Vorlesungsverzeichnis

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Lehrveranstaltungen

Körperbilder in der Kunst vor 1900 im Spiegel der Naturwissenschaften (Seminar)

Dozent/in: Kassandra Nakas

Termin:
14-täglich | Freitag | 10:15 - 13:45 | 25.10.2019 - 06.12.2019 | C 12.015 | Beginn: 2. Semesterwoche
Einzeltermin | Fr, 20.12.2019, 10:15 - Fr, 20.12.2019, 13:45 | C 12.009
14-täglich | Freitag | 10:15 - 13:45 | 17.01.2020 - 31.01.2020 | C 12.015

Inhalt: Das Seminar widmet sich Körperbildern in der Kunst vor 1900 mit einem Fokus auf ihr Verhältnis zu den Naturwissenschaften. Wir beschäftigen uns mit der Geschichte der Anatomie, der Verwendung von ‚Muskelmännern’ (Écorchés) in Kunstakademien und Ateliers, der Fertigung von wächsernen Körperfragmenten (Moulagen) und der Wiedergabe von Prothesen im Bild. Je nach Epoche begegnen uns eher realistische oder idealistische Körperdarstellungen, die wir in ihrer zeit- und kunstgeschichtlichen Bedingtheit und im Spiegel der jeweiligen naturwissenschaftlichen, v.a. medizinischen Kenntnisse und Entwicklungen besprechen wollen. Galt in der Renaissance die exakte Körperzeichnung als Ausweis künstlerischer Vollendung, so zog der Barock die sinnliche Vergegenwärtigung des Leibes vor. Im 19. Jahrhundert schließlich herrscht ein großer Pluralismus an Körperbildern, von neoklassizistischen Idealisierungen über romantische ‚Zergliederungen’ zu akademischen Prestige-Kompositionen, deren anatomischen Details die Kunstkritik beschäftigten. In der zweiten Jahrhunderthälfte gerät die Repräsentation des Menschen schließlich unter Legitimationsdruck, wozu das veränderte Körperbild der experimentellen Medizin beiträgt. Neben künstlerischen Werken setzen wir uns im Seminar auch mit Texten an der Schnittstelle von Kunst-, Körper- und Wissenschaftsgeschichte auseinander.

Körperbilder in der Kunst vor 1900: Übung vor Originalen in der Hamburger Kunsthalle (Seminar)

Dozent/in: Kassandra Nakas

Termin:
14-täglich | Freitag | 16:00 - 18:00 | 25.10.2019 - 31.01.2020 | extern | Das Seminar findet, sofern nicht anders angegeben, in der Hamburger Kunsthalle statt

Inhalt: Anhand der Sammlungsbestände der Hamburger Kunsthalle erarbeiten wir uns einen Überblick zur Wiedergabe des menschlichen Körpers in den Kunstepochen vor 1900. Wie wurden Alter, Geschlecht, sozialer Status und körperliche Verfassung dargestellt, welche künstlerischen Prämissen waren dafür leitend, welche gesellschaftlichen und ethischen Vorstellungen bildeten sich dadurch ab? Vor Originalen diskutieren wir u.a. frühneuzeitliche Sündenfall- und Vanitas-Darstellungen, den Stellenwert der Anatomie in Renaissance und Barock, die porzellangleichen Körper des Neoklassizismus, die Wiedergabe von Kranken in Realismus und Symbolismus, die Repräsentation von Kindern in Barock und Romantik, Künstlerselbstbildnisse sowie die Überwindung des statuarischen Körperbilds in den Materialexperimenten gegen 1900. Wir richten den Blick auch darauf, welche Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit dabei jeweils formuliert wurden, und wie die Maler und Bildhauer des 19. Jahrhunderts auf das neue Medium Fotografie reagierten.