständnisses gesehen werden können. Hieran schließen sich in zweiter Instanz insbesondere Kritiken dieser rationalistischen Fassung von Kritik an, wie sie im späten 19. und 20. Jahrhundert erkennbar werden (u.a. Nietzsche, Adorno/Horkheimer, Arendt, Cixous, Foucault, Butler). In dritter Instanz wendet sich das Seminar insbesondere feministischen, queeren und post-/dekolonialen Diskursen der Gegenwart zu, um die zumeist heteropatriarchale Herrschaftlichkeit eurozentrischer Kritik zu dezentrieren. Postkritik meint hier nicht, jenseits jeder Kritik und somit eine totale Beliebigkeit der neoliberalen Gegenwart. Viel mehr befragt der Begriff der Postkritik, wie Kritik selbst ein zu hinterfragender Begriff und eine teils gewaltvolle Praxis ist und welche Alternativen sich bieten. Das Seminar wird begleitet mit Praxisbeispielen gegenwärtiger sozialer und künstlerischer Bewegungen und Protestformen, die ihre Politiken jenseits eines oppositionellen Kritikverständnisses entwickeln – sprich postkritische arbeiten.

Zum Status des Humanen im Zeitalter des Posthumanismus (Seminar)

Dozent/in: Christoph Brunner

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 10:15 - 11:45 | 06.04.2022 - 07.07.2022 | C 5.310

Inhalt: Das Seminar nimmt sich der aktuellen Debatte um den sog. Posthumanismus an. Posthumanismus meint hierbei nicht einfach das Ende der menschlichen Spezies, sondern eine Befragung dessen, was denn das "Humane" des Humansimus ausmacht. Mit Humanismus verbindet sich daher ein historisch gewachsenes Verständnis des Menschen wie es in der philosophischen Anthropologie deutlich zutage tritt. Anstelle einer bloßen Kritik des Humanen im Humansimus, lässt sich philosophisch fragen, wie sich die Kategorie Mensch seit der griechischen Antike in seiner zunehmend Eurozentrischen Dominanz manifestiert hat. Das Seminar nimmt daher seinen Ausgangspunkt in einer aktuellen philosophischen Debatte und geht insbesondere auf deren genealogische Herleitung ein. Der Status des Humanen wird daher in seinen zentralen Manifestationen seit den Vorsokratikern, über mittelalterliche Theologie und Mystik, bis hin zur Aufklärung und in die Gegenwart verfolgt, um die vermeintliche Kritik des Posthumanismus besser verstehen und einordnen zu können. Zudem werden auch Positionen nicht-westlicher Problematisierungen des Humanen im letzten Drittel des Seminars aufgegriffen und helfen eine teils relativ Westlich/Europäische Debatte zu dezentrieren und aufzubrechen. Das Seminar steht im Dialog mit dem Seminar "Thierethik jenseit des Menschen" von Kritstin Drechsler. Die Prüfungsleistung bezieht sich auf die inhalte beider Seminare.

Politiken des Ästhetischen zwischen Unterwerfung und Ermächtigung (Seminar)

Dozent/in: Christoph Brunner

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 05.04.2022 - 05.07.2022 | C 5.325

