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LIAS Konferenz: »From the Global to the Planetary«

01. Juli

Konzept und Organisation: LIAS Faculty Fellow Vera-Simone Schulz. Das Symposium nimmt die jüngere Verschiebung in den Geistes- und Sozialwissenschaften vom Globalen zum Planetarischen in den Blick. Es bringt Wissenschaftler*innen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften ebenso wie Künstler*innen und Architekt*innen zusammen, um den Planetary Turn in diesen Feldern gemeinsam zu diskutieren. Ziel ist es, neue methodische Zugänge auszuloten, mögliche Forschungsperspektiven anzustoßen und einen Raum für den Austausch über zukünftige Kooperationen über disziplinäre und kontinentale Grenzen hinweg zu schaffen.

©LIAS
LIAS Symposium: »From the Global Toward the Planetary« 1.–3. Juli 2026

Mittwoch, 1. bis Freitag, 3. Juli 2026
Campus | Zentralgebäude Libeskind Forum

Das Symposium widmet sich einer jüngeren theoretischen Verschiebung in den Geistes- und Sozialwissenschaften: der Bewegung vom Globalen zum Planetarischen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass globale Forschungsansätze zwar entscheidend dazu beigetragen haben, nationale Perspektiven und eurozentrische Kanones zu hinterfragen, zugleich jedoch neue Fragen nach den Grenzen globaler Denkmodelle aufgeworfen haben. Das Symposium geht von der Annahme aus, dass die Diskussion um das Planetarische einen produktiven Rahmen bietet, um diese Fragen neu zu verhandeln.

Unter dem Planetarischen wird dabei eine epistemische Orientierung verstanden, die Erdsysteme, materielle Verflechtungen, mehr-als-menschliche Beziehungen und Tiefenzeiten in den Blick nimmt. Da das Verständnis des Planetarischen innerhalb der Forschung keineswegs einheitlich ist, sollen unterschiedliche Positionen und Begriffsverständnisse ausdrücklich zur Diskussion gestellt werden.

Im Mittelpunkt stehen Ansätze der Planetary Humanities und Planetary Social Sciences im Dialog mit der transkulturellen Kunstgeschichte, Architektur, kritischer Museologie und den Künsten. Diskutiert werden soll, wie sich Gegenstände, Methoden und Maßstabsebenen dieser Felder verändern, wenn planetare Ökologien, materielle und immaterielle Infrastrukturen sowie langfristige Umweltveränderungen stärker berücksichtigt werden. Welche neuen Perspektiven eröffnen sich für die Analyse künstlerischer und architektonischer Praktiken? Wie lassen sich koloniale Nachwirkungen, Extraktionsprozesse und Umweltveränderungen in planetaren Zusammenhängen untersuchen? Und welche Aussichten, aber auch welche Grenzen, bietet die Hinwendung zum Planetarischen?

Besondere Aufmerksamkeit gilt Konzepten und Forschungsfeldern wie den Blue Humanities, posthumanistischen und mehr-alsmenschlichen Ansätzen sowie Debatten um Anthropozän, Stratigraphien, Toxizität und Umweltgerechtigkeit in interdisziplinärer Perspektive. 

Zugleich fragt das Symposium nach den normativen und politischen Implikationen planetarischer Perspektiven. Inwiefern können sie dazu beitragen, etablierte Wissensordnungen kritisch zu reflektieren? Welche Rolle spielen dabei Konzepte wie epistemische Gewalt, Beziehungsethik oder Klima- und soziale Gerechtigkeit? Und wie lassen sich globale, koloniale und ökologische Verflechtungen neu denken, ohne bestehende Machtasymmetrien aus dem Blick zu verlieren?

Das Symposium bringt Wissenschaftler*innen aus den Geistes und Sozialwissenschaften ebenso wie Künstler*innen und Architekt*innen zusammen. Ziel ist es, unterschiedliche disziplinäre Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen, neue Forschungsansätze auszuloten und einen Raum für zukünftige Kooperationen über disziplinäre und kontinentale Grenzen hinweg zu schaffen.

