Vorlesungsverzeichnis

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Veranstaltungen von Prof. Dr. Christina Wessely


Lehrveranstaltungen

Objektgeschichte und Materielle Kultur (Seminar)

Dozent/in: Christina Wessely

Termin:
wöchentlich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 12.04.2022 - 03.05.2022 | C 11.308 | .
Einzeltermin | Fr, 01.07.2022, 14:00 - Fr, 01.07.2022, 20:00 | C 5.325 | .
Einzeltermin | Sa, 02.07.2022, 10:00 - Sa, 02.07.2022, 16:00 | C 5.325 | .

Inhalt: Diese Lehrveranstaltung bietet einerseits eine inhaltliche Einführung in Objektgeschichte/n bzw. Materielle Kultur(en) als methodische Zugänge der Kulturwissenschaften. Wie können mit und über 'Dinge' kulturelle und/oder historische Konstellationen beschrieben werden können? In welcher Weise verkörpern Objekte bestimmte Wissensordnungen? Wie kann man sich kulturwissenschaftliche Fragen und Problemstellungen über die Untersuchung konkreter Objekte erschließen? Andererseits reagiert sie aber auch methodisch auf zwei Beobachtungen im universitären Lehralltag: 1.) Aus strukturellen Gründen werden schriftliche Arbeiten egal welcher Prüfungsform meist erst nach Semesterende bewertet, ein ausführliches Gespräch zwischen der*m Autor*in, peers und der Lehrveranstaltungsleitung findet nur sehr selten statt. In diesem Seminar sollen die Texte, die zur Prüfungsleistung führen, bereits während des Semesters (zumindest in Rohfassung) abgegeben und diskutiert werden. Das Seminar richtet sich daher vor allem an Studierende, die bereit sind und absehen können, dass sie in der Lage sein werden, einen kurzen Text bzw. zumindest ein Konzept dafür im Umfang von etwa 3 Seiten bereits im Mai bzw. Juni einreichen zu können, um in einer geblockten "Textwerkstatt" den eigenen Text und die Texte der Kommiliton*innen zu diskutieren. 2.) Die zweite Beobachtung bezieht sich auf eine Vielzahl von Seminar- und Abschlussarbeiten, die thematisch zu breit und groß zugeschnitten sind und erst mühsam 'verkleinert' werden müssen. In diesem Seminar soll daher erprobt werden, welche großen und allergrößten Phänomene/Prozesse/Ereignisse/Diskurse auch über einzelne kleine DINGE in den Blick genommen und analysiert werden können. Auf diese Weise gibt das Seminar also nicht nur eine Einführung in einen wichtigen kulturwissenschaftlichen Methodenstrang, sondern es zeigt auch sehr konkret fruchtbare Wege für zukünftige Haus- und BA-Arbeiten auf.

Masterforum Kulturwissenschaften (Kolloquium)

Dozent/in: Timon Beyes, Christina Wessely

Termin:
14-täglich | Mittwoch | 12:15 - 13:45 | 13.04.2022 - 27.04.2022 | C 14.202 | .
Einzeltermin | Mi, 11.05.2022, 12:14 - Mi, 11.05.2022, 13:45 | C 14.202
Einzeltermin | Mi, 25.05.2022, 12:15 - Mi, 25.05.2022, 13:45 | C 14.202
Einzeltermin | Mi, 08.06.2022, 12:15 - Mi, 08.06.2022, 13:45 | C 14.202
Einzeltermin | Mi, 15.06.2022, 12:15 - Mi, 15.06.2022, 13:45 | C 12.015 | C 12.015
Einzeltermin | Mi, 22.06.2022, 12:15 - Mi, 22.06.2022, 13:45 | extern
Einzeltermin | Mi, 29.06.2022, 12:00 - Mi, 29.06.2022, 19:00 | C 40.601 | C 40.601
Einzeltermin | Mi, 06.07.2022, 12:15 - Mi, 06.07.2022, 13:45 | C 14.202

Inhalt: Dieses Masterforum verbindet die Präsentation und gemeinschaftliche Diskussion aktueller Masterarbeitsprojekte mit - je nach Zahl der Projektvorstellungen - ein bis drei Sitzungen zum wissenschaftlichen Arbeiten. Dem Zitieren, Gendern und Übersetzen gewidmet, möchten wir in diesen Sitzungen Fragen diskutieren, die auf den ersten Blick lediglich Formalia betreffen - Wie zitiere ich richtig? (Wie) Verwende ich gendergerechte Sprache? Welche Regeln gibt es für die "eigene Übersetzung", die etwa von fremdsprachiger Sekundärliteratur angefertigt wird? - um daran deutlich zu machen, dass diese scheinbar formalen Fragen niemals nur rein technische Entscheidungen sind, sondern dem Inhalt eben gerade nicht äußerlich bleiben. Kann (und soll) man das "N-Wort" zitieren? Kann man von Studentinnen oder Student*innen im 19. Jahrhundert sprechen, obwohl Frauen zu dieser Zeit nicht zum Hochschulstudium zugelassen waren? Und was ist - nicht zuletzt vor dem Hintergrund aktuell geführter Debatten um den politischen Gehalt des Übersetzens (und der Identität der Übersetzer*innen) - bei Übersetzungen, die man für die MA-Arbeit selbst anfertigt und mit dem Hinweis ("Eigene Übersetzung") ausweist, zu beachten? +++ The Master Colloquium is dedicated to the presentation and joint discussion of the participating students’ master thesis projects. Depending on the number of projects presented and discussed, selected sessions will be given over to questions of academic research and academic writing, esp. to issues of referencing, gendering and translation. While such matters - at first sight - seem to be ’trivial’ or technical formalities, a more in-depth engagement helps us understand and reflect how they inform they way we think and write, and how they are part of a society’s cultural politics.

