Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Dr. Ulrich Pfarr


Lehrveranstaltungen

Gendered Objects: Müssen Fahrräder, Puppen, Sportschuhe gegendert sein, und wozu führt das? (Seminar)

Dozent/in: Ulrich Pfarr

Termin:
wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 16.10.2023 - 02.02.2024 | C 12.108 Seminarraum

Inhalt: Design ist Kommunikation. Durch die Verknüpfung von Design-, Sozial- und Ideengeschichte können wir anhand des Fahrrads und anderer Dinge exemplarisch untersuchen, wie Gegenstände der Kultur soziale und geschlechtliche Codierungen erhalten und an der Konstruktion von gesellschaftlichen Realitäten mitwirken. Roland Barthes' 'Rhetorik des Bildes' bietet hier eine methodische Orientierung. Zugleich erweist gerade die Fahrradkultur in ihren Wechselbeziehungen mit der Designgeschichte seit dem späten 19. Jh. enorme emanzipatorische Effekte. Sie gingen einher mit den Aneignungen des zunächst exklusiven und maskulinen Radfahrens durch Frauen, Arbeiter und marginalisierte Schichten. Damit kommt dem Radfahren auch heute Bedeutung für das 'Empowerment' zu, und es steht dabei im Brennpunkt des ökologischen Umbaus städtischer Räume. Zugleich sind Fahrräder und Zubehör Gegenstand des jüngst von Rebekka Endler (Das Patriarchat der Dinge, 2021) kritisierten 'Gendermarketings.' Dieser Untersuchungsrahmen lässt sich im Seminar und vertiefend in den Hausarbeiten auf viele weitere Objekte übertragen, die uns in Literatur, Alltag und Medien begegnen.

Humanoide Roboter im Film - unheimliche Begegnungen mit dem Homo Digitalis (Seminar)

Dozent/in: Ulrich Pfarr

Termin:
14-täglich | Samstag | 10:15 - 13:45 | 27.10.2023 - 02.02.2024 | C 12.013 Seminarraum
Einzeltermin | Sa, 13.01.2024, 10:15 - Sa, 13.01.2024, 13:45 | C 12.102 Seminarraum

Inhalt: Wenn die Entwicklung von KI und humanoider Roboter die Visionen etwa der schwedischen TV-Serie 'Real Humans – Echte Menschen' (2012) und des Kinofilms 'Ex Machina' (2015) in vieler Hinsicht schon überholt zu haben scheint, sind die dort gestellten Fragen nur umso aktueller geworden. Denn die suggerierte Grenzauflösung zwischen 'digitalisierten' Menschen und menschenähnlichen Robotern verursacht ethische Probleme, die den handlungstreibenden Konflikten zu Grunde liegen. Zugleich wird dem selbstoptimierten Menschen die - vermeintliche - Perfektion seines uneinholbaren digitalen Doubles gegenübergestellt. Zur Analyse exemplarischer Filme sollen die darin verarbeiteten Motive des in die Philosophie des 18. Jhs. zurückreichenden Mensch-Maschinen-Diskurses identifiziert und verglichen werden. Zu befragen sein wird insbesondere die Digitalisierbarkeit der Emotionen und der Empathie. Auf diese Weise entsteht eine Reflexionsebene für die Vorstellungen von KI, die in den Filmen zum Tragen kommen, aber auch für die angesprochenen sozialen und politischen Entwicklungen. Vergleiche mit der Rolle intelligenter Roboter im klassischen Science Fiction weiten den Untersuchungsrahmen aus.