Vorlesungsverzeichnis

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Lehrveranstaltungen

Die Religion der Achsenzeit (Seminar)

Dozent/in: Dirk Schmid

Termin:
wöchentlich | Freitag | 12:15 - 13:45 | 16.10.2020 - 29.01.2021 | C 12.108

Inhalt: Karl Jaspers hat 1949 Begriff und Idee der „Achsenzeit“ geprägt: die Vorstellung einer revolutionären weltbildlichen Umbruchzeit, die um ca. 500 v. Chr. ihren Höhepunkt erreicht und in der sich wesentliche menschliche Grundfragen und Antwortmöglichkeiten ausbilden, von denen die Menschheit bis heute geprägt ist. Nicht zuletzt entstehen in dieser Umbruchzeit Teile großer Weltreligionen. Auch wenn sich historisch Manches gegen die Theorie der Achsenzeit einwenden lässt, hat sie doch in den zurückliegenden Jahren immer wieder vielfaches wissenschaftliches Interesse gefunden, im deutschsprachigen Raum zuletzt 2019 gleich zweimal: bei dem international renommierten Religionssoziologen Hans Joas in seinem Buch „Die Macht des Heiligen. Eine Alternative zur Geschichte von der Entzauberung“ und beim wohl bekanntesten deutschen Gegenwartsphilosophen, dem neunzigjährigen Jürgen Habermas im ersten Band seines Werks „Auch eine Geschichte der Philosophie“, der den bezeichnenden Untertitel „Die okzidentale Konstellation von Glauben und Wissen“ trägt. Wie erklärt sich dieses erneute Interesse an der Theorie der Achsenzeit bei Joas und Habermas? Zwei Aspekte scheinen mir eine Rolle zu spielen: Wenn Jaspers recht haben sollte mit seiner These, dass in der Achsenzeit sich die großen Menschheitsfragen und Antwortmöglichkeiten ausbilden, von denen die Menschheit bis heute geprägt ist, dann zeigt der Blick auf die achsenzeitliche Religion vielleicht eine solche Gestalt von Religion, die erklären würde, warum Religion bis heute, also noch in modernen, d.h. säkularisierten Gesellschaften und Kulturen eine bleibende Rolle spielt; und dann zeichnet sich vielleicht so etwas wie ein universalmenschlicher religiöser Konsens ab, der als Modell für moderne, d.h. religiös pluralisierte Gesellschaften und Kulturen theoretisch und praktisch genutzt werden kann. Der erste Aspekt betrifft Möglichkeiten einer allgemeinen Theorie der Religion, der zweite Probleme einer Theologie der Religionen und des interreligiösen Dialogs. Beide Aspekte sollen im Seminar betrachtet und theologisch diskutiert werden. Darüber hinaus bietet das Seminar den Teilnehmenden die Möglichkeit, einen ersten groben Einblick in einige nichtchristliche Religionen zu bekommen, die (bzw. deren Anfänge) sich in der sog. Achsenzeit herausgebildet haben (Hinduismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Judentum, Parsismus).

Ökumene und Corona (Seminar)

Dozent/in: Henning Theißen

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 08:15 - 09:45 | 15.10.2020 - 28.01.2021 | C 16.222

Inhalt: Die großen Kirchen in Deutschland haben auf die Corona-Pandemie mit der proaktiven Absage der öffentlichen Gottesdienste reagiert und gleichzeitig alternative Praxisformen der Kommunikation des Evangeliums erprobt. Reflektierende theologische Beiträge sind jedoch noch selten. Das Seminar sichtet praktische und reflektierende Beiträge unter den Fragestellungen: - Wie deuten Kirchen und Theologien die Corona-Pandemie? - Welche theologischen Potenziale stecken in der Corona-Pandemie selbst?