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Werdegang

Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Promotion über Geschichtstheorien der Moderne in der Literatur. Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Von 1994 bis 2001 stellv. Direktorin der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Klassik Stiftung Weimar. Forschung zu Leibniz’ System einer Universalbibliothek, Arbeiten zu Raumkonzepten des 18. Jahrhunderts, zur Geschichte der Weimarer Klassik und zu Sammlungstheorien der Moderne. Bis 2011 Professorin für Informationswissenschaft (C3) an der Hochschule Darmstadt. Schwerpunkte: Historische Wissensrepräsentationen, Medientheorie, Mediengeschichte. Leitung der Editions- und Forschungsstelle Frank Wedekind. Seit WS 2011/2012 Professorin für Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Lüneburg. Schwerpunkte: Literatur- und Kulturgeschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts, Moderne / Postmoderne, Ästhetik, Wissensordnungen, Kulturelles Gedächtnis, Begriffsgeschichte.

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Ausführliche Information unter: www.ulrike-steierwald.de

Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Promotion über Geschichtstheorien der Moderne in der Literatur (s.c.l.). Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Von 1994 bis 2001 stellv. Direktorin der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Klassik Stiftung Weimar. Studie zu Leibniz’ System einer Universalbibliothek. Arbeiten zu Raumkonzepten des 18. Jahrhunderts, zur Geschichte der Weimarer Klassik und zu Sammlungstheorien der Moderne. Bis 2011 Professorin für Informationswissenschaft an der Hochschule Darmstadt, Fakultät Media. Schwerpunkte: Historische Wissensrepräsentationen, Medientheorie, Mediengeschichte. Leitung der Editions- und Forschungsstelle Frank Wedekind. Seit WS 2011/2012 Professorin für Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Lüneburg. Forschung und Lehre in Kultur- und Literaturwissenschaft unter interdisziplinär offenen epistemologischen und diskursanalytischen Fragestellungen. Dekanin des Leuphana College. Aktuelle Schwerpunkte: Literatur- und Kulturgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, Moderne / Postmoderne, Ästhetik, Wissensordnungen, Kulturelles Gedächtnis, Bildungstheorie.

Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Promotion über Geschichtstheorien der Moderne in der Literatur (s.c.l.). Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Von 1994 bis 2001 stellv. Direktorin der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Klassik Stiftung Weimar. Studie zu Leibniz’ System einer Universalbibliothek. Arbeiten zu Raumkonzepten des 18. Jahrhunderts, zur Geschichte der Weimarer Klassik und zu Sammlungstheorien der Moderne. Bis 2011 Professorin für Informationswissenschaft an der Hochschule Darmstadt, Fakultät Media. Schwerpunkte: Historische Wissensrepräsentationen, Medientheorie, Mediengeschichte. Leitung der Editions- und Forschungsstelle Frank Wedekind. Seit WS 2011/2012 Professorin für Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Lüneburg. Forschung und Lehre in Kultur- und Literaturwissenschaft unter interdisziplinär offenen epistemologischen und diskursanalytischen Fragestellungen. Dekanin des Leuphana College. Aktuelle Schwerpunkte: Literatur- und Kulturgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts, Moderne / Postmoderne, Ästhetik, Wissensordnungen, Kulturelles Gedächtnis, Bildungstheorie.

Publikationen

Bücher und Anthologien

  1. Sprachbildlichkeit: Zur Universalpoesie eines Thesaurus
    Ulrike Steierwald (Herausgeber*in) , Wolfgang Karl Kemp (Herausgeber*in) , 2019 , 143 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienZeitschriftenhefteForschung

  2. Wie anfangen?: Literarische Entwürfe des Beginnens
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 2016 Berlin , 89 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienMonografienForschungbegutachtet

  3. Weimar - Archäologie eines Ortes
    Ulrike Steierwald (Herausgeber*in) , Georg Bollenbeck † (Herausgeber*in) , Michael Knoche (Herausgeber*in) , Jochen Golz (Herausgeber*in) , 2001 1.. Aufl. Weimar , 216 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienSammelwerke und AnthologienForschung

  4. Wissen und System: Zu Gottfried Wilhelm Leibniz' Theorie einer Universalbibliothek
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 1995 Köln , 134 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienMonografienForschungbegutachtet

  5. Leiden an der Geschichte: Zur Geschichtsauffassung der Moderne in den Texten Joseph Roths
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 1994 Würzburg , 198 S.

