Vorlesungsverzeichnis

Suchen Sie hier über ein Suchformular im Vorlesungsverzeichnis der Leuphana.

Veranstaltungen von Apl. Prof. Dr. phil. habil. Martin Knauer


Lehrveranstaltungen

Spektakel der Macht? Politische Rituale als Forschungsproblem (Seminar)

Dozent/in: Martin Knauer

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 18.10.2021 - 04.02.2022 | C 4.215

Inhalt: Noch heute setzen Staaten (Diktaturen wie Demokratien) auf überkommene Herrschaftspraktiken feudaler oder monarchischer Prägung. Im europäischen Mittelalter waren symbolische Akte und performative Handlungen (Hand auflegen, Krönen, Salben, Inthronisieren) Recht setzend und rechtsverbindlich. Durch sie wurde nicht nur Macht dargestellt, sondern Herrschaft in Kraft gesetzt. Wie funktionieren politische Rituale heute? Haben Besuchsrituale, Gedenkzeremonielle und Staatstrauern nur symbolische Bedeutung? Welche Rolle kommt dabei dem politischen Protokoll zu? Mit den "ritual studies" besitzt eine ethnologisch bzw. anthropologisch orientierte Kulturwissenschaft ein methodisches Instrumentarium, um politische Verfahren und symbolische Kommunikation in ihrer Ritualität zu erkennen und im globalen Zusammenhang zu analysieren. Literatur: Stollberg-Rilinger, Barbara u.a. (Hg.): Spektakel der Macht. Rituale im Alten Europa 800-1800, Darmstadt 2008; Voigt, Rüdiger (Hg.): Symbole der Politik, Politik der Symbole, Opladen 1989; Belliger, Andrea/Krieger, David J.: (Hg.): Ritualtheorien. Ein einführendes Handbuch, Opladen/Wiesbaden 1998; Edelman, Murray: Politik als Ritual. Die symbolische Funktion staatlicher Institutionen und politischen Handelns, Frankfurt a.M./New York 1990 (zuerst 1964)

Medien-Ikonen zwischen nationaler Sinnstiftung und globaler Rezeption (Seminar)

Dozent/in: Martin Knauer

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 18:15 - 19:45 | 18.10.2021 - 04.02.2022 | C 14.201

Inhalt: Teils ohne erkennbarem Anlass entstandene, vor allem aber bewusst (re)inszenierte und nachbearbeitete "Bilder" (Objekte, Fotos, Filmsequenzen) können durch die Spezifik des dargestellten Ereignisses oder der dahinter stehenden Geschichte(n) ikonische Bedeutung erlangen. Durch visuelle Verbreitung werden manche von ihnen zu global rezipierten Zeugnissen eines visuellen Weltgedächtnisses. Das Seminar widmet sich der Frage, wie solche "National-Ikonen" oder "Welt-Bilder" entstehen, was sie ausmacht und welche Analysemethoden sie erfordern. Es geht um Herstellung, Distribution, Weiterverarbeitung sowie spezielle Motivik und Symbolik (Ikonologie) der Bilder. Wie sind sie national/kulturell/sexuell codiert? Wie lässt sich ihre Evidenz (Wahrheit, Faktizität) ermitteln und überprüfen? Welche Rolle spielt der "originale" Kontext? Dahinter steht die Beobachtung, dass sich in Bildern neue Inhalte anlagern, alte vergessen und durch manipulierendes Framing neue Bedeutungen generiert werden. Literatur: Paul, Gerhard: Das visuelle Zeitalter. Punkt und Pixel, Göttingen 2016; Ders. (Hg.): Das Jahrhundert der Bilder, 2 Bde., Göttingen 2008/9; Jäger, Jens: Photographie: Bilder der Neuzeit. Einführung in die historische Bildforschung, Tübingen 2000; Sachs-Hombach, Klaus: Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft, 3. überarb. Aufl. Köln 2013; Fleckner, Uwe u.a. (Hg.): Handbuch der politischen Ikonographie, 2 Teile, München 2011