Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Dr. Eva Kuhn


Lehrveranstaltungen

Spielformen des dokumentarischen Films (Seminar)

Dozent/in: Eva Kuhn

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 9.102 | Möglichst große Projektion und Raum muss verdunkelt werden können

Inhalt: Unhintergehbare Fakten wie die Klimaerwärmung, die Endlichkeit von Ressourcen oder die Ver-letzlichkeit von Demokratie und Gesellschaft stehen derzeit deutlicher im Raum als noch eine hal-be Generation zuvor. Zugleich herrscht eine Konjunktur von Fake News, Alternativen Fakten und Verschwörungstheorien. Diese Konstellation macht eine theoretische Auseinandersetzung mit dem komplexen Verhältnis von Fakt und Fiktion dringlich. Vielfältige Ansätze für diese Auseinan-dersetzung finden sich in der Geschichte und Theorie des Dokumentarfilms. Der Wirklichkeitsbe-zug des Films und damit seine dokumentarische Qualität ist seit den Anfängen des Kinos ein be-ständiger Bezugspunkt seiner medientheoretischen Reflexion. Zentral ist die Frage nach dem Ver-hältnis von Artefakt oder Kunst und Wirklichkeit/Geschichte – Wirklichkeiten und Geschichten, wie sie im Film geschaffen werden und mit der Wirklichkeit im Wechsel wirken. Anhand von stil-bildenden und marginaleren Positionen des Dokumentarfilms vom Beginn der 1920er Jahre bis in die Gegenwart werden im Seminar wichtige Theorien und künstlerische Verfahrensweisen des Dokumentarischen untersucht und Begriffe wie Authentizität, Fakt und Fiktion, Objektivität und Subjektivität, sowie Wissensproduktion und deren audiovisuelle Vermittlung erörtert.

Produktion / Reproduktion. (Weibliche) Arbeit in Kunst und Kino (Seminar)

Dozent/in: Eva Kuhn

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 08:15 - 09:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 14.102b | dringend Raum mit großer Leinwand und Verdunkelungsmöglichkeit benötigt

Inhalt: Die gesellschaftlichen Bewertungen von Arbeit und die gängigen Vorstellungen von Produktivität und Leistung wurden insbesondere in der zweiten Welle der Frauenbewegung einer umfassenden Analyse und Kritik unterzogen. Hingewiesen wurde beispielsweise auf den blinden Fleck in Karl Marx’s Kritik der politischen Ökonomie und aufgezeigt, inwiefern sich unbezahlte Haus- und Care-Arbeit als Bestandteil einer langfristigen, kapitalistischen Strategie erwiesen hat. Die Ausbeutung des Lohnarbeiters durch die „ursprüngliche Akkumulation“ (Marx) beruhe letztlich auf der Aus-beutung derjenigen, die die gesellschaftliche Arbeitskraft „in physischer, sexueller und emotiona-ler“ Hinsicht reproduzieren und aufrechterhalten (Dalla Costa 1973, Federici/Cox 1975). Solche Reflexionen fanden ihren Ausdruck nicht nur in der Politik und Theorie, sondern auch in einer feministisch motivierten Kunst- und Filmproduktion. Viele Anliegen von damals sind bis heute aktuell und werden in künstlerischen Arbeiten stets verhandelt. Im Zentrum des Seminars steht die Diskussion von künstlerischen Arbeiten/Filmen und Verfahrensweisen, die traditionell weib-liche Arbeit zum Thema haben (Mutterschaft, Haushalt, Care-Work, emotionale Arbeit, Sexarbeit etc.), sowie die damit verbundenen Rollen, (häuslichen) Räume und Zeitlichkeiten. Damit einher geht die künstlerische Reflexion von traditionell weiblicher Kreativität (wie beispielsweise Ko-chen und Textilarbeit). Es wird zu untersuchen sein, inwiefern sich diese Formen der Arbeit kapi-talistischen Produktivitätsvorstellungen widersetzen und auch als (selbst-) kritische Reflexionen von etablierten Produktionsformen in Kunst und Kino zu verstehen sind.