Course Schedule

Veranstaltungen von Marie-Sophie Dorsch


Lehrveranstaltungen

Counter/Mapping: Kartografie und ihre Aneignungen in der zeitgenössischen Kunst (Seminar)

Dozent/in: Lisa Deml, Marie-Sophie Dorsch

Termin:
Einzeltermin | Fr, 17.04.2026, 14:15 - Fr, 17.04.2026, 17:45 | C 12.102 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 08.05.2026, 14:15 - Fr, 08.05.2026, 17:45 | C 16.222 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 22.05.2026, 14:15 - Fr, 22.05.2026, 17:45 | C 12.107 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 12.06.2026, 14:15 - Fr, 12.06.2026, 17:45 | C 12.102 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 19.06.2026, 14:15 - Fr, 19.06.2026, 17:45 | extern | Halle für Kunst
Einzeltermin | Fr, 26.06.2026, 14:15 - Fr, 26.06.2026, 17:45 | C 12.102 Seminarraum

Inhalt: Kartografie verbindet wissenschaftliche, technische und ästhetische Erkenntnisse, um bestimmte Anschauungen von Welt und Wirklichkeit – real oder imaginiert – darzustellen. Mittels Kartografie wird Raum nach verschiedenen Prinzipien strukturiert, um topographische und topologische Eigenschaften abzubilden, aber auch nationale und politische Zwecke zu verfolgen, militärische und ökonomische Interessen zu vertreten und religiöse und mythologische Erzählungen zu vermitteln. Kartografie ist damit inhärent ideologisch und wurde sowohl als symbolisches als auch praktisches Werkzeug zur Erschließung und Ausbeutung von Territorien im Zuge kolonialer und imperialer Expansion eingesetzt. Um eben solche (Macht-)Strukturen sichtbar zu machen und kritisch zu hinterfragen, eignen sich zahlreiche zeitgenössische künstlerische Praktiken kartografische Methoden an und entwickeln verschiedene Strategien des „Counter-Mappings“. Als konkretes Fallbeispiel dient uns die relationale Kartografie von Moses März. Auf Grundlage archivarischer Recherchen, literarischer Quellen, bildlicher Zeugnisse, wirtschaftlicher Infrastrukturen und mündlicher Überlieferungen konzipiert er Karten, die weder Grenzen fixieren noch Territorien definieren, sondern Beziehungsgeflechte sichtbar machen. Diese Methode der relationalen Kartografie übertragen wir auf Lüneburg und zeichnen lokale wie globale Verbindungen nach, die die Region bis heute prägen – von kolonialen Handelsnetzwerken über ökologische Abhängigkeiten bis zu sozialen Bewegungen. So entsteht eine nicht-lineare Erzählung, die neue Perspektiven auf den Ort und seine Geschichte eröffnet und ein tieferes Bewusstsein für die eigene Positionierung darin schafft. Das gemeinsam entwickelte “Counter/Mapping” wird Teil einer Ausstellung in der Halle für Kunst Lüneburg, die am 20. Juni 2026 eröffnet. Die Prüfungsleistung setzt sich aus eigenständiger Feldforschung, gemeinsamer Mappings und einer Hausarbeit (8-10 Seiten) zusammen.