    Publikation: Bücher und AnthologienMonografienForschungbegutachtet

Beiträge in Zeitschriften

  1. Robert Walsers Sprachbildlichkeit: Im Trialog mit Thomas Hirschhorns Ruinen und Mark Wallingers Schattenspielen
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 08.11.2023 , in: Arcadia, 58, 2 , S. 224-242 , 19 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

  2. Purpurne Zeichen: Poetische Qualität und erschütternder Realismus verknüpfen Ulrike Draesners „Die Verwandelten“ mit Ovids sprachlichen Metamorphosen der Gewalterfahrung
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 01.04.2023 , in: literaturkritik.de, 25, 4 , S. 71-77 , 7 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenRezensionenForschung

  3. Zittern – Rebellieren – Sterben: Joseph Roths Roman „Die Rebellion“ (1924) und die Traumata des Krieges
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 01.03.2022 , in: literaturkritik.de, 3

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeTransferbegutachtet

  4. Krankheit, Sterben und Tod im Leben und Schreiben europäischer Schriftsteller. Ed. Roland Berbig, Richard Faber und Christof Müller-Busch. Bd. 1: Das 18. und 19. Jahrhundert. Bd. 2: Das 20. und 21. Jahrhundert. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2017.
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 01.01.2019 , in: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen, 171, 1 , S. 160-163 , 4 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenRezensionenForschung

  5. Thesaurieren: Bildrelationen im Beziehungssystem der Sprache
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 01.01.2019 , in: Figurationen. Gender, Literatur, Kultur, 20, 2/2019 , S. 7-24 , 15 S.

    Publikation: Beiträge in ZeitschriftenZeitschriftenaufsätzeForschungbegutachtet

Beiträge in Sammelwerken

  1. Ulrike Draesner | Schwitters | 2020
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 01.07.2025 Berlin , S. 247-270 , 24 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschungbegutachtet

  2. Schichten - Formationen - Form: Zu Ulrike Draesners Erkundungen
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 11.03.2024 , S. 63-80 , 18 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschungbegutachtet

  3. Das Zögern auf den Punkt bringen: Zur Performativität deutschsprachiger Poetikvorlesungen
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 08.08.2022 Berlin, Boston , S. 125-145 , 21 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschungbegutachtet

  4. Robert Walser lieben: Ähnlichkeit im Zeichen sprachlicher Anverwandlung
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 01.01.2022 Bern , S. 551-560 , 10 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in KonferenzbändenForschungbegutachtet

  5. Bewegte Betrachtung: Zur Literarisierung des Reisens im frühen 18. Jahrhundert
    Ulrike Steierwald (Autor*in) , 10.11.2018 Göttingen , S. 229-254 , 26 S.

    Publikation: Beiträge in SammelwerkenAufsätze in SammelwerkenForschungbegutachtet

