Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Dr. Vera Tollmann


Lehrveranstaltungen

Feminismus und Technologie (Seminar)

Dozent/in: Vera Tollmann

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 5.310

Inhalt: Von der Mikrowelle zum Metaverse: Worum geht es der feministischen Technikkritik? Welche Technologien veranlassten feministische Wissenschaftlerinnen, ihre Auswirkungen zu hinterfragen? Und was können wir heute von dieser Denkweise lernen? Nun, Donna Haraways "Cyborg Manifest" von 1985 kritisierte die Mensch-Maschine-Beziehung, wie sie in den Big Science oder im Silicon Valley definiert wurde, um andere fiktionale Konfigurationen zu denken und auf diese Weise Kritik zu üben. Haraways Manifest kann als Ausgangspunkt für Debatten über feministische Methoden und Strategien zur imaginativen Konstruktion einer Zukunft mit Computertechnologien betrachtet werden. Seitdem haben sich die Debatten durch die Digitalisierung und maschinelles Lernen weiter verschärft. Jüngste feministische Kritik richtet sich gegen intelligente Haushaltsgegenstände, virtuelle Assistenten oder biometrische Anwendungen. Des weiteren soll es im Seminar darum gehen, wie Technologie und ihre Nutzungsmodalitäten aus feministischer Perspektive mitgestaltet werden können: Neben der Diskussion kritischer Texte aus STS, Medien- und Kulturwissenschaften werden wir uns mit aktuellen Forschungs- und Praxisformationen wie dem Netzwerk Feminist AI oder dem Projekt Feminist Server beschäftigen. Feministisches Denken und Schreiben bieten uns ein Prisma, um die Auswirkungen von Technologien auf Geschlechterverhältnisse zu betrachten. In diesem Seminar geht es um affirmative und kritische technofeministische Antworten auf die Entwicklungen im Silicon Valley und darüber hinaus. Wie kommen wir mit der technologischen Welt zurecht und wie reflektieren wir die ambivalenten Entwicklungen?

Der vertikale Blick. Mediatisierung, Datafizierung, visuelle Kultur (Seminar)

Dozent/in: Vera Tollmann

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | C 6.316

Inhalt: Dieses Seminar beschäftigt sich mit dem Paradigma des Blicks von oben. Vertikale Luftbildaufnahmen und Satellitenbilder lassen sich als instrumentelle Bilder, operative Bilder oder Datenbilder konzeptualisieren und stehen für ein visuelles Regime, das die Welt erkunden, kartieren, überwachen, kontrollieren und beherrschen will. Bevor das Regime des militärischen Blicks im 20. Jahrhundert etabliert wurde, wurden die ersten vertikalen Bilder, soweit sie bekannt sind und heute noch existieren, von Ballonfahrern und Meteorologen in Paris und London aufgenommen. Faktoren wie Wetter und Kameratechnik waren ausschlaggebend für die Ergebnisse. Der Kalte Krieg und das "'neue vertikale Regime', das durch die Weltraumforschung ermöglicht wurde", bildeten die Grundlage für die Entwicklung einer "neuen technologievermittelten Vertikalität" (Mendenhall, Deudney). Das Weltraumzeitalter brachte eine Reihe von Medieninfrastrukturen und digitalen Medien wie Multispektralscanner, Kameras und eine allgemeine digitale Bildverarbeitung hervor. Mit dem Start des Landsat-Programms im Juli 1972, den ersten Erdbeobachtungssatelliten, leitete die NASA einen epochalen Wandel ein, der vorerst das Ende der bemannten Raumfahrt bedeutete. Ein situierter Verbund aus Sensoren, Satelliten, maschinellem Lernen und Algorithmen wertet die Welt als Bild- und Datenquelle aus. Wie James C. Scott in Seeing Like a State schreibt, haben Bilddaten selbst keine Bedeutung. Sie erfordern eine Darstellung, einen Rahmen und eine Interpretation.Wie verändert sich der panoptische, moderne Blick im digitalen Zeitalter? Welche neuen Akteur*innen, Anwendungsgebiete und multiperspektivische Sichtweisen der Welt kommen hinzu? Seit dem "algorithmic turn" haben sich die Datenquellen und Visualisierungen in einer komplexeren vernetzten Medienumgebung vervielfacht. Zu beobachten ist ein Wechsel hin zu einer partizipativ-immersiven Sicht. Anbieter von Satellitendaten werben mit 360-Grad-Auswertungen von Fern- und Naherkundungssensoren und welche Formen medialer Evidenz erzeugen die Bilder im Kontext von Open Source Intelligence (OSInt) und der Auswertung von Inhalten in sozialen Medien. Wie prägen sie die visuelle Kultur?

Theory and Practice of Digital Visual Culture (Seminar)

Dozent/in: Vera Tollmann

Termin:
14-täglich | Donnerstag | 09:45 - 13:15 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | HMS 139

Inhalt: This seminar deals with the manifold functions and meanings of images in digital culture. How do apps and social media change visual culture? Why are memes so popular? Images communicate, symbolize, represent and organize; they can make data visible and hide their metadata. We will start by looking at the basics: What is a digital image? How do algorithmic image recognition and other automated processes change image culture? We will do this by using examples. For example, algorithm image recognition apps like ClearView are based on excessively large image databases. The transition from representation to the organization that is so typical of digital culture also affects the face. Machines can not only recognize faces, but they can also generate them, usually not without 'glitches' - shifted ear cups, slipped eyelids, or blurred backgrounds. Here, virtual production is represented as a digital effect. While the manipulation of faces is becoming increasingly realistic - as demonstrated by programmers like Philip Wang with StyleGAN or advertised on the site generated.photos as "unique, worry-free photos" for which there is no copyright - facial recognition is also improving quickly, at airports, in hotels, and with our own devices. Seminar participants are invited to write an essay and critically examine examples of digital image culture. In doing so, the methodological skills and theoretical texts taught and discussed in the seminar will be applied. The essay will be developed during the semester. There will be time for peer reviews in the sessions.

Critical Algorithm Studies (Seminar)

Dozent/in: Vera Tollmann

Termin:
14-täglich | Donnerstag | 14:00 - 17:30 | 17.10.2022 - 03.02.2023 | HMS D19

Inhalt: There is no user interface for algorithms. So how do algorithms influence the way we perceive digital cultures? The effects of algorithms on our social media newsfeeds, streaming platforms, and visual culture and its modes of action raise questions: What are algorithmic cultures, and where do we encounter them? This seminar follows a critical approach to thinking of algorithmic systems as standardizing, censoring, and decontextualizing. How do algorithms recommend books? Whose knowledge, interests, and aesthetic preferences are represented through algorithms? Are we, as subjects, considered algorithmic objects? And how can we intervene in algorithmic cultures? Human actors bring ambiguities, presuppositions, and contradictions into these calculations. In the seminar, we discuss arguments using theoretical texts, scientific papers, and practical exercises.