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Climate Sensitivities: Aesthetics and Politics of Heat

29. Okt. - 30. Okt.

Ein Symposium zur medienökologischen Erforschung von Hitze zwischen Sound Studies, Visual Studies und Environmental Humanities.

©Southern Environmental Law Center (SELC)
©Courtesy Estate of R Buckminster Fuller
©Su Yu Hsin
  • Symposium
  • 29-30 Oktober 2026
  • Leuphana Universität Lüneburg
  • Centre for Digital Cultures
  • Libeskindgebäude, C40.501

In einer sich stärker erwärmenden Welt sind Politik und Ästhetik der Temperaturkontrolle unausweichlich geworden. Wie wird Hitze wahrgenommen, vermittelt und geregelt? Das Symposium „Climate Sensitivities: Aesthetics and Politics of Heat“ betrachtet Hitze nicht als bloße physikalische Tatsache, sondern als medienkulturelles Phänomen: als Gegenstand medialer Vermittlung und als politisch umkämpfte Ressource. Das Symposium vereint Perspektiven aus Sound Studies, Visual Studies und den Environmental Humanities im weiteren Sinne und fragt, was wahrnehmbar wird, wenn wir neben der akustischen und visuellen auch die thermische Wahrnehmung in den Blick nehmen – von Infrarotbildgebung und Satellitendaten bis hin zur Akustik überhitzter Rechenzentren und der ungleichen Wärmeverteilung in der Stadt. Ausgehend von Nicole Starosielskis Begriff der „thermopower“ untersucht das Symposium, wie Regime des Temperaturmanagements Körper und Umwelten organisieren und dabei Zonen thermischer Privilegien und thermischer Schädigung (bzw. Benachteiligung) ausweiten. Es verfolgt, wie sich die Klimatisierung von einem Luxus zu einem soziotechnischen System gewandelt hat, auf das wir zunehmend angewiesen sind, und wie Schwellen(-werte) der Überlebbarkeit neu definieren, was als bewohnbarer Ort gilt. Aus der Perspektive der Klimagerechtigkeit stellt das Symposium die Frage, wie thermischer Komfort als Teil der Commons und nicht als privates Privileg neu gedacht werden könnte.

Aufbauend auf zwei Workshops, die an der Leuphana im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Climate Futures in Digital Cultures“ stattfanden, bündelt das Symposium einen sich herausbildenden Diskurs über Thermokulturen und Thermopolitik und schafft – erstmals im deutschsprachigen akademischen Kontext – einen gemeinsamen Rahmen für die medienökologische Erforschung von Hitze.

Programm

Keynote: Nicole Starosielski

Mit Vorträgen von Stefan Höhne, Lana Uzarashvili, Laliv Melamed, Daniel Wolter, Su Yu Hsin, Ignacio Farias, Noa Levin, Kent Chan, Amelie Buchinger, Kathrin Köppert, Florian Sprenger, Benjamin Sprick & Katharina Alsen, Paul Heinicker & Merle Ibach & Patrick Salz. 

Detailliertes Programm:

Donnerstag, 29. Oktober 2026

10:00 Uhr

Begrüßung

10:30–11:30 Uhr – GESCHICHTE DER KLIMAKONTROLLE

Stefan Höhne (Institut für Kulturwissenschaften, Essen), „Überlebenskomfort – Imaginierte Zukünfte der Kryosphäre“

Lana Uzarashvili (Ruhr-Universität Bochum), „Wärme erzeugen in einem eisgebundenen Reich: Sowjetische Technologien für künstliche Klimata und vermittelte Landschaften.“

11.30–11.45 Uhr Kaffeepause

11.45–13.00 Uhr – WÄRME WAHRNEHMEN: ÜBERTRAGUNG UND REFLEXION Laliv Melamed (Goethe-Universität Frankfurt), „Auf dem Weg zu einer durchdringenden Ästhetik: Der Untergrund und die Logistik der Audiovisuellen“

Daniel Wolter (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), „Bäume erwärmen und Proben kühlen: Umwelterfassung als thermisch-räumliche Praktiken“

13.00–14.00 Uhr Mittagessen

14.00–15.15 Uhr – SILIZIUM UND SONNENLICHT

Su Yu Hsin (Künstlerin, Berlin/Taipei), „Umstrittene Wärme: Solarzelle, integrierte Schaltung und post-extraktive Zukünfte“

15:15–15:45 Uhr Kaffeepause

15:45–17:00 Uhr – STÄDTISCHE HITZE

Ignacio Farias (Humboldt-Universität zu Berlin), „Elementarer Urbanismus: Wind, Wasser und die Stadt als kritische Zone“

Noa Levin (Università della Svizzera Italiana), „Thermische Gemeinschaften und ein Netzwerk der Wärme“

17.00–17.30 Uhr Snacks

17.30 Uhr – INFRASTRUKTUR-IMAGINÄRE

Keynote: Nicole Starosielski (UC Berkeley / University of California, Berkeley), „Undergrounding the Cloud: Unterirdische Wärme und der geothermische ‚Goldrausch‘“

Freitag, 30. Oktober 2026

10.00–11.00 Uhr – SOLAR MEDIA

Kent Chan (Künstler, Amsterdam/Singapur), „Casting Weather“

Amelie Buchinger (Akademie der Bildenden Künste, München), „Casting Weather und die Techno-Mythologien der Remediation solarer Zukünfte“

11.00–11.15 Uhr Kaffeepause

11.15–12.45 Uhr – BIOPOLITIK

Kathrin Köppert (Humboldt-Universität zu Berlin), „Sweatbox AI. Thermische Gewalt und metabolische Medienästhetik der Hitze“

Florian Sprenger (Ruhr-Universität Bochum), „Körper auf Hitze kalibrieren: Die Biopolitik thermischer Komfortstandards“

12.45–13.45 Uhr Mittagessen

13.45–15.15 Uhr – WAHRNEHMEN UND FÜHLEN – ÖKO-INTIMITÄTEN

Benjamin Sprick & Katharina Alsen (Hochschule für Musik und Theater Hamburg), „Gonna Make You Sweat. Auf dem Weg zu einer thermozeptiven Theaterwissenschaft“

Paul Heinicker (Fachhochschule Potsdam) & Merle Ibach (Kunsthochschule Bern) & Patrick Salz (Konstrukteur und Musiker, Basel) – Forschungskooperation „Sensing Gaia“, „Wie lässt sich Wärme darstellen? Planetarische Diagramme jenseits des Visuellen“

15:30 Uhr Schlusswort

Weitere Informationen

Das Symposium „Climate Sensitivities" wird vom Centre for Digital Cultures der Leuphana Universität ausgerichtet und ist dem Forschungsbereich „Klimazukünfte in digitalen Kulturen" im Rahmen des Forschungsprogramms „Embracing Transformation" zugeordnet. Weitere Informationen und das Programm finden Sie auf der Webseite des Symposiums.

Konzipiert von Maren Haffke und Vera Tollmann, Centre for Digital Cultures (CDC), Leuphana Universität.

Mit organisatorischer Unterstützung von Malin Hocke.

Anmeldung

Bitte senden Sie eine E-Mail an malin.hocke@stud.leuphana.de, wenn Sie sich für das Symposium anmelden möchten.

Ansprechpersonen

  • Prof. Dr. Maren Haffke
  • Dr. phil. Vera Tollmann