Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Dr. Anne Gräfe


Lehrveranstaltungen

Medien, Macht und Moderne: Ursprünge der Medientheorie und ihre Erweiterungen (Seminar)

Dozent/in: Anne Gräfe

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 14:15 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 12.107 Seminarraum

Inhalt: Das Seminar vermittelt grundlegende Ansätze der frühen Medientheorie und verknüpft diese mit theoretischen Erweiterungen durch zentrale Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Es verfolgt die Entwicklungslinie von der Kulturindustrie über Semiotik und Diskurstheorie bis hin zu feministischen und wahrnehmungstheoretischen Perspektiven. Der historisch gewachsene Kanon (Benjamin, Adorno/Horkheimer, Barthes, Foucault) wird durch Autorinnen wie Hannah Arendt, Susan Sontag, Laura Mulvey und Miriam Hansen kritisch erweitert und aktualisiert. Durch diese Lektüren werden Medien zu kulturellen, politischen und ästhetischen Formen der Vermittlung. Das Seminar befähigt dazu, diese mit geeigneten theoretischen Werkzeugen zu analysieren.

Krise: Formen, Diagnosen, Möglichkeiten (Seminar)

Dozent/in: Anne Gräfe

Termin:
14-täglich | Mittwoch | 12:15 - 15:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 14.202 Seminarraum

Inhalt: Das 20. und 21. Jahrhundert erscheinen als Zeitalter der Krise: ökonomische, ökologische, politische, technologische und psychische Erschütterungen markieren eine Gegenwart, in der Stabilität und Sinn zunehmend prekär werden. Doch „Krise“ ist nicht nur ein historisches oder gesellschaftliches Phänomen, sondern auch eine philosophische Kategorie – ein Moment der Entscheidung, der Offenlegung und der Möglichkeit. Von der antiken krisis als Scheidepunkt über die Moderne als Epoche der permanenten Krise bis hin zur zeitgenössischen Erfahrung struktureller Erschöpfung stellt sich die Frage, was an der Krise produktiv, destruktiv oder unvermeidlich ist. Das Seminar nähert sich dem Begriff der Krise interdisziplinär, aber mit philosophischem Schwerpunkt. Zu fragen ist, wie sich der Begriff der Krise in Philosophie und Gesellschaftstheorie entwickelt hat und inwiefern Krise eine Grundfigur des modernen Denkens zu sein scheint? Das Seminar verfolgt daher die Entwicklung des Krisenmotivs in Philosophie, Sozialtheorie, Psychoanalyse und Kulturkritik und fragt nach der Dialektik von Zerfall und Neubeginn. Dabei wird deutlich, dass Krisen nicht nur äußere Erschütterungen gesellschaftlicher Systeme sind, sondern immer auch das Selbst- und Weltverhältnis des Menschen betreffen. Denn Krisen verändern das Verständnis des Subjekts in Bezug auf Grenzen aber auch auf die eigene Handlungsmacht. Aus diesem Grund richtet sich der Fokus nach eingehender Analyse des Krisenbegriffs daher auf das Subjekt als Ort und Symptom der Krise: auf Erschöpfung, Fragmentierung – und die Suche nach neuen Formen der Selbst- und Weltbeziehung, nach möglichen Momenten der Erkenntnis, der Transformation oder der Verantwortung.