Lehrveranstaltungen

In den zwei Semestern, die die Veranstaltung „Literatur – Theater – Performanz“ umfasst, geht es um die Frage, was die Künste in ihren öffentlich wirksamen, gesellschaftlichen Räumen im wahrsten Sinne des Wortes bewegen können. In den heute global erstarkenden Autokratien und Diktaturen, in der wachsenden politischen Gewalt gegenüber Vielfalt und Abweichung, in der Diskriminierung von Minderheiten und ‚Andersdenkenden‘ wenden sich Aggression und Abwertung auch und insbesondere gegen das kritische Potential, das in den genuin offenen Fragestellungen der Künste liegt. Nicht zufällig ist parallel eine wachsende Wissenschaftsfeindlichkeit in Deutschland zu beobachten, denn auch die Wissenschaft muss sich der Komplexität ihrer Fragen ergebnisoffen stellen können.
Die Theatralität und Performativität der Künste ermöglichen in ihren kulturellen Räumen eine reflektierte Form der Auseinandersetzung mit normativen Verhärtungen, dem Primat ökonomischer Verwertbarkeit und Funktionalisierung und mit dem Bedarf nach einfachen Lösungen und ‚Führung‘ in Zeiten der Verunsicherungen und Ängste. Auch der durch verwertbare Zielorientierung bestimmten KI kann sich eine körperliche, physische Performativität des Sprechens, Schreibens und Denkens situativ und zugleich in Bewegung widersetzen.
Die im Seminar zu entwickelnden Themenfelder reichen von aktuellen Inszenierungen im zeitgenössischen Theater, Performances und Installationen der zeitgenössischen Kunst über postmigrantisches Schreiben, vielsprachige Spielräume, Kritiken anthropozentrischer Selbstermächtigung, genderfluide Körperbilder bis hin zur Geschichte bewegter Bilder und Körper im Film oder einer Theatergeschichte der Emotionen.

Das Projektband macht bewusst ein breites, aber methodisch klar definiertes Feld konkreter Themen auf, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, selbständig einen forschungsorientierten Ansatz zu entwickeln. Eine Vermischung der im Modul entwickelten Forschungsfragen mit der Praxisphase des Masterstudiengangs (im 2. Semester) ist nicht vorgesehen. Ein Forschungstransfer auf die Praxisfelder der Bildungssysteme bzw. Schulen ist aber möglich.