Inhalt: Wahrnehmung ist keine persönliche „Ansichtssache“, sondern ein komplexer Prozess der Sinnerzeugung durch sinnliche Erfahrung. Das Seminar befasst sich mit Ästhetik bzw. dem Verhältnis von Wahrnehmung und Form (Ausdruck) als politische Dimension kultureller Praxis. Mit Ästhetik werden in diesem Zusammenhang weniger die Künste oder künstlerische Praktiken, sondern Arten und Weisen, wie und unter welchen Bedingungen sich Wahrnehmung konstituiert, beschrieben. Ästhetik ist dabei alles andere als nur eine Lehre des "Schönen und Guten" oder des Geschmacks, sondern bezieht sich auf die Relevanz der Wahrnehmung und ihrer Anordnung als zentrales Terrain gegenwärtiger Politiken des Sinnlichen. Diese Wahrnehmungspolitiken sind, anders als politische Kunst, in alltäglichen Wahrnehmungszusammenhägen omnipräsent, sei es im öffentlichen Raum, in den Medien, der Sprache oder auf digitalen Plattformen. Ihre Herstellung bzw. Aufrechterhaltung oder Unterwanderung und Zersetzung ist immer auch ein Prozess von Unterwerfung und Ermächtigung. Politische Ästhetik befasst sich dementsprechend mit Ordnungen des Wahrnehmens, sprich, was und wie unter bestimmten Bedingungen wahrgenommen werden kann und was nicht; für wen Wahrnehmung ermöglicht und wem sie verweigert wird; wie Wahrnehmung und Gefühle zu Handlungen verleiten. Da diese Ordnungen keine Allgemeingültigkeit haben und zugleich Ein- und Ausschlüsse vornehmen, werden sie zu zentralen Elementen von Politiken des Sinnlichen. Konkrete Beispiele wären u.a. die Medienberichterstattung während des G20-Gipfels in Hamburg, das insbesondere ein Narrativ der Zerstörung in den Vordergrund rückte; oder aber die Aneignungsstrategien rechter Bewegungen wie Pepe the Frog (eigentlich eine friedliche Comic-Figur) durch die Alt-Right. Zum einen vermittelt das Seminar eine philosophisch-historische Grundlage der westlichen ästhetischen Philosophie und eröffnet im Anschluss eine breite Perspektive auf Politiken des Sinnlichen in konkreten soziokulturellen und medialen Zusammenhängen. Hierzu gehören auch gegenwärtige und historische kritische Befragungen ästhetischer Grundbegriffe in ihrem eurozentrischen Selbstverständnis, wie sie in den Black Aesthetics, Feministischen Ästhetiken oder dekolonialer Aisthesis zu finden sind. Zum anderen fokussiert das Seminar in Praxisgruppen auf bestimmte Politiken des Ästhetischen, indem diese die Herstellung von Sinn durch die Ordnung des Sinnlichen untersuchen. Hierzu gehören klassischere Beispiele medialer Darstellung, z.B. von Krieg, Protesten oder Katastrophen (Medienanalyse der Darstellung von Inhalten); digitale Medienplattformen und ihre Funktionsweisen (Analyse von Operationalitäten digitaler Medien); künstlerische experimentelle Praktiken (Analysen künstlerischer Arbeiten und Diskurse); oder politische Praktiken und ihre Verwendung spezifischer Darstellungsweisen für konkrete Ziele (Analyse der Verwendung von ästhetischen Elementen für politische Ziele). Das Seminar gliedert sich in zwei Teile: der erste Teil dient zur Erlangung eines Grundverständnisses ästhetischer Begriffe und der Unterscheidung von Ästhetik als Kunst und Ästhetik als Prozess der Wahrnehmung (Aisthesis). Im zweiten Teil werden Fokusgruppen gebildet, die sich jeweils auf ein oben genanntes Analyseverfahren beziehen und mit einem konkreten Beispiel arbeiten. Angeleitet durch die Lehrenden werden hier jeweils angemessene Formate der kritischen Auseinandersetzung erarbeitet, die sich in einem experimentellen Kontext erproben lassen (Teil 1 der kombinierten Prüfungsleistung). Das Seminar greift die Idee eines kollaborativen Forschungslabs auf, in dem eigene Ideen, Recherchen und experimentelle Formate der Präsentation erprobt werden können, um so die politische Ästhetik unserer Arbeitsweisen kritisch zu befragen und zu erkunden. Daher findet der zweite Teil im ArchipelagoLab für transversale Praktiken statt und erlaubt dadurch eine Arbeitsstruktur, die gemeinsamen Denk- und Forschungsprozessen eher entspricht als dem klassischen Unterrichtsformat. Am 29.6.2022 werden Sofia Bempeza und Fabian Schäfer zu Gast sein mit einem Workshop zu Ästhetiken der (neuen) Rechten.

Masterforum (Kolloquium)

Dozent/in: Christoph Brunner, Susanne Leeb

Termin:
Einzeltermin | Fr, 29.04.2022, 10:00 - Fr, 29.04.2022, 18:00 | C 14.201 | .
Einzeltermin | Sa, 30.04.2022, 10:00 - Sa, 30.04.2022, 18:00 | C 14.201 | .
Einzeltermin | Fr, 10.06.2022, 10:00 - Fr, 10.06.2022, 18:00 | C 14.201 | .
Einzeltermin | Sa, 11.06.2022, 10:00 - Sa, 11.06.2022, 14:00 | C 14.201 | .

Inhalt: Das Masterforum dient der Diskussion der Masterarbeiten. Studierende stellen Ihre Ideen, Konzepte oder Kapitel vor und es findet eine gemeinsame Diskussion über Inhalte und Anlage der Masterarbeit statt. In der gemeinsamen Diskussion lernen die Studierenden gegenseitig nicht nur viel über das Verfassen der eigenen Arbeit, sondern auch etwas über grundsätzliche Fragen des Verfassens wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

Promotionskolloquium PLG (Kolloquium)

Dozent/in: Christoph Brunner, Steffi Hobuß, Roberto Nigro, Emer O'Sullivan, Ulrike Steierwald, Heiko Stubenrauch

Termin:
Einzeltermin | Do, 07.04.2022, 14:00 - Do, 07.04.2022, 16:30 | Online-Veranstaltung | online
Einzeltermin | Do, 05.05.2022, 14:00 - Do, 05.05.2022, 16:30 | Online-Veranstaltung | online
Einzeltermin | Do, 02.06.2022, 14:00 - Do, 02.06.2022, 16:30 | Online-Veranstaltung | online
Einzeltermin | Fr, 24.06.2022, 13:00 - Fr, 24.06.2022, 18:00 | C 40.175
Einzeltermin | Do, 07.07.2022, 14:00 - Do, 07.07.2022, 16:30 | Online-Veranstaltung | online

Inhalt: Promovierende des Forschungskollegs für Philosophie, Literatur und Geschichte präsentieren ihre Projekte und erläutern sie in der folgenden Diskussion mit den Teilnehmenden des Kollegs.