Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. (apl.) Dr. habil. Ulf Wuggenig


Lehrveranstaltungen

Paradigmen der Kulturwissenschaften (Vorlesung)

Dozent/in: Roberto Nigro, Ulf Wuggenig

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 16:15 - 17:45 | 06.04.2020 - 10.07.2020 | C HS 2

Inhalt: In der Vorlesung werden zentrale Paradigmen der Kulturwissenschaften einführend erarbeitet: Kulturwissenschaften und der Begriff des Paradigmas von Thomas S. Kuhn, George Ritzer und Stuart Hall, Kulturwissenschaften und Kulturphilosophie, Kultursoziologie und -anthropologie, die Rolle der Sprache - linguistic turn - Postmodernismus, (Post)Strukturalismus, (Neo)Operaismus, Critical Realism, Inter- bzw. transkulturelle Theorie, Post-Colonial Studies, Queer Studies und Feminismus, Kritik der "Kulturkreislehre" und der "Kampf der Kulturen" These, Cultural Studies, interpretatives Paradigma und Paradigma der sozialen und kulturellen Kräfte, Zivilisationstheorie und Theorien kultureller Gewalt bzw. symbolischer Macht, biologischer und kulturalistischer Rassismus, Posthumanismus, Memoria Paradigma u.a.m.

Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik (Seminar)

Dozent/in: Ulf Wuggenig

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 06.04.2020 - 10.07.2020 | C 5.109

Inhalt: Im Seminar wird das kulturwissenschaftliche Memoria Paradigma am Beispiel aktueller Diskurse zu Erinnerung, Gedächtnis und Geschichte erarbeitet. Zu den konzeptuellen und theoretischen Bezugspunkten zählen die Arbeiten von Aleida und Jan Assmann sowie von Astrid Erll zu deren Leitlinie auch George Santayana (1905-1906) Satz gehört: „Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.“ Im Seminar wird u.a. auf Erinnerung in Zusammenhang mit der 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 2020 rekurriert, der in Lüneburg im Sommersemester gezeigten erinnerungskulturellen Filmreihe von Hannes Heer, Kurator der ersten Wehrmachtsausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung in den 1990er Jahren, Beachtung geschenkt und eine Ausstellung im Kunstraum besucht, die sich der Erinnerungskultur und -politik in Lüneburg widmet. Hinzu kommt die Beschäftigung mit dem aus dem kulturellen Gedächtnis weitgehend verdrängte Zwangsarbeitslager von jüdischen Frauen im benachbarten Unterlüss bei Celle, einer der Außenstellen des KZ Bergen-Belsen, das in jüngerer Zeit nicht zuletzt angesichts der Involvierung des dort angesiedelten Rüstungskonzern Rheinmetall überregionale Aufmerksamkeit erfahren hat. Eine Exkursion nach Unterlüss ist ebenso vorgesehen wie eine an Orte des sog. „Friedenspfades“ in Lüneburg. Literatur (Auswahl) Asmann, Jan, Nachwort. In: Esposito, Elena: Soziales Vergessen. Formen und Medien des Gedächtnisses der Gesellschaft. Frankfurt/Main 2002. Asmann, Jan, 1997. Das Kulturelle Gedächtnis. München. Blasone, Pino: Mnemosyne. Allegory of Memory and Reminiscence, 2015 https://www.linkedin.com/pulse/mnemosyne-allegory-memory-reminiscence-pino-blasone Erll, Astrid: Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einführung. Stuttgart. Metzler 2017 (3. Aufl.) Esposito, Elena: „Social forgetting: a systems theoretical approach” in Astrid Erll and Ansgar Nünning, eds. Cultural Memory Studies: An Interdisciplinary and International Handbook. Berlin/ New York: de Gruyter, 2008, Pp.181-189. Halbwachs, Maurice: Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen, Frankfurt a.M. 1985 (zuerst Paris 1925). Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis, Frankfurt a.M. 1985 (zuerst Paris 1950). ¬ Christian Gudehus, Ariane Eichenberg, Harald Welzer Forschungsstand Erinnerung, Vorwort in: Christian Gudehus, Ariane Eichenberg, Harald Welzer (Hg.) Gedächtnis und Erinnerung. Ein interdisziplinäres Handbuch-J.B. Metzler (2010). Kansteiner, Wulf: “Finding Meaning in Memory: A Methodological Critique of Collective Memory Studies. In: History & Theory 41, (2) 2002: 179–197. George Santayana, George: The Life of Reason (1905-1906) . Vol. I, Reason in Common Sense. Myers, David G. / DeWall, C. Nathan, Psychology. New York: Worth Publishers 2015, 11th Ed.

Das künstlerische Feld und der Kunstmarkt - Soziologische Perspektiven (Seminar)

Dozent/in: Ulf Wuggenig

Termin:
wöchentlich | Montag | 16:15 - 17:00 | 06.04.2020 - 10.07.2020 | C 5.019

Inhalt: “There have been more changes during this (last) decade than in the previous 100 years”, heißt es in einem 2018 veröffentlichten Interview mit der Kunstökonomin Clare McAndrew über den Kunstmarkt. Das Seminar geht Struktur und Wandel des künstlerischen Feldes, für das in jüngerer Zeit eine forcierte Globalisierung, Ökonomisierung, Finanzialisierung und Metrisierung – die Verbreitung von Rankings – beobachtet wurde, sowohl auf der Grundlage theoretischer Texte (u.a. Bourdieu, Moulin, Boltanski und Esquerre) nach, als auch unter Berücksichtigung neuerer empirischer Daten bzw. Studien (z.B. „Kunst und Capital“ von Schultheis et al. 2018, jährliche Artprice reports ). Dabei wird die These des Wandels des Feldes von „relativer Autonomie“ gegenüber den Feldern von Wirtschaft und Politik zu „relativer Heteronomie“ ebenso untersucht, wie die These über einen wirkungsmächtig gewordenen Populismus in der Kunst, der einerseits an Künstlern wie Bansky oder Kaws festgemacht wird, andererseits an Künstlern wie Damien Hirst oder Jeff Koons. Weitere Themen sind der Druck, der auf führende Museen in Richtung einer Abwendung vom westlichen Kanon ausgeübt wird, und die zunehmende Orientierung an Diversität bzw. Inklusivität bislang marginalisierter Gruppen. Behandelt werden schließlich auch die Implikationen der umfassenden Digitalisierung für die Produktion und Distribution von Kunst. Literatur (Auswahl): Luc Boltanski und Arnauld Esquerre, “The Economic Life of Things, New left review 98, 2016 31ff. Luc Boltanski und Arnauld Esquerre, Bereicherung. Eine Kritik der Ware. Berlin: suhrkamp 2018. Pierre Bourdieu, The Field of Cultural Production. 1992 Olav Velthuis, “Are we in a new era of the art market?,” In: Christophe Behnke, Cornelia Kastelan, Valérie Knoll, and Ulf Wuggenig (eds.), Art in the Periphery of the Center. Berlin: Sternberg: 456-465, here 465 Clare McAndrew and Jeni Fulton (2018), “Economist Dr Clare McAndrew explains why the art market is rebounding, https://www.artbasel.com/news/economist-dr-clare-mcandrew-explains-why-the-art-market-is-rebounding Isabelle Graw, High Price – Art Between the Art Market and CelebrityCulture, Berlin: Sternberg 2009 Michael Massing, “How the Superrich Took Over the Museum World”, New York Times Dec. 14, 2019