Hagenbeck dekolonisieren (Seminar)

Dozent/in: Christina Wessely

Termin:
Einzeltermin | Di, 05.04.2022, 14:15 - Di, 05.04.2022, 15:45 | extern
Einzeltermin | Di, 12.04.2022, 14:15 - Di, 12.04.2022, 15:45 | C 40.164 | C 40.164
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 19.04.2022 - 03.05.2022 | C 16.203 | C 16.203
Einzeltermin | Fr, 10.06.2022, 16:00 - Fr, 10.06.2022, 20:00 | extern | Geführter Stadtrundgang mit dem Verein "Hamburg Postkolonial" (Exkursion)
Einzeltermin | Sa, 11.06.2022, 10:00 - Sa, 11.06.2022, 16:00 | extern | Hagenbecks Tierpark inkl. Seminarsitzungen vor Ort
Einzeltermin | Di, 05.07.2022, 14:15 - Di, 05.07.2022, 15:45 | C 40.146 | C 40.146

Inhalt: Das Seminar setzt sich mit der Geschichte des Hamburger Tierparks und der Biographie seines Gründers, Carl Hagenbeck, auseinander. Zunächst lesen wir einige Texte zur Kulturgeschichte Zoologischer Gärten, um zu verstehen, welches Verhältnis von Menschen und Tieren der Errichtung des Hamburger "Tierparadieses" sowie seiner Vorgängerinstitutionen (Carl Hagenbeck’s [sen.] Handels-Menagerie am Spielbudenplatz 1866) zugrunde lag. Im Anschluss daran nehmen wir mit dem Tierhandel und der Ausrichtung von sog. "Völkerschauen", auf denen - um 1900 oft in Zoos - "wilde", "primitive" Menschen ausgestellt wurden, zwei weitere wichtige Geschäftszweige Hagenbecks in den Blick, an denen deutlich wird, wie sehr jener in zeitgenössische rassistische und kolonialistische Zusammenhänge involviert war. Ausgehend vom Studium von Forschungsliteratur zu Zoo, Tierparks und sog. "Völkerschauen" werden wir im Anschluss - und als Einleitung zum praktischen Teil des Seminars - Grundlagentexte zu Praktiken der Dekolonisierung sowie Einführungen in postkoloniale Theoriebildung lesen, um Kriterien zu entwickeln, wie mit Hagenbeck, ganz konkret aber auch mit dem von ihm gegründeten Tierpark, der immer noch eine der Haupt-Touristenattraktionen Hamburgs darstellt, umgegangen werden kann. Im Zentrum des Seminars stehen zwei Exkursionen: Zunächst werden wir einen vom Hamburger Verein "Hamburg Postkolonial" konzipierten Stadtrundgang unternehmen, um uns der Geschichte der Stadt als Handelsplatz zu widmen und dabei deren koloniale Verschränkungen zu erinnern.Mitte Juni werden wir dann eine Exkursion zu Hagebecks Tierpark unternehmen um zunächst einmal zu klären, ob dort noch Spuren der kolonialen Vergangenheit sichtbar sind und wenn ja, in welcher Form? Werden Sie erklärt/kontextualisiert? Auf einem internen Workshop im Tierpark werden wir Ideen erarbeiten und diskutieren, ob es eines neuen Umgangs mit "Hagenbeck" bedarf (oder nicht?) und wie dieser aussehen könnte.

Geschichte des Anthropozäns (Seminar)

Dozent/in: Patrick Stoffel, Christina Wessely

Termin:
wöchentlich | Mittwoch | 10:15 - 11:45 | 13.04.2022 - 06.07.2022 | C 11.320

Inhalt: Ökologische Fragen bestimmen unsere Gegenwart. Mit den Problemen, die sie aufwerfen und adressieren, wird die Zukunft des Planeten und damit auch des Menschen verbunden. Globale Erwärmung, die Veränderung der ozeanischen und atmosphärischen Strömungssysteme, die Versauerung der Meere, der Verbrauch zahlreicher nichtersetzbarer Ressourcen, der Verlust der Biodiversität, die Versiegelung von Böden und die Akkumulation von nicht abbaubarem Abfall haben sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu einer „ökologischen Metakrise“ (Eva Horn) verdichtet, die mit der Rede vom Anthropozän auf den Begriff gebracht wurde. Das Seminar widmet sich der Frage, ob das Anthropozän eine Geschichte hat - und wenn ja, welche? Welche Begriffe, Diskurse, Denkfiguren und (ökologischen) Wissensformen können zu einer solchen Geschichte gerechnet werden? Jenseits einer inhaltlichen Einführung in geistes- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf das Anthropozän reflektiert das Seminar dem Modultitel entsprechend auch methodische Fragen: Was bedeutet es, die Historizität eines Gegenstandes zu erforschen? Welche Konsequenzen hat dies für den Gegenstand selbst?