Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Dr. Christian Voller


Lehrveranstaltungen

Einführung in die Hermeneutik (Seminar)

Dozent/in: Christian Voller

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 12.001 Seminarraum

Inhalt: Glanz und Elend der Geisteswissenschaften liegen nah beieinander und fallen im Begriff der Interpretation gewissermaßen in eins. Insofern die Fakten in ihnen nicht 'für sich' sprechen, bleiben die geisteswissenschaftlichen Methoden stets auf Verfahren der Auslegung, der Interpretation eben, verwiesen. Einerseits hat ihnen dieser Umstand den Ruf eingebracht, relativistisch, beliebig und willkürlich zu urteilen, andererseits eine Aura der Unverstehbarkeit, Abgehobenheit und Hermetik verliehen. Was aber sind Beschreibung, Interpretation und Auslegung eigentlich? Im Rahmen des Seminars werden wir uns mit klassischen und aktuellen Ansätzen der Hermeutik und der Ikonographie als Methoden des Verstehens von Texten und Bildern beschäftigen.

"Dialektik der Aufklärung" (Horkheimer und Adorno) – Damals und Heute (Seminar)

Dozent/in: Heiko Stubenrauch, Christian Voller

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 10:15 - 11:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 5.019 Seminarraum | neuer Raum!

Inhalt: Im Seminar wird ein zentraler Klassiker der Sozialphilosophie, die Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, in gemeinsamer Lektüre erarbeitet und auf seine Aktualität im Kontext der Klimakrise sowie ihrer zunehmend autoritären Bearbeitungsweisen hin befragt. Das Werk entstand im Exil in den USA während des Zweiten Weltkriegs und stellt den Versuch dar, die damalige globale Krisensituation philosophisch zu begreifen. Zentral ist die These, dass die Geschichte der Aufklärung zugleich eine Geschichte wachsender Naturbeherrschung ist – und dass diese Naturbeherrschung nicht zu mehr Freiheit, sondern zu neuen Formen von Zwang, Unfreiheit und Unmündigkeit führt. Auf individueller Ebene wird Naturbeherrschung, etwa im Odysseus-Kapitel, als Ursache von Entfremdung analysiert. Auf gesellschaftlicher Ebene werden insbesondere kapitalistische Gesellschaften, die auf exzessiver Naturbeherrschung beruhen, als strukturell wandlungsresistent beschrieben. Ihnen wird – im Kapitel zur Kulturindustrie – eine Tendenz zur politischen Apathie, sowie – im Kapitel zum Antisemitismus – eine Neigung zu autoritären Dynamiken zugeschrieben. Vor diesem Hintergrund fragt das Seminar, ob und inwiefern diese Diagnosen heute im Lichte der Klimakrise neu gelesen und theoretisch fruchtbar gemacht werden können. Lassen sich Horkheimers und Adornos Überlegungen zur Naturbeherrschung nutzen, um gegenwärtige Blockaden der sozial-ökologischen Transformation zu verstehen? In welchem Verhältnis stehen Naturbeherrschung, politische Passivität und autoritäre Reaktionsweisen in fossil geprägten Gesellschaften? Und wo liegen die Grenzen der Dialektik der Aufklärung im Umgang mit ökologischen Krisen? Das Seminar ist als Lektüreseminar angelegt und zielt darauf, das Verständnis eines anspruchsvollen philosophischen Textes in gemeinsamer Diskussion zu erarbeiten. Zugleich soll – insbesondere im Dialog mit dem komplementären Seminar „Politische Theorie der Klimakrise“ – eine systematische Verbindung zur klimapolitischen Gegenwart hergestellt werden.