Prüfungsleistung 1: Erst bis spätestens 12. April 2026 abzugeben: Forschungskonzept (schriftlich, 50 %)
Prüfungsleistung 2: Anfang Juli 2026 - Inszenierung/Performance/Vortrag (mdl., 50 %)
Die Arbeit am jeweiligen Forschungsthema erfolgt semesterbegleitend und wird in Seminargesprächen, in Präsentationen und gemeinsamen Exkursionen entwickelt. Eine regelmäßige Teilnahme wird daher dringlich empfohlen.
Nächster Termin:
Mittwoch, 14.10.2026 um 16:15 Uhr
Michael Ahlers, Claudia Albes, Monika Schoop, Ulrike Steierwald
Im Kolloquium haben Promovierende des Kollegs die Möglichkeit, Auszüge aus den Promotionsprojekten zu präsentieren und in kollegialem Rahmen zu diskutieren. Darüber hinaus tragen Gastbeiträge zur inhaltlichen und methodischen Weiterqualifikation bei.
Nächster Termin:
Lehrveranstaltungen für dieses Semester beendet.
Der lebendige „Körper“, als notwendige Bedingung von Kognition und Weltzugang, ist einer der meistdiskutierten Begriffe in unterschiedlichen Diskursen der Kulturgeschichte und Gegenwart: In der phänomenologisch basierten Bewusstseinsphilosophie des Leibes, in der posthumanistischen Kritik an der Abgrenzbarkeit dieses Leib-Begriffs, in den aktuellen neurophysiologischen Forschungen und nicht zuletzt in der Geschichte des Wissens (Epistemologie) um die Physis des Lebendigen. Jenseits der hegemonialen Selbstbehauptungen des aufgeklärten Subjekts haben sich die Künste seit dem späten 18. Jahrhundert bis heute mit den Voraussetzungen, Widersprüchen und insbesondere mit dem Gewaltpotential der jeweiligen Körperkonzepte auseinandergesetzt.
Der Körper erscheint als Wahrnehmungsorganismus und zugleich Figuration und Ausdruck, als ein Medium per se.
Literarische und künstlerische Positionen formulierten die offenen Fragen nach den Verkörperungen der Wahrnehmung, des Denkens und Fühlens jenseits geklärter Grenzziehungen. Schon im 17. Jahrhundert, parallel zu den dualistischen Konzepten der Aufklärung (Mensch/Umwelt, Verstand/Gefühl, Materie/Transzendenz) zeichneten sich normative Körperdiskurse und Körperpraktiken ab in denen dessen materielle Einbettung in die Natur immer weiter aus dem Blickfeld geriet. Überschneidungen, wechselseitige Einflüsse und Widersprüche von künstlerischen und biologischen bzw. medizinischen Diskursen bestimmen dabei die Grenzverschiebungen in der Greifbarkeit und Begrifflichkeit von menschlichen Körpern.
Das Seminar widmet sich der Sprachbildlichkeit von Körpertexten in ihren Visualisierungen, Beschreibungen, Modellierungen und in ihrem kritischen Potenzial seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Der kulturgeschichtliche Bogen reicht von Lessings Körper-Reflexionen bis zu aktuellen künstlerischen oder literarischen Positionen, wie Berlinde De Bruyckeres grenzauflösenden Installationen oder Christine Wunnickes mit dem Büchner-Preis 2026 ausgezeichnetem Roman „Wachs“.
Nächster Termin:
Donnerstag, 15.10.2026 um 10:15 Uhr
Der lebendige „Körper“, als notwendige Bedingung von Kognition und Weltzugang, ist einer der meistdiskutierten Begriffe in unterschiedlichen Diskursen der Kulturgeschichte und Gegenwart: In der phänomenologisch basierten Bewusstseinsphilosophie des Leibes, in der posthumanistischen Kritik an der Abgrenzbarkeit dieses Leib-Begriffs, in den aktuellen neurophysiologischen Forschungen und nicht zuletzt in der Geschichte des Wissens (Epistemologie) um die Physis des Lebendigen. Jenseits der hegemonialen Selbstbehauptungen des aufgeklärten Subjekts haben sich die Künste seit dem späten 18. Jahrhundert bis heute mit den Voraussetzungen, Widersprüchen und insbesondere mit dem Gewaltpotential der jeweiligen Körperkonzepte auseinandergesetzt.
Der Körper erscheint als Wahrnehmungsorganismus und zugleich Figuration und Ausdruck als ein eigenes Medium. Literarische und künstlerische Positionen formulierten die offenen Fragen nach den Verkörperungen der Wahrnehmung, des Denkens und Fühlens jenseits geklärter Grenzziehungen. Schon im 17. Jahrhundert, parallel zu den dualistischen Konzepten der Aufklärung (Mensch/Umwelt, Verstand/Gefühl, Materie/Transzendenz) zeichneten sich normative Körperdiskurse und Körperpraktiken ab in denen dessen materielle Einbettung in die Natur immer weiter aus dem Blickfeld geriet. Überschneidungen, wechselseitige Einflüsse und Widersprüche von künstlerischen und biologischen bzw. medizinischen Diskursen bestimmen dabei die Grenzverschiebungen in der Greifbarkeit und Begrifflichkeit von menschlichen Körpern.
Das Seminar widmet sich der Sprachbildlichkeit von Körpertexten in ihren Visualisierungen, Beschreibungen, Modellierungen und in ihrem kritischen Potenzial seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Der kulturgeschichtliche Bogen reicht von Lessings Körper-Reflexionen bis zu aktuellen künstlerischen oder literarischen Positionen, wie Berlinde De Bruyckeres grenzauflösenden Installationen oder Christine Wunickes mit dem Büchner-Preis 2026 ausgezeichnetem Roman „Wachs“.
Nächster Termin:
Donnerstag, 15.10.2026 um 09:00 Uhr
"Es bedarf der Umwege über die Geschichte, um die Gegenwart mit sich selbst bekannt zu machen" – zitiert die Schriftstellerin Katerina Poladjan 2026 auf der Leipziger Buchmesse aus Thomas Manns "Der Zauberberg" (1924) und sieht in dieser These auch die offene Frage aufbrechen, was die Künste in der heutigen Gegenwart überhaupt noch bewirken können.

