Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Dr. Monika Wulz


Lehrveranstaltungen

Wissenschaftskritik? – Einführung in die Theorien und Methoden der Kulturgeschichte des Wissens (Seminar)

Dozent/in: Monika Wulz

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 14.102 b Seminarraum

Inhalt: Die Kritik an der Objektivität, an der Wertfreiheit und Neutralität von (natur-)wissenschaftlichem Wissen, an seiner Einbindung in politische Machtverhältnisse, in ökonomische und militärische Zwecke ist in den Forschungszweig der Wissenschaftsgeschichte bzw. der “Science Studies” seit deren Entstehung aufs Engste eingeschrieben. Wissen ist stets sozial bedingt, kulturell konstruiert und situiert, so einer der wichtigsten Prämissen dieser Forschungsrichtung. Wie können die Methoden einer kulturgeschichtlichen Wissenschafts- und Wissensgeschichte helfen, Phänomene von wissenschaftlichem Wissen und dessen gesellschaftlicher Rolle zu analysieren? Und wie sind diese Methoden einzuschätzen in Zeiten, in denen Wissenschaft scheinbar aus unterschiedlichsten politischen Richtungen unter Druck gerät? Das Seminar bietet eine Einführung in die wichtigsten Theorien und Methoden der Kulturgeschichte des Wissens im 20. und 21. Jahrhundert. Behandelt werden Texte u.a. von Ludwik Fleck, Jürgen Habermas, Michel Foucault, Paul Feyerabend, Donna Haraway, Bruno Latour, Naomi Oreskes.

Naturwissenschaft von links: Die wissenschaftliche Moderne in der Arbeiterbewegung des frühen 20. Jahrhunderts (Seminar)

Dozent/in: Monika Wulz

Termin:
Einzeltermin | Do, 09.04.2026, 16:15 - Do, 09.04.2026, 17:45 | C 12.010 Seminarraum
Einzeltermin | Do, 16.04.2026, 16:15 - Do, 16.04.2026, 17:45 | C 12.010 Seminarraum
Einzeltermin | Do, 28.05.2026, 16:15 - Do, 28.05.2026, 17:45 | C 12.010 Seminarraum
Einzeltermin | Mo, 06.07.2026, 14:00 - Do, 09.07.2026, 12:00 | extern | Blockseminar mit der AG Wissenschaftsgeschichte der Goethe-Universität Frankfurt/Main im Schloss Rauischholzhausen

Inhalt: Die großen Umbrüche in den modernen Naturwissenschaften, die sich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von der Biologie bis zur Physik, sowie damit verbunden auch in Teilen der Gesellschaftswissenschaften vollzogen, wurden auch in verschiedenen Teilen der politischen Linken wahrgenommen und teils enthusiastisch begrüßt. Dies geschah im Zusammenhang mit radikalen modernistischen Bewegungen, in den Bemühungen um eine Popularisierung des neuen wissenschaftlichen Wissens in der Arbeiterbildung, in den revolutionären Ereignissen des frühen 20. Jahrhunderts und der Suche nach neuen Modellen des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Manche der an den Umbrüchen beteiligten Wissenschaftler*innen standen selbst der politischen Linken nahe und beteiligten sich an den Bemühungen, die modernen Natur­wissenschaften mit gesellschaftlicher Veränderung zu verknüpfen, so etwa in Teilen des Wiener Kreises, in Großbritannien oder in der jungen Sowjetunion. Dies historisch und epistemologisch genauer zu verstehen ist das Ziel der Lehrveranstaltung. An Beispielen, die auch nach den Interessen der Teilnehmenden ausgewählt werden, beschäftigen wir uns u.a. mit folgenden zwischen den beiden Weltkriegen heftig diskutierten Fragenkomplexen: Wie wurde neues wissenschaftliches Wissen in der und für die Arbeiterbewegung verbreitet? Welche Rolle spielte Wissenschaft im Klassenkampf? Wie wurde versucht, eine einheitliche wissenschaftliche Perspektive auf Natur und Gesellschaft zu entwickeln? Wie positionierte sich eine progressive oder „proletarische“ Wissenschaft gegen konservative „bürgerliche“ Wissenschaftstraditionen auf der einen, völkisch-faschistische Wissensansprüche auf der anderen Seite? Lehrpersonen: Moritz Epple (Frankfurt/M.), Friederike Odenwald (Hamburg), Monika Wulz (Lüneburg) Organisatorisches: Die Lehrveranstaltung wird nach einer Vorbereitungsphase zu Beginn des Sommersemesters als Blockseminar gemeinsam von der AG Wissenschaftsgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt/Main und der Professur für Kulturgeschichte des Wissens an der Leuphana durchgeführt. Das Blockseminar findet vom 6.-9. Juli 2026 in Schloss Rauischholzhausen bei Marburg statt. Zur Vorbereitung wird gemeinsam mit den Teilnehmenden ein Seminarreader erstellt. Die Teilnehmenden beteiligen sich an den Gesamtkosten (Reise, Aufenthalt, Verpflegung, Seminarmaterialien) mit einem Eigenanteil von höchstens 100 Euro.