Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Christian Brückner


Lehrveranstaltungen

Die Vergangenheit der Zukunft – Archäologische Zeugnisse von Wissen und Wissenschaft (online) (Seminar)

Dozent/in: Christian Brückner

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 18.10.2021 - 04.02.2022 | Online-Veranstaltung | online

Inhalt: Wenn uns wir heute über Digitalisierung sprechen, und Begriffe wie Big Data und Date Science verwenden, assoziieren wir technischen Fortschritt, aktuell höchsten Wissensstand und zukünftige Entwicklungen. Mit Archäologie verbinden wir hingegen Altes, Vergangenes und längst Überkommenes, und sicherlich nicht Bereiche von Informatik. Dabei wird übersehen, dass die systematische Erfassung von Daten und die Verwendung von nutzbaren Informationen die Menschen seit jeher intensiv beschäftigt hat. Sie sammelten Wissen, entwickelten neue technische Hilfsmittel und erarbeiteten Methoden, um die Fragen und Probleme zu lösen, die sie beschäftigten. Diese liegen oftmals länger zurück, als uns bewusst ist, und haben ihre Ursprünge bereits in der Antike. Dass wir über diese Ursprünge unseres heutigen Wissens Kenntnis erlangen, verdanken wir zu einem großen Teil der Archäologie, in der dieses Wissen laufend überprüft, aktualisiert und erweitert wird.

'Steine des Anstoßes' – Archäologische Artefakte und kulturelle Identität (online) (Seminar)

Dozent/in: Christian Brückner

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 18:15 - 19:45 | 18.10.2021 - 04.02.2022 | Online-Veranstaltung | Online

Inhalt: Keiner der Arbeiter, die 1790 in Mexiko-Stadt zufällig auf zwei aztekische Monumentalskulpturen stießen, ahnte wohl, dass diese eine maßgebliche Rolle bei der Entstehung der Archäologie in Amerika spielen würden; oder, dass sie später als Symbole für einen mexikanischen Nationalstaat benutzt würden. Und niemand konnte sicherlich voraussehen, dass die Motive nicht nur Geldscheine und Münzen schmücken würden, sondern zu Hunderttausenden als touristische Andenken kopiert und millionenfach als Bilder im Internet zu finden sein würden – unter anderem auf unzähligen Fotos als Tätowierungen bei wiederum Tausenden von Migrant*innen in den USA. Während im Herkunftsland ungeachtet eines staatlichen Schutzes der Kulturgüter archäologische Stätten und Artefakte stark kommerzialisiert und touristisch vermarktet werden – zumeist ohne Mitsprache oder Teilhabe der jeweiligen lokalen Bevölkerung – bedeuten sie in der Diaspora identitätsstiftende Motive für eine kulturelle Zugehörigkeit, die sich zu einem beträchtlichen Teil aus archäologischen Erkenntnissen speist. Im Seminar soll thematisiert werden, welchen Einfluss archäologische Erkenntnisse bei der Konstruktion von kultureller Identität spielen, und welche Schwierigkeiten sich im Spannungsfeld zwischen etablierten akademischen Lehrmeinungen und populären Deutungen, zwischen staatlicher touristischer Vermarktung und lokaler Bevölkerung vor Ort ergeben. Außerdem wird am Beispiel der Erforschung der vorspanischen Kulturen wie der Azteken, der Maya und Olmeken verdeutlicht, wie stark vernetzt Wissenschaft*innen auf der ganzen Welt transdisziplinär zusammenarbeiten.