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Veranstaltungen von Haeun Shin
Lehrveranstaltungen
Summer School: Frontier Zones in Seoul (Seminar)
Dozent/in: Luisa Hilmer, Ursula Kirschner, Haeun Shin
Termin:
14-täglich | Dienstag | 16:15 - 17:45 | 07.04.2026 - 07.07.2026 | C 40.254 Seminarraum
Einzeltermin | Sa, 29.08.2026, 10:00 - So, 13.09.2026, 22:00 | extern | Seoul
Inhalt: Die Summer School „Frontier Zones in Seoul“ widmet sich der Untersuchung von Grenzzonen und Übergangsräumen („Frontier Zones“) im öffentlichen Raum des zentral gelegenen Stadtteils Seongsu-dong in Seoul. Der Dokumentarfilm dient dabei als exploratives Medium, um diese urbanen Phänomene sowohl analytisch zu erfassen als auch kreativ zu erforschen. Im Mittelpunkt steht ein kollaborativer Ansatz, der die aktive Interaktion mit den Bewohner:innen des Stadtteils fördert. Gespräche und Interviews mit Passant:innen und Anwohner:innen bilden eine zentrale Grundlage, um unterschiedliche Wahrnehmungen und Bedeutungszuschreibungen des Raums sichtbar zu machen. Dabei wird deutlich, dass es keine neutralen Beobachter:innen gibt: Alle Beteiligten bringen ihre eigenen kulturellen, sozialen und persönlichen Perspektiven in den Forschungsprozess ein. Film wird in diesem Kontext nicht primär als abgeschlossenes Produkt verstanden, sondern als offener, künstlerisch-forschender Prozess. Im Vorfeld der praktischen Arbeit werden ausgewählte dokumentarische Beispiele gesichtet, analysiert und diskutiert, um ästhetische Strategien und methodische Zugänge für die eigene Praxis zu entwickeln. Zentrale Fragestellungen sind dabei: Wo und in welcher Form manifestieren sich Grenzzonen im öffentlichen Raum? Welche Narrative, Praktiken und Normen entstehen in diesen Übergangsräumen? Die Summer School findet in Kooperation mit Studierenden der Kyung Hee University (KHU) sowie mit Prof. Dr. Suh-hee Choi vom Department of Geography, College of Sciences, statt. Inhaltlich knüpft die Auseinandersetzung mit „Frontier Zones“ an die Ergebnisse früherer Summer Schools in São Paulo (2015, 2017), Tunis (2020) und Manaus (2022) an. Das entstehende Filmmaterial dient dem kollaborativen Verstehen der in der Stadt wirksamen Kräfte – durch Wahrnehmen, Interpretieren, Analysieren und schließlich durch die Vermittlung der gewonnenen Erkenntnisse. Der methodische Ansatz wird dabei kontinuierlich kritisch reflektiert und weiterentwickelt. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Stadt und öffentlicher Raum multiperspektivisch wahrgenommen und erzählt werden müssen, um den Widersprüchen, Brüchen und der Komplexität urbaner Systeme gerecht zu werden.