Course Schedule


Lehrveranstaltungen

Judentum und Antisemitismus in der deutschsprachigen Literatur 1871-1933 (Seminar)

Dozent/in: Julia Menzel

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 14.10.2013 - 31.01.2014 | C 11.307

Inhalt: Das enge Ineinandergreifen von Kunst- und Volksdiskursen kennzeichnet den facettenreichen historischen Komplex 'Juden und deutsche Literatur', mit dem sich die Veranstaltung auseinandersetzen wird. Zwei Aspekte sollen im Zentrum der Diskussionen stehen: Zum einen wird sich das Seminar dem antisemitisch argumentierenden Diskursstrang in der Kontroverse um die sogenannte 'deutsch-jüdische Literatur' in den Jahren zwischen 1871 und 1933 zuwenden und analysieren, auf welche Weise jüdische Schriftsteller der deutschen Sprache und Kultur als nicht zugehörig dargestellt wurden. Welche Eigenschaften wurden jener angeblich 'fremden' Literatur zugeschrieben und wie wurde demgegenüber das 'eigene', 'deutsche Schrifttum' definiert? Zum anderen wird sich das Seminar mit der Frage beschäftigen, wie die Literatur selbst eine Ideologie wie den Antisemitismus vermitteln kann. Zu diesem Zweck werden zeitgenössische literarische Texte von Heinrich Mann, Thomas Mann und Artur Dinter auf die in ihnen konstruierten Figuren des Jüdischen hin untersucht werden. Entsprechen die dort gezeichneten Judenbilder den außerliterarisch vorhandenen Vorurteilen und Mythen oder kann die Literatur die aufgegriffenen Stereotype auch subvertieren? In der diskursanalytisch fundierten Auseinandersetzung mit verschiedenen Stimmen und Narrationen wird ein Überblick über die historische Debatte um 'Juden und deutsche Literatur', in der es schon vor 1933 immer auch um mehr als um Literatur ging, erarbeitet werden.

Vom "Theater der kleinen Leute" zum "Filmischen Schreiben" - Die literarische Debatte um das frühe Kino in Deutschland (Seminar)

Dozent/in: Gerhard Schäffner

Termin:
wöchentlich | Montag | 08:15 - 09:45 | 14.10.2013 - 31.01.2014 | C 11.117

Inhalt: „In den Rayon der Literatur ist das Kino eingedrungen“ schreibt Alfred Döblin 1928 in seiner Rezension von Joyces ULYSSES. Seither ist die Rede von der „filmischen Schreibweise“ innerhalb der literarischen Moderne. Dem voraus geht ein dekadischer Diskurs über das Verhältnis von Literatur und Film, seit das Kino in Konkurrenz zu den bisher dominanten Distributionsmedien von Literatur wie Theater, Buch und andere Printmedien getreten ist. Ein gewisser Enthusiasmus für die neuen Ausdrucksmöglichkeiten literarischen Schaffens überstrahlt dabei die auch geäußerte apokalyptische Skepsis. Anhand von zeitgenössischen Texten der in den 1910er Jahren einsetzenden „Kinodebatte“ in der deutschen Literaturszene und anhand von ausgewählten Filmbeispielen wollen wir untersuchen, inwiefern sich Dramatik, Lyrik und Narrativik einer filmischen Ästhetik angenähert haben, nachdem sich der Film mit der Verbreitung durch „Lichtspieltheater“/Kinopalästen literarisiert hatte. Details zur thematischen Abfolge finden Sie in der Rubrik „Seminarplan“.