Vorlesungsverzeichnis

Suchen Sie hier über ein Suchformular im Vorlesungsverzeichnis der Leuphana.

Veranstaltungen von Dr.in Julia Ganterer


Lehrveranstaltungen

Gewalt im Generationen- und Geschlechterverhältnis (Seminar)

Dozent/in: Julia Ganterer, Angelika Henschel

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 08.04.2020 - 08.07.2020 | C 1.312

Inhalt: Die Gewaltforschung hat eine lange Tradition, die in unterschiedlichen Disziplinen (z.B. Soziologie, Psychologie oder Kriminologie) zu finden ist und das Gewaltphänomen auf ihre jeweils eigene Weise definiert. Das Forschungsinteresse für die Gewalt im Generationen- und Geschlechterverhältnis weist eine deutlich kürzere Historie auf. Die als privat geltende Gewalt in Paarbeziehungen sowie zwischen der generativen Abfolge von Älteren und Jüngeren gewann erst in den letzten Jahrzehnten an wissenschaftlicher Relevanz und erlangte öffentliche Aufmerksamkeit. Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts werden Grundlagen, Ursachen, Erscheinungsformen, Daten und Fakten sowie Auswirkungen und Folgen von Gewalt und Missbrauch innerhalb mehrdimensionaler Geschlechter- und Generationenverhältnisse thematisiert sowie diskutiert und reflektiert. Es werden unterschiedliche qualitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden vorgestellt, um den Studierenden die Pluralität an möglichen Zugängen der Gewaltforschung zu zeigen. Im Forschungsprojekt „Leiblichkeit und Gewalt“ ist der Fokus auf die häuslichen Gewalterfahrungen von Frauen* gerichtet, das mittels eines feministisch-phänomenologischen Ansatzes drei zentrale Erkenntnissinteressen verfolgt: 1.Verflechtung geschlechtlicher Dimensionen von Gewaltverhältnissen 2. Verstehen von Gewalterfahrungen in Ehe- und Partnerschaftsbeziehungen 3. Zusammenhang zwischen leiblichen Intersubjektivierungsprozessen und häuslichen Gewalterfahrungen bei Frauen*. Die Studierenden werden Teil des Projekts, indem sie eigene Forschungsschwerpunkte auswählen, durchführen und mitgestalten. Vom gemeinsamen Forschungsprojekt ausgehend, wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben, Expert*inneninterviews und teilnehmende Beobachtungen durchzuführen sowie sich im Schreiben von Vignetten und Anekdoten zu erproben. Die Datenerhebung wird in mehreren Phasen in unterschiedlichen Frauenhäusern und Gewaltschutzzentren in Niedersachsen, Kärnten und Südtirol stattfinden, sofern die aktuelle Situation dies aufgrund der Corona Krise zulässt. Aus aktuellem Anlass wird dieses Seminar im Sommersemester nicht nur Online angeboten, sondern es soll ermöglicht werden, vermutete Gewaltrisiken, die im Zusammenhang mit der Corona Krise entstehen können (z. B. soziale Isolierung im häuslichen Bereich, etc.), mit verschiedenen Methoden (Dokumentenanalyse, ethnografische Methoden, etc.) in den forschenden Fokus zu nehmen.

Bildung - Geschlecht - Identität (Seminar)

Dozent/in: Julia Ganterer

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 08:15 - 09:45 | 08.04.2020 - 09.07.2020 | C 1.312

Inhalt: Der Begriff Geschlechtervarianten verweist darauf, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt und Geschlechtsidentitäten, geschlechtliche Ausdrucksweisen und Körper vielfältig sind. Im Seminar wird ein vertiefender Blick auf Konzepte von Geschlecht, Körper und Identität unter einer dekonstruktiven und machtkritischen Perspektive vorgenommen. So werden beispielsweise heteronormative Konzepte bestimmter Körper- und Identitätsbilder kritisch hinterfragt sowie Texte sozialwissenschaftlicher, feministischer und bildungswissenschaftlicher Geschlechterdiskurse analysiert und diskutiert. Des Weiteren unterliegt Geschlecht als Kategorie sozialem Wandel und Geschlechterverhältnisse sind auf unterschiedlichen Ebenen in erziehungs- und bildungswissenschaftlichen Verhältnissen relevant. In diesem Seminar soll der Blick auf die historischen, theoretischen und aktuellen Verhandlungen von Geschlecht und Körper in sozialpädagogischen und bildungswissenschaftlichen Kontexten gerichtet werden, um die Gegebenheiten begreifen und hinterfragen zu können.