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Lehrveranstaltungen

Praktiken der Avantgarden: Manifeste – Performativität – Artefakte (Seminar)

Dozent/in: Sandra Neugärtner

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 6.320 | .

Inhalt: Im Zentrum des Seminars stehen die Praktiken der klassischen Avantgarden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Vertreter*innen des Dadaismus, des Futurismus, des Konstruktivismus und der Produktionskunst rebellierten gegen die traditionellen Werte der bürgerlichen Gesellschaft und verliehen der Kunst eine neue Bedeutung. Wir konzentrieren uns auf den Medienumbruch, die Materialexperimente und das Konzept der Anti-Kunst. Wie sollte mit den verschiedenen Praktiken eine gesellschaftliche Veränderung vorangetrieben und Kunst in „Lebenspraxis“ (Bürger 1974) überführt werden? Wir untersuchen die Performativität als durchgängigen Gestus der Manifeste, mit denen alle gültigen kulturellen Codes und Kontexte zerstört werden sollten und sich die Avantgarde konstituierte. Wir erörtern neue künstlerische Verfahren des Performativen entlang von / in Abgrenzung zu Begriffen, wie Prozesshaftigkeit, Iteration, Resignation und schließlich Performance – von Hugo Balls Cabaret Voltaire und El Lissitzkys Neukonzeption des Ausstellungsraums („Demonstrationsraum“, 1926) bis zu den neuen künstlerischen Strategien von Kurt Schwitters, Warwara Stepanova und Marcel Duchamp. Von hier spannen wir den Bogen zu Vertreter*innen der Neo-Avantgarde und Künstler*innen der Gegenwart, etwa Marcel Broodthaers, Bruce Nauman, Atsuko Tanaka, Andrea Fraser und Jutta Koether, und setzen ihre Strategien in Relation zu den früheren Praktiken der Avantgarde.