LIAS: Leuphana Institute for Advanced Studies in Culture and Society

Das LIAS der Leuphana Universität Lüneburg ist eine im Aufbau befindliche Forschungseinrichtung, die der Internationalisierung und Profilierung der universitären Forschungsschwerpunkte dient. Es wird getragen von einem internationalen Fellowprogramm. Als Ort für freie Forschung sucht das LIAS den Herausforderungen und Dringlichkeiten unserer globalisierten Gegenwart wissenschaftlich zu begegnen. Es ist angesiedelt in dem von Daniel Libeskind entworfenen Zentralgebäude der Universität und wird sich durch interdisziplinäre Zusammenarbeit, universitäre Einbindung und Co-Creation auszeichnen.

Culture and Society

In den ersten fünf Jahren ist die Forschung dem Schwerpunkt Culture and Society gewidmet. Das LIAS in Culture and Society fördert diagnostische und kritische Forschung im Bereich der Kulturwissenschaften als Verschränkung von Geistes- und Sozialwissenschaften. Das LIAS in Culture and Society wird gefördert aus Mitteln des SPRUNG, die durch die VolkswagenStiftung vergeben werden und hat seine Arbeit im Juli 2022 aufgenommen.

Linien des Zentralgebäudes, Heimat des LIAS ©Leuphana Universität Lüneburg
Linien des Zentralgebäudes, Heimat des LIAS

Programmatik

Zielsetzung

Das LIAS in Culture and Society setzt sich das Ziel, einem Diskurs der Alternativlosigkeit zu begegnen. Jenseits kurzfristiger Lösungsvorschläge zur Krisenbewältigung möchte es neue Perspektiven, Denk- und Handlungsräume eröffnen. Entsprechend fördert es engagierte Wissenschaft zur Freilegung, Unterstützung, Vervielfältigung gesellschaftlicher Potentialisierungsweisen – eine Infragestellung bestehender Gewissheiten, die neue Möglichkeiten aktiviert.

Problemlage

Ohne die Erschließung neuer Denk- und Herangehensweisen wird die Zukunft zunehmend als eine wissenschaftlich-technische Herausforderung verstanden, im Sinne einer programmierten bzw. programmierbaren Zukunft. Kulturwissenschaften, wie sie am LIAS in Culture and Society verstanden werden, sind vor diesem Hintergrund bestrebt, in ihrer interdisziplinären Verfasstheit als Verschränkung von Geistes- und Sozialwissenschaften systematisch freizulegen, was durch technowissenschaftliche Operationalitäten, durch politökonomische Kalküle, gesellschaftlich dominante Wissensmuster und verdeckte wie offene Gewaltverhältnisse verstellt, was ungedacht, unartikuliert, unbefragt ist.

Förderansatz

Das LIAS unterstützt entsprechend eine Forschung, die diesen Ansatz verfolgt, die multiple Artikulationsformen sichtbar macht und auf Zusammenhänge verweist, die für eine Perspektive jenseits sozialer oder politischer Verwerfungen stehen – basierend auf einer Analyse jener historischen Bedingungen, die zu der Verfasstheit der heutigen global verflochtenen Welt allererst geführt haben. Mit seinem Bestreben der Potenzialisierung setzt das LIAS in Culture and Society auf ein Ethos der Problematisierung, auf kritische Gegenwartsdiagnostik, auf Genealogien zeitgenössischer Konfliktlinien, methodische Offenheit und auf kulturelle Erfindungskraft.

Das LIAS in Culture and Society gibt dabei explizit keinen thematischen Rahmen vor. Vielmehr fördert das Institut solche Forschungsprojekte, welche die historischen, aktuellen, sozio-kulturellen, epistemologischen, politisch-ökonomischen, rechtlichen und technisch-wissenschaftliche Bedingungen des Zusammenlebens in einer globalisierten Welt untersuchen wollen. Ziel ist ein Beitrag zu einem Denken jenseits von Hemisphären und zur Zukunftsfähigkeit von Gesellschaften.

Diese Programmatik schließt gleichermaßen eine Auseinandersetzung mit der globalisierten Gegenwart sowie mit den Bedingungen und Grenzen der eigenen Wissenschaftspraxis ein. Zum Tragen kommen dabei auch kulturelle und künstlerische Praktiken, die mit ihren sinnlich-materiellen und intellektuellen Qualitäten zu einer Vervielfältigung von Denkbarkeiten, Handlungsformen und Wahrnehmungsweisen beitragen.

Kontakt

Leuphana Institute for Advanced Studies in Culture and Society (LIAS in Culture and Society)

Zentralgebäude / Audimax
Universitätsallee 1
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-2332

VolkswagenStiftung ©VolkswagenStiftung
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur ©Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur