Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Dr. phil. Marie Hoop


Lehrveranstaltungen

Archivierung von Street Art? Herausforderungen bei der Dokumentation einer vergänglichen und subversiven Kunstform (Seminar)

Dozent/in: Marie Hoop

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 12.108 Seminarraum

Inhalt: Das Seminar ist eine Kooperation mit dem Lüneburger Stadtarchiv und dem Lüneburger Street Art Verein "each one teach two". Geplant ist die Erstellung eines Archivs von Street Art im Lüneburger Stadtraum seit den 1990er Jahren. Thematisiert werden dabei die Herausforderungen der Archivierung von Street Art im Kontext von Illegalität, Vergänglichkeit und fehlender institutioneller Anerkennung. Gleichzeitig wird das Archiv als Speicher von Kulturerzeugnissen in den Blick genommen, das Ein- und Ausschlüsse vornimmt und sich auch neu erfinden muss.

Commons als Aneignung des städtischen Raumes (Seminar)

Dozent/in: Marie Hoop

Termin:
14-täglich | Freitag | 14:15 - 17:45 | 08.05.2026 - 10.07.2026 | C 5.310 Seminarraum

Inhalt: Das Seminar ist ein Versuch, das Konzept des COMMONS mit der Praxis des URBAN COMMONING zu verbinden. Der Begriff Commons (vom lateinischen communis, deutsch: gemein(sam)) bezeichnet Ressourcen, die gemeinschaftlich genutzt, verwaltet und gepflegt werden. Diese Form der Organisation geschieht in der Regel jenseits der Logiken von Markt und Staat und basiert auf Selbstorganisation und Kooperation. Commons stellen eine Alternative zu rein privatem Eigentum oder staatlicher Verwaltung dar. Die Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom zeigte in ihrer Forschung, dass Gemeinschaften sehr wohl in der Lage sind, Gemeingüter nachhaltig zu verwalten, und widerlegte damit die Annahme, dass solche Ressourcen unweigerlich übernutzt und zerstört werden müssten. Urban Commoning bezeichnet nun eine soziale Praxis, bei der zivilgesellschaftliche Gemeinschaften städtische Räume und Ressourcen kollektiv aneignen, nutzen, verwalten und gestalten, um das Gemeinwohl und soziale Nachhaltigkeit zu fördern. Dabei können Urban Commons materieller (z.B. Gebäude, Parks, Brachflächen, Wasser) und immaterieller Natur (z.B. Wissen, Kultur) sein. Wichtig ist, dass sie nicht primär nach Marktprinzipien (Angebot und Nachfrage) bewertet werden, sondern nach ihrem Gebrauchs- und sozialem Wert. Urban Commoning ist ein Ausdruck kollektiver Selbstermächtigung in der Stadt und verleiht den Kämpfen für das Recht auf Stadt Gestalt. Sie kann von institutionalisierten Behörden gefördert oder von Menschen im Kampf erfunden werden. In der heutigen neoliberalen Stadtpolitik ist Urban Commoning nicht nur ein Mittel, um den gemeinsamen Reichtum aus der kapitalistischen Aneignung zurückzugewinnen, sondern auch eine Reihe von Praktiken, die Formen der sozialen Organisation auf der Grundlage von Gleichheit, gegenseitiger Unterstützung und Machtteilung etablieren.