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Veranstaltungen von Nina Schmulius


Lehrveranstaltungen

Metaphern und Narrative über den Klimawandel: Analyse, Bedeutung und Erkenntnisgewinn (Seminar)

Dozent/in: Nina Schmulius

Termin:
14-täglich | Freitag | 10:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 40.108 | C 40.108

Inhalt: Zwischen „Klimakrisen-Gekreische der Klimanazis“ und „Our house is on fire“- Warnrufen: Wenn wir über den Klimawandel und seine Akteur*innen sprechen, tauchen wir in ein Universum von Wortschöpfungen, Metaphern und Narrativen ein, in denen komplexe Sachverhalte auf einfach verständliche Aussagen reduziert werden. Dieser Prozess geschieht, indem die Gesamtheit des Sachverhalts durch einen typischen Fall repräsentiert wird, der unserer Erfahrung mit der Welt Bedeutung und Kontext verleiht: Ein Narrativ ist ein Denk- Erklärungs- und Interpretationsmuster, das wir nutzen, um uns selbst in der Welt zu verorten. Denn Muster stiften Sinn und Identität: Durch sie fühlen wir uns gesellschaftlichen Gruppen zugehörig. Situationen, die zuvor existenziell bedrohlich erscheinen, werden überschaubar. Doch indem wir Sachverhalte auf Muster reduzieren, werden eben jene Muster selbst zum Träger verschiedener Wissensbestände: Wenn wir sie analysieren und reflektieren, geben sie uns Auskunft darüber, wer das Wissen über den komplexen Sachverhalt in welcher Situation, zu welchem Anlass produziert hat. Die Muster ihrerseits beginnen zu erzählen, wie Sprache, Handeln und Wirklichkeit zusammenhängen. An der Schnittstelle von Kultur- und Sozialwissenschaft können diese Wissensbestände mithilfe von analytischen Methoden sichtbar und nutzbar gemacht werden. Dabei wird die Frage beantwortet, wie wir zu (wissenschaftlichem) Wissen und Erkenntnis gelangen. Und vielleicht auch, wie es uns gelingen kann, die sozial-ökologische Transformation voranzutreiben.