Um Möglichkeiten der Beantwortung dieser Frage auszuloten, wird in dieser Vorlesung die Geschichte der deutschsprachigen Literatur in der Europäischen Moderne als Theatergeschichte in den Fokus genommen. Dabei wird "Theater" als ein genuiner Schauplatz der gesellschaftlichen Öffentlichkeit verstanden, der tatsächlich immer die offenen Fragen nach der politischen Wirksamkeit der Künste stellte und in den jeweiligen Konzepten und Inszenierungen sichtbar machte. Der in der Vorlesung "Ästhetik, Rhetorik, Mimesis" des Sommersemesters vermittelte Literaturbegriff prägt sich kulturgeschichtlich nicht zuletzt an diesen Fragen aus und beschreibt die eklatanten Verschiebungen und Transformationen in den Denkweisen, Wissenshorizonten und medialen Praktiken der Jahrhunderte.
Immer ist die Literatur ein öffentlicher, diskursiver Austragungsort, an dem sich andere – normative, funktionale, ideologische und bildungspolitische – Diskurse brechen können. Daher lässt sich im Ringen um ein spezifisch deutschsprachiges Theater des 18. bis 20. Jahrhunderts aufzeigen, inwieweit die Kulturgeschichte seiner Wahrnehmung – seiner emotionalen und damit auch politischen und bildungstheoretischen Wirksamkeit – zu verstehen ist. So bringt die Geschichte des Phänomens "Theater" nicht zuletzt Erhellendes über die gegenwärtige gesellschaftliche Situierung der Künste zu Tage. In einer von Ängsten, Verunsicherung, Gewalt, Diskriminierung geprägten Öffentlichkeit und einem in Deutschland sich gerade wieder politisch etablierenden Rechtsextremismus ist auch eine wachsende Aversion und Aggression gegenüber den Künsten (wie auch den Wissenschaften) zu beobachten.
Das "Theater" lässt sich heute – in der medialen Vereinzelung KI-gesteuerten Sprechens, Schreibens und Handelns – nur bedingt als ein konkretes, physisches Aufeinandertreffen von sich als Personen verstehenden Subjekten beschreiben. Und dennoch könnte es eine Möglichkeit bieten, nicht nur Erhellendes zum Verständnis der Gegenwart beizutragen, sondern sich auch ihrem Gefahrenpotential kritisch und sprachlich bewusst zu stellen.

* Zur Remote-Prüfungsform: Die schriftliche wissenschaftliche Leistung besteht, semesterbegleitend, aus der Beantwortung von zwei digital zu bearbeitenden Fragenkomplexen, die sich ausschließlich auf den in der Vorlesung gehörten Stoff beziehen. Es wird jeweils ausreichend Zeit sein, die Fragen online zu beantworten. Die beiden Termine werden zu Semesterbeginn mitgeteilt.
Zur Prüfungsvorbereitung wird eine Mitschrift im Rahmen der Vorlesung empfohlen, also ein Skript, das als wissenschaftliche Praxisform bereits im SoSe 26, im Rahmen der Vl "Ästhetik, Rhetorik, Mimesis", eingeübt wurde, jetzt aber ausschließlich für das eigenständig Reflektieren und Repetieren gedacht ist. Ein starkes Tutorinnen-Team steht den Studierenden wieder zur Seite, um die Prüfungsvorbereitungen zu begleiten und zu unterstützen.
Nächster Termin:
Mittwoch, 14.10.2026 um 12:15 Uhr
Raum: C HS 1
Die Lesereise um den Preis der LiteraTour Nord ist ein einmaliges Projekt von norddeutschen Kultureinrichtungen, Buchhandlungen, Universitäten und einer Stiftung (VGH). Gemeinsam laden wir fünf deutschsprachige Autor:innen ein, ihre aktuellen Romane in sieben Städten vorzustellen.
Welche dieser Neuerscheinungen am Ende der Lesereise als ‚Beste‘ ausgezeichnet wird, entscheiden das Publikum und die Jury der LiteraTour Nord.
Das projektbegleitende Seminar der Leuphana Universität steht in enger Verbindung mit der Reisestation „Lüneburg“, deren Lesungen im Literaturbüro (Heinrich-Heine-Haus) stattfinden werden. Der Wettbewerb bietet ein gesellschaftliches Forum für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur und eröffnet zugleich einen Reflexionsraum für die existenziellen wie politischen Fragen dieser „Gegenwart“.

