Kritik der Gegenwart MA.: Linn Felgendreher: Lebendige Erfahrungen
09.07.2026 Die 26-Jährige ist wissenschaftliche Volontärin beim Museum für Moderne Kunst (MMK) Frankfurt. Dass sie die begehrte Stelle erhalten hat, führt sie nicht nur auf ihren Studienabschluss zurück: „Noten sind wichtig, aber am Ende zählen auch die Erfahrungen, die man gesammelt hat.“ Die Leuphana hat ihr dafür zahlreiche Möglichkeiten eröffnet. Studieninteressierte können sich noch bis zum 31. August 2026 für das Masterprogramm „Kulturwissenschaften: Kritik der Gegenwart“ bewerben.
©Linn Felgendreher
„Ich hatte das Gefühl, dass ich ab der Leuphana nicht nur studiert habe, sondern auch ausprobieren konnte, was mich interessiert“, sagt Linn Felgendreher über ihre Studienzeit in Lüneburg. Eine besonders prägende Erfahrung war ihre Tätigkeit am Leuphana Institute for Advanced Studies (LIAS). Dort betreute sie internationale Wissenschaftler*innen und Künstler*innen während ihres Forschungsaufenthalts. Die Fellows kommen aus der ganzen Welt. „Ich habe beim Einleben unterstützt als auch Vorträge und Konferenzen mitorganisiert. Dadurch habe ich gelernt, wie wissenschaftliche Arbeit organisiert wird und wie viel Planung hinter internationalen Forschungsprojekten steckt.“
„Ich profitiere jetzt sehr von den Erfahrungen“, sagt Linn Felgendreher. Als wissenschaftliche Volontärin im MMK Frankfurt arbeitet sie in der Abteilung Sammlung und Ausstellungen. Dort ist sie unter anderem an der Inventarisierung von Kunstwerken, der Organisation internationaler Leihgaben und der Vorbereitung von Ausstellungen beteiligt. Besonders spannend findet sie die unmittelbare Arbeit mit den Kunstwerken selbst. „Man beschäftigt sich nicht nur mit den Objekten, sondern auch mit den großen Fragen dahinter: Wie dokumentiert man eine Performance? Wie bewertet man ein Kunstwerk, das aus einer Idee und nicht nur aus einem materiellen Objekt besteht?“
Nach dem Abitur in Erlangen zog sie nach Rom, wo sie Kommunikationswissenschaften studierte. Doch trotz einzelner kulturwissenschaftlicher und filmbezogener Inhalte blieb das Gefühl, noch nicht das Richtige gefunden zu haben. „Mir wurde klar, dass ich weder ins Marketing noch in klassische Medienberufe gehen wollte. Mich interessierten eher philosophische und künstlerische Fragestellungen“, erklärt sie und suchte nach einem passenden Studienprogramm: Besonders überzeugte sie die Interdisziplinarität des Masters „Kulturwissenschaften: Kritik der Gegenwart“ an der Leuphana Universität Lüneburg. „Ich wollte mich fachlich neu orientieren. An der Leuphana hatte ich die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven miteinander zu verbinden.“ Mit dem Fokus auf „Künste, Theorie und Geschichte“ als zentrale kulturwissenschaftliche Perspektivierungen verbindet der Master „Kulturwissenschaften: Kritik der Gegenwart – Künste, Theorie, Geschichte“ mit der Analyse künstlerischer Produktionen unter historischen Perspektiven und einer Kulturgeschichte des Wissens.
Überzeugt von den Inhalten zog Linn Felgendreher von Italien nach Norddeutschland: „Ich habe mich bewusst für eine Wohnung in Lüneburg entschieden, damit ich möglichst viel am Universitätsleben teilhaben kann.“ Sie engagierte sich in der studentischen Initiative ArchipelagoLab, arbeitete als studentische Hilfskraft nicht nur beim LIAS, sondern auch beim Center for Critical Studies (CCS) und verbrachte unzählige Stunden in der Universitätsbibliothek.
Auch im Bereich der zeitgenössischen Kunst sammelte sie früh praktische Erfahrungen. Gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Sophie McCuen-Koytek kuratierte sie im Rahmen des Peer-to-Peer-Programms des Kunstraums der Leuphana die Ausstellung SapphicEntanglements. Die Ausstellung präsentierte Arbeiten junger Künstler*innen und setzte sich mit Fragen von Geschlecht, Identität und Beziehungen auseinander.
Über das International Center der Leuphana absolvierte sie ein Auslandssemester an der American University of Beirut im Libanon. „Beirut hat eine unglaublich lebendige Kulturszene. Die Stadt hat mich sehr beeindruckt.“
Weitere internationale Erfahrungen sammelte Linn Felgendreher bei einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Summer School in Aserbaidschan sowie bei einem dreimonatigen Praktikum am Goethe-Institut in Dakar im Senegal. „Ich habe einfach versucht, möglichst viele Möglichkeiten zu nutzen. Jede dieser Erfahrungen hat meinen Blick erweitert.“
Die theoretischen Grundlagen legte ihr Master: „Ich habe gefunden, was ich gesucht hatte. Die theoretische Breite des Studiums war für mich ein großer Gewinn. Ich konnte verschiedene Ansätze zusammen denken: von Kunstgeschichte über Philosophie bis hin zu postkolonialen und kulturwissenschaftlichen Perspektiven. Die Erfahrungen, die ich während meines Studiums sammeln konnte durch Auslandsaufenthalte, Projekte und die Arbeit an der Universität, haben mir viele Türen geöffnet.“
Kontakt
- Dr. Ben Trott