Programm

Mittwoch, 1. Juli 2026

10–10:30 Uhr
Vera-Simone Schulz, LIAS Faculty Fellow
Begrüßung und Einführung

10:30–12 Uhr
Keynote Lecture
cave_bureau (Kabage Karanja | Stella Mutegi), Nairobi
»Eulogy to Architecture: Return to Earth Spirit Practices«

13–13:45 Uhr
Filmvorführung
As If the World Had No West
Regie: Mónica de Miranda, 2024

13:45–14:30 Uhr
Cindy Sissokho, Paris
»Affective Ecologies: Bodies as Territories in the Work of Mónica de Miranda«

15–16:30 Uhr
Panel I: More-Than-Human Worlds and Multi-Species Memories

15–15:45 Uhr
Cristina Baldacci, Ca’ Foscari University of Venice
»The Planet’s Memory: Deep Time and More-Than-Human Archive«

15:45–16:30 Uhr
Chiara Abastanotti, Mailand | Igiaba Scego, Rom
»Children of the Forest: A Graphic Novel about Early Italian Colonialism«

19–22 Uhr
Filmvorführung
The Tree of Authenticity
Regie: Sammy Baloji, 2025
SCALA Arthouse Cinema | Apothekenstraße 17 | 21335 Lüneburg

Donnerstag, 2. Juli 2026

10–12:30 Uhr
Gemeinsamer Besuch der Kunstkammer im Museum Lüneburg mit Ulfert Tschirner

14–14:45 Uhr
The Tree of Authenticity (2025)
Gespräch mit Sammy Baloji, Brüssel | Lubumbashi

15–16:30 Uhr
Panel II: New Relational Ethics: From Object-Centred to People-Centred Approaches

15–15:45 Uhr
Peju Layiwola, University of Lagos
»Shards of History: Thinking Beyond Benin Art as Objects«

15:45–16:30 Uhr
Samba Yonga, Women’s History Museum Zambia
»From Petrified Archive to Living Knowledge: Liberating Colonial Collections Through Museum Practice and Epistemic Repair«

16:45–18:15 Uhr
Panel III: Performing Planetarity

16:45–17:30 Uhr
Tuli Mekondjo, Windhoek
»In the Struggle«

17:30–18:15 Uhr
Elaine Adorno, Mailand | Ivna LaMart, Mailand
»ORI: A Ritual Cartography of Belonging«

18:30–20 Uhr
Keynote Lecture
Élisio Macamo, University of Basel
»From Eurocentrism to Planetary Responsibility: Toward an Ethics of Intelligibility«

Freitag, 3. Juli 2026

9–11:15 Uhr
Panel IV: Earthly Stratigraphies, Seabeds, and Planetary Archives

9–9:45 Uhr
Freda Nkirote M’Mbogori, The National Museums of Kenya | Paul Jeremy Lane, University of Cambridge
»Beyond the Anthropocene: Relational Landscapes and Indigenous Environmental Knowledge in Eastern Africa«

9:45–10:30 Uhr
Adama Delphine Fawundu, Columbia University
»Vibrations from the Deep: Ancestral Wisdom and Art Making«

10:30–11:15 Uhr
Ayesha Hameed, Goldsmiths, University of London | University of the Arts Helsinki
»An Oceanic Grammar«

11:45–13:15 Uhr
Panel V: The Planetary in Relation to Architecture, Infrastructures, and the Built Environment

11:45–12:30 Uhr
Lucia Allais, Columbia University
»Inflating the Late Colony: The ‘Bubble Homes’ Experiment in Dakar, ca. 1950«

12:30–13:15 Uhr
Edgar Nabutanyi, Makerere University
»Literary Activism, Fresh Registers and Uganda Ecological Crises Public Discourses«

14:15–15:30 Uhr
Abschluss und Ausblick
»From the Global Toward the Planetary Humanities«

Anfragen und Kontakt:

  • Dr. Christine Kramer