Die LiteraTour Nord ist aber auch eines von vielen Rädern im Literaturbetrieb, die Texte selektieren, kommentieren und vermarkten. Indem wir im Seminar die Texte diskutieren, bewerten und schließlich bei der LiteraTour unser eigenes Votum über die 'besten' Texte abgeben, werden wir selbst Teil dieser Kanonisierungsprozesse. Die universitäre Sicht bietet die Möglichkeit, diese Position zu reflektieren und gegenwärtige Kanonisierungsprozesse zu objektivieren.

Im Seminar werden wir deshalb auch diesen Fragen nachgehen: Was macht gute Literatur aus und wer bestimmt das? Welchen Gesetzmäßigkeiten folgt der Literaturbetrieb? Schränken Literaturkritik und Gegenwartsliteraturforschung die Freiheit der Literatur ein? Welche Grenzen und Herausforderungen ergeben sich für die wissenschaftliche Erschließung zeitgenössischer Literatur?

Die einzigartige Möglichkeit, sich mit Autor:innen der Gegenwart in Präsenz auseinanderzusetzen, eröffnet unterschiedliche Perspektiven. Ihre poetologischen Selbstreflexionen gewähren Einblicke in politische Standpunkte, ästhetische Ziele und fragen nach der heutigen Aufgabe von Literatur und der Sinnhaftigkeit ihres Tuns.

In kleinen Teams begleiten die Studierenden die Lesungen mit einem Podcast-Programm und lernen im Laufe des Semesters das Verfassen von Literaturkritiken.
Nächster Termin:
Montag, 12.10.2026 um 10:15 Uhr
Die Konzeption des Masterforums "Kulturen der Unordnung" setzt auf dem zweisemestrigen Projektband auf, ist bei einem Interesse an der Entwicklung einer Master-Thesis bei Prof. Dr. Ulrike Steierwald aber auch unabhängig davon zu studieren. Schreiben Sie dann ggf. eine Mail an ulrike.steierwald@leuphana.de (Einsendeschluss ist der 12.10.2026)
Es geht um Analysen normativer Strukturen, Formen und Standards, um Orientierung, Sozialisation und Kontrollierbarkeit stiftende Kulturen, die nicht zuletzt in den Bildungssystemen wirkmächtig werden. In diesem Teil-Modul stehen jedoch auch Fragen der Störung, Destabilisierung und Dysfunktionalität im Mittelpunkt, die die jeweils wirksamen Normalismen irritieren, ohne anschließend eingeebnet zu werden oder sich in neuen Normativen zu etablieren.

Die (unabhängig vom Teil "Basisqualifikation" dieses Moduls zu sehende) Lehrveranstaltung zielt auf Fragen der Wissenschaftskommunikation und den Transfer von Forschungsergebnissen, die kulturwissenschaftliche und bildungstheoretische und/oder epistemologische Fragestellungen in den Fokus nehmen bzw. genommen haben.

Im WS 26/27 zielt der Transfer u.a. auf eine im Team zu erarbeitende Performance, die auf der übergreifenden Modul-Tagung am Ende des Semesters, auf einer hochschulöffentlichen Bühne zu erleben sein wird. Das Ergebnis wird zu 60 % in die Bewertung der Kombinierten Prüfungsleistung des Gesamt-Moduls einfließen.
Nächster Termin:
Mittwoch, 14.10.2026 um 14:15 Uhr
Steffi Hobuß, Sven Kramer, Roberto Nigro, Emer O'Sullivan, Ulrike Steierwald, Heiko Stubenrauch
Promovierende des Forschungskollegs für Philosophie, Literatur und Geschichte präsentieren ihre Projekte und erläutern sie in der folgenden Diskussion mit den Teilnehmenden des Kollegs. Darüber hinaus diskutiert das Kolleg relevante Forschungsliteratur und richtet Workshops mit geladenen Gästen aus.
Nächster Termin:
Mittwoch, 14.10.2026 um 14:00 Uhr
Tanja Hattermann, Ulrike Steierwald
Nächster Termin:
Lehrveranstaltungen für dieses Semester beendet.