Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Dr. Leon Ziemer


Lehrveranstaltungen

Koloniale Akteure im Namen der Archäologie - Eine Kulturgüterdebatte (Seminar)

Dozent/in: Leon Ziemer

Termin:
wöchentlich | Freitag | 16:15 - 17:45 | 16.10.2023 - 02.02.2024 | C 12.006 Seminarraum

Inhalt: Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches bildet sich eine neue Nation, die angetrieben durch wirtschaftliche Aufschwünge und politische Stabilität in Konkurrenz zu den anderen Europäischen Großmächten zu treten versucht. Das Kaiserreich öffnet sich für neue Museen und Wissenschaften, die insbesondere durch Objekte aus Kolonien und fernen Ländern inspiriert werden. Altertümer der klassischen Antike geraten in den Fokus kaiserlichen Interesses ebenso wie Objekte aus Afrika und der Südsee. Im Blick des gesellschaftlichen Verständnisses soll die Gesellschaft der Kaiserzeit mit den verschiedenen Formen der Ausgrabungen verbunden werden und mögliche Interpretationen der antiken Objekte durch die Prägung kaiserzeitlichen Zeitgeistes betrachtet werden. Mit dem Ende des ersten Weltkrieges wandelt sich die Gesellschaftsform zur Weimarer Republik. Die Begeisterung für Antike Objekte und die Kulturen der vormaligen Kolonien bleibt bestehen, so dass sich die historischen Wissenschaften weiterentwickeln. Die auf während dieser Zeit verfolgten Grabungen und deren Ergebnisse sollen betrachtet und im gesellschaftlichen Wandel der Weimarer Zeit betrachtet werden. Das Seminar verfolgt den Ansatz historische und moderne Betrachtungen gegenüberzustellen und dadurch in den aktuellen Diskurs zum heutigen Umgang mit der archäologischen Kolonialgeschichte einzutreten.

Umgeben vom Kunstmarkt: Herausforderungen und Wandel im Umgang mit Kultur in den letzten Jahrhunderten (Seminar)

Dozent/in: Leon Ziemer

Termin:
wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 16.10.2023 - 05.01.2024 | C 12.111 Seminarraum | Nach Möglichkeit in C12.006
wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 12.01.2024 - 02.02.2024 | C 12.009 Seminarraum | Nach Möglichkeit in C12.006

Inhalt: »Culture in general is the glue binding the nation an is the expression of its unique zeitgeist. But such a community also needs a foundation, preferably heroic, and for this antiquities are key«. So beschrieb Valerie Higgins die besondere Bedeutung, die Kultur in all ihrer Vielfalt innerhalb einer Gesellschaft einnimmt. Dabei ist Kultur und ihre jeweilige Kunst eine der wenigen Konstanten, die sich über alle Zivilisationen hinweg individuell entwickelt hat. In diesem Seminar sollen verschiedene Arten der kulturellen Entwicklung innerhalb Europas betrachtet und ihrem jeweiligen Zeitgeschehen zugeordnet werden. Ausgehend vom modernen Kunsthandel, der bis heute die größte Quelle für Material aus vergangenen Zeiten ist, soll die Vergangenheit von Objekten und ihr Bedeutungswandel bis in die Moderne erarbeitet werden. Neben der unmittelbaren Nutzung von kulturellen Objekten als Sammlungs- oder Geldanlageobjekt lässt sich Kultur auch auf eine andere Weise vermarkten: Durch Welterbestätten und Schaffung Naturlandschaften oder Kulturerlebnisräumen verändert die Politik die Lebensräume von Menschen, welche ganze Regionen für sich zur touristischen Werbung nutzen und damit Kultur in einen allgemein-ökonomischen Zusammenhang stellen. Das Seminar soll einen Überblick über den merkantilen Umgang mit kulturellen Objekten, ihrem Schutz und der öffentlichen Rezeption - auch im Spiegel immer wieder kehrender Restitutionsdebatten - eröffnen.